Reisetipps für Buenos Aires

Friederike

Buenos Aires, die Geburtstadt des Tangos, bietet alles was das wanderlustige Herz begehrt: Museen, historische Gebäude, Theater, eine weltberühmte Oper, das beste Steak der Welt, ein wildes Nachtleben und eine Menge von preisgünstigen Spanischschulen, um sich auf die Argentinienreise vorzubereiten. Genau das hat fudder-Autorin Friederike dort gemacht. Und sich in die Metropole verliebt.



Der Großraum der Capital Federal Buenos Aires beherbergt circa 13 Millionen Einwohner; in der eigentlichen Bundeshauptstadt leben 3 Million Menschen. An die Riesenmetropole am Rio de la Plata muss man sich erstmal gewöhnen.

Wahnsinnig laute Busse, gerammelt volle Metros und der tägliche Kampf durch die Fußgängerzonen kann einem zunächst den letzten Nerv rauben. Hat man den Stress der ersten drei Tage gut überwunden und mit kontaktfreudigen Argentiniern schon ein paar Fetzen Castellano gelernt, so ist man bereit, das Spektakel auf sich wirken zu lassen, und zu denken: Hier gehe ich nie wieder weg!

Übersehene Sehenswürdigkeit

Im Paris Südamerikas, wie Buenos Aires auch genannt wird, spielt sich das Leben zu großen Teilen auf der Straße ab. Es ist eine wunderbar einnehmende Erfahrung, sich zu Fuß durch die Stadt zu begeben und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, bevor man sich an die einschlägigen Touristenattraktionen macht. Schmuckverkäufer, Straßenmusiker sowie Tango- und Flamencoshows unter freiem Himmel geben dem Stadtbild etwas Lebendiges und Rastloses.

Das Barrio (zu Deutsch: Stadtteil) Palermo hat wunderschöne Gärten und Grünflächen, wo sich die Latinos einer ihrer Lieblingsbeschäftigung hingeben: Dem Fußball. Sonntags kann man dort die Einheimischen beobachten, auf den Wiesen an kleinen Gewässern kurze Rast halten und sich an den zahlreichen Statuen erfreuen.

Mein Tipp für alle, die keine Lust haben sich mit den Touristenhorden von einer Attraktion zur nächsten drängen zu lassen: Laufen, erleben und schauen!

Kaffeepause

Buenos Aires wimmelt nur so vor urigen Cafés, in denen man sich nach einer durchfeierten Nacht mit einem Cortado (Espresso mit aufgeschäumter Milch) oder einem Café con Leche erholen kann. Wer es schicker (und teurer) mag, besucht im Stadtteil San Telmo das Café Origen; der Kaffee ist vorzüglich. Wer auf rustikales Holz, wild gestikulierende Argentinier und deftiges Fingerfood steht, geht in die Bar Federal (Carlos Calvo 599 Buenos Aires, Telefon 11 4300 4313).

Auch wenn den Argentiniern nachgesagt wird, dass sie dem Nikotin verfallen sind (was nach meinen Beobachtungen auch der Wahrheit entspricht), herrscht in allen Restaurants, Bars und Diskotheken Rauchverbot. Ausnahmen sind sehr selten. In vielen Cafés gibt es W-Lan-Zugang, der manchmal sogar kostenlos ist.

Magengrummeln

Ja, es ist nicht bloß ein Klischee, dass das argentinische Steak das Beste auf Erden ist. Bei Don Ernesto in San Telmo (Carlos Calvo 375 Buenos Aires, Telefon 11 4307 6927 )wird man als Gast freundlich behandelt und liebevoll bekocht. Die Frauen werden mit einem Kuss auf die Wange begrüßt und Männern verpasst der Besitzer gern auch mal eine kleine Rückenmassage.



Abgesehen von der hohen Restaurantdichte in Buenos Aires findet man an jeder Ecke kleine, nicht sehr hygienische Buden, wo man deftiges Choripan (Grobe Wurst auf einem Brötchen mit Chili- und Knoblauchöl) oder Steak vom Asado (Grill) essen kann. Die Preise bewegen sich zwischen einem und drei Euro.



Eine weitere Köstlichkeit sind Empanadas, gefüllte Teigtaschen mit Huhn, Hackfleisch, Käse oder Schinken, die in allen Bäckereien für den kleinen Hunger zwischendurch zu haben sind. Überall gibt es zudem kleine Geschäfte, die recht chaotisch wirken, in denen man aber alles von Obst über Toilettenpapier bis hin zu Bier und Wein kaufen kann.

Preise

Buenos Aires ist teurer als die ländlichen Gebiete Argentiniens, aber das Preis- Leistungsverhältnis stimmt trotzdem. Ein paar Beispiele: Ein Filetsteak mit Beilage: 5 bis 10 Euro; Ein Liter kaltes Bier vom Kiosk: 1 Euro; Eintritt in Diskotheken: 3 bis 6 Euro; Eine Metro- Fahrt: 25 Cent; Eine Busfahrt: 25 Cent; Ein einwöchiger Sprachkurs: Zwischen 60 und 150 Euro; eine Nacht in der Jugendherberge: 6-10 Euro.

Die Preise können natürlich je nach kulinarischen Ansprüchen und individuellen Vorstellungen variieren. Ich habe stets versucht bei all den Verlockungen nicht zu viel auszugeben, habe aber auch nicht an der falschen Stelle gespart, wie zum Beispiel beim Essen. Währung ist der Argentinische Peso (ARS). 4 Pesos entsprachen Anfang 2009 etwa einem Euro.

Schattenseiten

Trotz wunderschöner Seiten trifft man auch auf Elend, Umweltprobleme, Obdachlosigkeit und Alkoholismus, so wie in fast allen Megastädten unserer Welt.

Argentinien ist ein Schwellenland, in dem der Unterschied zwischen Arm und Reich vielerorts auseinander klafft. Man wird sofort als Tourist entlarvt, es mag am verwirrten Blick, dem Gang oder der Kleidung liegen. Auch wenn man es in der europäisch anmutenden Innenstadt am helllichten Tage kaum vermuten mag, so sollte man nachts bei kleinen Spaziergängen Vorsicht walten lassen. Geschichten von ausgeraubten Touristen bekommt man tagtäglich zu Ohren.

Achtung auch in der Metro (Subte)! Sogar die Ansässigen tragen ihre Rucksäcke am Bauch. Besonders vorsichtig sollte man im touristischen La Boca sein, wohin sich jeder Besucher mal verirren wird. Sobald man die Hauptstraße, auf der man sich vor Flyer verteilenden Schreihälsen nicht retten kann, verlässt, begibt man sich in Gefahr, sich sein Hab und Gut klauen zu lassen.

Als alleinreisende Frau sollte man sich von dem Machogehabe der Männer nicht einschüchtern lassen und ihnen selbstbewusst gegenüber treten, wenn sie einem „Hola guapa!“ zuhauchen. Manche Regeln sollte sich Frau aber zu Herzen nehmen: Tagsüber ist es überhaupt kein Problem sich frei zu bewegen, nachts sollte man vorsichtig sein und am besten ein Taxi nehmen, die im Vergleich zu Deutschland wirklich günstig sind.

Fine Art

Das Teatro Colón ist eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Es liegt in der Nähe der Prachtstraße 9 de Julio, ist aber wegen Umbauten momentan leider geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für 2010 geplant. Für alle, die vorhaben nächstes Jahr über den atlantischen Ozean zu fliegen: Unbedingt hingehen, ich habe nur positives über das Teatro Colón vernommen.

In Buenos Aires gibt es unzählige größere und kleinere Museen für die Kunstinteressierten unter Euch. Zwei der bekanntesten sind das Museo Nacional de Bellas Artes und das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires, in denen vor allem Werke lateinamerikanischen Ursprungs zu sehen sind.

Für Studenten ist der Eintritt oft umsonst oder liegt bei einem bis drei Euro. Also auf keinen Fall den internationalen Studentenausweis vergessen!

Unternehmen

Buenos Aires strotzt nur so vor kulturellen Angeboten, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten und alles wird man wohl nie sehen können. La Boca, das farbenfrohe Viertel, in dem man sonntags auf aufgebrachte Fußballsfans trifft, und der Plaza de Mayo stehen bei allen Besuchern hoch im Kurs.

Eine andere Touristenattraktion ist der Obelisk, das Wahrzeichen der Stadt, das auf einer der breitesten Straßen der Welt (Avenida 9 de Julio), steht. Ein Nachmittag in Recoleta lohnt sich, um auf den berühmten Friedhof (Cementiero de la Recoleta), zu gehen, auf dem unter anderem Evita Perón begraben liegt.

Für alle Tanzbegeisterten ist das Tangomekka San Telmo der richtige Ort: Es gibt viele Tanzschulen, die Tangoabende oder Einzelunterricht anbieten. Wer sich von der temperamentvollen Mentalität der Argentinier mitreißen lassen will, geht ins Stadion in La Boca, wenn die Boca Juniors spielen.

Der beste Club der Stadt

Für Drum n` Base-Freunde ist das Bahrein (Lavalle 345 Buenos Aires, Telefon 44315 2403) Dienstag abends eine gute Adresse. Man mag es als Manko oder Vorteil sehen, dass es keine Sitzmöglichkeiten gibt und man sozusagen zum Abrocken gezwungen ist. Videoprojektionen erleuchten die ekstatische Menge und internationale DJ’s sorgen dafür, dass man bis zu Tagesanbruch bleibt.

Für Fans der Live- Musik bietet der kleine Club Notorious (Avenida Callao 966 Buenos Aires, Telefon 4815 8473) Jazz- Abende. Samstags wird Bossa Nova gespielt.

Nachtlager

Für mich war die Wohnsituation in Buenos Aires eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich auf meiner Reise machte. Hotel Carly (Humberto Primo 466 Buenos Aires, Telefon 4361 7710) liegt im historischen Stadtkern, San Telmo, und beherbergt eben nicht nur Backpacker, sondern wahre Argentinier: Künstler, Schauspieler und undurchsichtige Menschen. Nach einigen Tagen waren wir eine kleine Familie, in der wir auf insgesamt vier Sprachen kommunizierten.



Wer es etwas anonymer angehen will, für den ist das Lime House (Lima 11 Buenos Aires, Telefon 4383 4561 ) in der Innenstadt eine gute Anlaufstelle. Es gibt aber überall Hostels, in denen man im Einzelzimmer oder im Schlafsaal unterkommen kann.

Für Romantiker

Die Argentinier gehen mit ihrer Verliebtheit wunderbar unverkrampft und offen um und daher findet sich vielerorts ein Plätzchen für romantische Stunden. In den Gärten von Palermo oder im Hafengebiet namens Puerto Madero lässt sich Zweisamkeit besonders gut genießen.



Shop till you drop

Abgesehen von der Innenstadt, zum Beispiel der Avenida Florida, gibt es Buenos Aires zahlreiche originelle Einkaufsmöglichkeiten. Jeden Sonntag findet vor dem besagten Friedhof in Recoleta ein Kunsthandwerkmarkt statt, auf dem es Ledersandalen, Schmuck und typisch argentinische Handtaschen zu bestaunen gibt.



In San Telmo kann der Souvenirjäger die besten Mitbringsel auf dem Antiquitätenmarkt erwerben, der ebenso sonntags stattfindet.

Wichtig: Preise sind verhandelbar, Touristen werden gern hinters Licht geführt!

Meet the locals

Allen Vorurteilen, die argentinischen Landsleute seien ein sehr arrogantes und stolzes Völkchen, zum Trotz, habe ich äußerst offene, interessierte und herzliche Menschen kennengelernt.

Buenos Aires hat eine sehr ausgeprägte Plazakultur. Auf den Plätzen, von denen es in der Stadt viele gibt, treffen sich Jung und Alt, um zu reden, Musik zu machen, Mate zu trinken oder einfach nur zu quatschen. Gerade um die Sprachbarriere zu überwinden, ist die ungezwungene Atmosphäre auf den Plazas eine super Möglichkeit.

Mein persönlicher Favorit: Plaza Dorrego an der Ecke Defensa- Humberto Primo.

Die Tippgeberin

Friederike- Zoë Grasshoff (23) hat einen Monat in Buenos Aires verbracht, um vor ihrer Südamerikareise einen Sprachkurs zu machen- und die Stadt lieben gelernt.

Mehr dazu:


Weitere Informationen zu Buenos Aires:

 

Weitere Großstadtgeheimtipps

 

Foto-Galerie: Friederike Grasshoff

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