Verborgene Theken: Café POW im Sedanquartier

Marius Buhl

POW! - so heißt das verborgene Café, das zum Coworking-Space Grünhof gehört. POWsenhof - so heißt der Biergarten, der vor dem Café POW am Samstag eröffnet. Was es in Café und Biergarten neben szenigen Limos, selbstgezimmerten Paletten-Möbeln und leckeren Power-Stullen sonst noch gibt:

 

Der Laden

Manchmal kommen sie noch vorbei, die ehemaligen Grünhof-Gänger und verlangen nach den weiland so berühmten Schnitzelkreationen. Doch die Zeit, da im Grünhof Schnitzel und andere badische Spezialitäten serviert wurden, ist längst vorbei. Nach einigen Jahren Leerstand ist im vergangenen Herbst dort ein Coworking-Space entstanden. Und - vom Rummel um eben dieses Berlin-inspirierte Gemeinschafts-Büro gänzlich verschluckt - ist im kleinen Nachbarraum ein Szene-Café entstanden - das POW

Dicht gedrängt stehen im POW kleine Holztische, darum gruppieren sich Holzklappstühle, an einer Seite steht eine längliche Holzbank. Die Wand dahinter ist als Abendhimmel designt, vor dem sich schwarz ein paar Zweige abheben.

Auf der gegenüberliegenden Seite: die Theke, aus hellem Holz gezimmert, dahinter meterhoch eine schwarze Tafel, auf der mit Kreide das Angebot geschrieben steht. Auf der Theke: Glashauben mit Kuchen darunter, daneben Wiesenblumen und Flyer der neuesten Limo-Kreation. Links neben der Theke befindet sich ein kleines Schlupfloch - wer die Schuhe auszieht, kommt hier in einen gemütlichen, doppelbettgroße Raum mit Kissen, in dem man sich hinlegen und in Magazinen wie "enorm" und "brand eins", aber auch der Badischen Zeitung blättern kann. Wer will, kann sich auch Brett- und Kartenspiele ausleihen und diese auf einem der Tische spielen.



Kein Zweifel - das unfertige, zusammengewürfelte und dennoch stilsichere Interieur macht den Charme dieses Cafés aus. Ganz sicher gehört das POW damit auch zu eben jener Sorte Cafés, die gemeinhin als hip, modern und zeitgeistig bezeichnet werden.

Der Powsenhof

Zur Zeit zimmern Freunde und Freunde von Freunden noch eifrig an Tischen Stühlen und einer Terrasse, am Samstag soll er dann fertig sein - der Powsenhof. Dann ist Eröffnung dieses neuesten Freiburger Biergartens, ab 16 Uhr werden melodische Elektroklänge gespielt, das POW bietet dazu frisch gemischte Eistees, außerdem Bier und Coktails.

Aus Paletten zusammengeschraubte Stühle, aus alten, graffitibeschmierten Türen gefertigte Tische, aus Holz gezimmerte Bänke - der Powsenhof ist bewusst im Industrial-Style gehalten, die Graffitis vom Crash gegenüber und die graue Betonmauer, die den Powsenhof begrenzen, halten diesen Stil durch. An den Wänden ranken sich bereits erste Pflanzen, die biergartentypischen Platanen sind momentan noch heftig zurückgestutzt, wachsen aber schon bald wieder zu einem Blätterdach zusammen.



Das wird gebraucht, denn im Sommer scheint die Sonne von morgens bis abends auf den Powsenhof. Charakteristisch sind außerdem die Kräuter, die hier überall wachsen und die der Gast auch gerne mal pflücken und mitnehmen darf: Basilikum wächst unter italienischen Tischfußballmännchen, eine Kartoffelpflanze wächst  unter deutschen Kickern. Zur WM, werden im Powsenhof alle Deutschlandspiele auf Leinwand zu sehen sein.

Die Besitzer

Das POW gehört unabänderlich zum Coworking-Space Grünhof, eine Tür verbindet die beiden Räume. Die Eigentümer des Coworking-Spaces, Hagen Krohn und Martina Knittel gehören damit ebenso zum POW-Team, wie Jella und Andi, die sich um Buchhaltung und die Gestaltung des Aussenbereichs kümmern. Hauptverantwortlich für das POW ist aber Luise Schreck. Luise hat sich mit dem POW einen Lebenstraum erfüllt.



Viele Jahre lang hat sie davor im Caféhaus gearbeitet. Das gesparte Geld hat sie nun ins POW gesteckt. Mit Liebe zum Detail will sie das Café führen, wann immer es möglich ist selbst Hand anlegen und mitwerkeln. "Bisher sind wir absichtlich noch nicht wirklich an die Öffentlichkeit gegangen, hatten draußen noch nicht mal ein Schild", sagt Luise, " jetzt aber sind wir so weit." Das "wir" betont Luise.

Das Publikum

Luise muss lachen, als ich sie danach frage. "Natürlich kann man nicht beeinflussen, wer irgendwann zu uns kommt. Wir wollen aber schon ein Café für Studenten und Kreative sein". Wenn in zwei Wochen Fußball-WM ist, hofft Luise aber auf die Gäste, die sich gegen einen Besuch auf der Fanmeile entschliessen: "Bei uns darf es dann auch etwas entspannter zu gehen".



Über den Winter hat Luise bereits einige Stammgäste gewonnen: Bauarbeiter von der Baustelle gegenüber genießen hier gerne ein Feierabendbier, Mamas mit kleinen Kindern trinken hier gerne Latte Macchiatto. Auch ein paar Studenten kommen bereits vorbei. Hauptsächlich sitzen aber junge Unternehmensgründer und Start-Uper aus dem Coworking-Space im Café, Macbooks sieht man allenthalben. "Bunt gemischt eben", sagt Luise.

Die Limos

Trendige Limos gehören zu Szene-Cafés wie Rauke und Rennräder. Das POW hat eine ganze Menge davon im Angebot. Das Flaggschiff: Die Baola-Limos, einmal mit Guarana, einmal mit Kirsch, aber immer mit Baobab-Saft, der aus dem Affenbrotbaum gewonnen wird. Zusätzlich gibt es bald die Proviant-Limo mit Rhabarber-Geschmack. Klassiker wie die Lemonaid oder den Charitea kriegt man aber ebenso wie Paulaner Spezi und den isis Bio-Eistee. dazu kommen die Regio-Klassiker Frohlunder und Muntermate. Alle Limos kosten 2,70 €.



Ganz neu konzipiert und als Aushängeschild gedacht, sind aber auch selbst gemachte Eistees. Einer, der rote, soll ein Malven-Kirsch-Eistee mit frischen Beeren werden, der andere ein klassischer Zitronen-Ingwer-Eistee mit frischer Minze. Serviert werden diese eisgekühlt und in Omas alten Marmeladengläsern. Kosten werden sie 3,50 €.

Der Kaffee

Ganz wichtig bei jedem Café: der Kaffee. Im POW setzt man auch hier auf Regionalität, Elephant Beans wird den Kaffee liefern. Luise erklärt: "Ich kenne die beiden Macher von Elephant Beans ganz gut, und der Kaffe schmeckt dort ausgezeichnet. Den wollten wir haben". Etwas besonders ist der Elephant Beans aber: Dadurch, dass er ein Hellgerösteter ist, hat er eine leicht säuerliche Note und unterscheidet sich etwas von den vollmundigen italienischen Varianten. Lecker ist er aber alle mal. Gemacht wird der Kaffee mit einer Vibiemme, die auch im Wilhelm Moltke steht. Natürlich gibt es im POW auch Sojamilch und laktosefreie Milch.



Die Karte

Jeden Tag liefert der Suppensteller zwei verschiedene Suppen ins POW. Beispiele? Eine Kartoffel-Kokos-Suppe oder ein Chili sin Carne. Im Sommer wird es die Suppen aber nicht geben, dann gibt es ein anderes Special - Flammkuchen. Die macht die Schwarzwälder Flammkuchen Manufaktur in Umkirch. Rezeptiert haben sie aber Luise und Martina selbst: Neben zwei klassischen Varianten wird es einen mit der spanischen Chili-Wurst Chorizo geben, ein anderer wird mit Ziegenkäse serviert.



Zu Trinken gibt es im POW neben den Eistees und Limos auch das Lenzkircher Roggzipfel, sowie Riegeler Landbierle (2,70 €), dazu kommen Hefeweizen und Kristall (3,30 €). Auch Gin Tonic und Moscow Mule werden serviert.

Kontakt

Café POW!
Belfortstraße 52
Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
9 bis 22 Uhr

Samstag und Sonntag
11 bis 22 Uhr

Mehr dazu:




Foto-Galerie: Marius Buhl

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