Verborgene Theken: Restaurant Soom poong

Stephan Elsemann

Seit einigen Monaten bewirten Sabine und Giuseppe Buscema ihre Gäste im Soom poong am Basler Tor. Wer an dieser Stelle nur Fastfood erwartet, wird angenehm enttäuscht. Die beiden zaubern ausgezeichnete und ungewöhnliche Gerichte zu sehr fairen Preisen auf den Tisch.



Ambiente

Mutig ist das schon: Am abgerockten Basler Tor ein Restaurant mit Anspruch aufzumachen und zudem ein asiatisches an einem Platz, wo schon zwei asiatische Restaurants gescheitert sind. Doch Mut haben die beiden neuen Pächter in der Merzhauser Straße.

"Was du von Herzen wünscht, wird in Erfüllung gehen". Das heißt Soom poong auf deutsch und so lautete Sabine Buscemas Vorname, den sie bei ihrer Geburt in Laos bekam. Ihren deutschen Namen Sabine gaben ihr die Adoptiveltern, als sie mit zehn Jahren nach Freiburg kam. Soom poong würde sie sich gern auch ganz offiziell wieder nennen, wenn nicht Behördenwillkür im Weg wäre. Einstweilen erstrahlt der Name mit seiner selbstbewussten Botschaft am Basler Tor.



Das Paar hat das Restaurant seit März gepachtet. Und sie wollen hier vieles anders machen als die Vorgänger. So wurde die ganze Asia-Kitsch-Dekoration weggeräumt. Und aus den Lautsprechern ertönen Miles Davis und John Coltrane.

Nach und nach soll original Laotisches oder Vietnamesisches die leeren Wände zieren Oder Fotos von den Reisen. Giuseppe und Sabine Buscema haben ein halbes Jahr in Laos verbracht, um die Küche zu studieren. Bei Sabine Buscema war es auch ein Vergewissern von Erinnerungen aus der Kindheit.

Dass sie die Küche ihrer Heimat in Freiburg nirgends fand und den Geschmack und die Aromen vermisste, wurde zum entscheidenden Impuls, selbst ein Restaurant zu eröffnen. Mit laotischer Küche, so wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat.



Das Besondere

Es ist die Küche des südlichen Laos, die der vietnamesischen näher steht, während die nördliche Küche, wie sie das Restaurant Rose serviert, mehr mit der der thailändischen verwandt ist. Trotz der Verwandtschaft mit den Nachbarn hat die laotische Küche auch viele Eigenheiten.

Noch mehr als in den nachbarschaftlichen Küchen verwendet man in Laos Koriander. Und beliebter als der Duftreis ist der in den kleinen Körben dampfgegarte Klebreis, denn er lässt sich hervorragend mit der Hand essen, so wie es in Laos üblich ist.



Oft sehen sehen die Gerichte im Soom poong genau so aus, wie man es von anderen asiatischen Restaurants kennt. Doch man sollte sie davon nicht täuschen lassen. Sie schmecken anders und meist besser. Wenn die die ehrgeizige Chefin dem Geschmack ihrer Kindheit nachspürt, muss sie die Zutaten selbst kombinieren. Vorgefertigtes wäre da hinderlich. Daher wird hier von Grund auf gekocht.

Die Sorgfalt bei der Zubereitung merkt man gleich bei einer einfachen Reissuppe mit Huhn (2,90 Euro), die neben vertrautem Hühnergeschmack überraschend vielfältige Geschmackserlebnisse bietet, die man einer so harmlosen Brühe nicht zutraut.



Auf der Speisekarte

Sehr lecker waren die gefüllten Reisblätter und sehr fein war auch die Sauce zum Dippen dazu. Ungewöhnlich war auch das in Fischsauce marinierte Huhn (6,90 Euro), einer speziellen karamelisierten Fischsauce.

Bei den Salaten sollte man sich den Papaya-Salat nicht entgehen lassen, eine eigentlich höllisch scharfe Angelegenheit, die aber in der Original-Schärfe nur auf Wunsch serviert wird (3,90 Euro).
Hauptgerichte bekommt man zwischen 4,90 und 7,90 Euro. Darunter sind verschiedene Currys und Spezialitäten wie die Reisbandnudeln oder vietnamesische Pfannkuchen (5,50 Euro).



Auch bei den Desserts sind Entdeckungen zu machen: eine nicht so knattersüße Variante der gebackenen Banane, die statt Banane aus Süßkartoffeln (3,30 Euro) gemacht ist. Oder die "süße Speise", ein laotisches Nationalgericht mit Kokoscreme, Tapiokakügelchen und Banane.

Mittags wird für fünf Euro ein Tagesgericht angeboten – hausgemachte Fleischspieße etwa oder Tintenfisch in Austernsauce – stets begleitet von Reis.

Kaffeepreis

Ein Espresso kostet 1,80 Euro. Ein kleines Mineralwasser bekommt man für 1,80 Euro (0,2l). Fruch-Milkshakes kostet 4,90 Euro (0,4l). Sie werden selbstverständlich aus frischen Früchten gemixt. Das Beer Lao war gerade aus, das Saigon-Bier tut's aber auch, wenn es etwas exotisches sein soll (2,90 Euro). Ansonsten gibt es Ganter vom Fass in klein für 1,80 Euro (0,2l) oder groß für 2,80 Euro (0,4l).



Wegbeschreibung

Mit der Straßenbahn Linie 3 in Richtung Vauban fahren und an der Weddigenstraße aussteigen. Ein Stück zurück laufen. Das Restaurant befindet sich hinter dem Safa-Supermarkt (früher Edeka).

Mit dem Fahrrad geht es vom Bahnhof über die Heinrich-von-Stephan-Straße Richtung Merzhausen. Beim Übergang auf die Merzhauser Straße nach rechts schauen und noch rund 200 Meter weiterfahren. Dann sieht man das Restaurant zur rechten liegen.



Adresse

Restaurant Soom poong
Merzhauserstraße 14
79100 Freiburg
0761-59045945
info@soom-poong.de
Web: Soom poong


Öffnungszeiten


Montag, Mittwoch und Donnerstag

12 bis 14.30 Uhr und 18 bis 22 Uhr

Freitag
12 bis 14.30 Uhr und 18 bis 24 Uhr

Samstag
14-24 Uhr

Sonntag
16 bis 23 Uhr

Dienstag
Ruhetag

Küche bis eine Stunde vor Schluss

Mehr dazu:


Foto-Galerie: Stephan Elsemann

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.