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Neueröffnung: Das Kreuzeck in der Wiehre bietet österreichisch angehauchte Küche

Anika Maldacker

Vor einem Jahr eröffneten zwei Freiburger das Mamahé Bowls in Freiburg. Nun starten sie zu dritt im früheren Johann in der Wiehre ein neues Gastro-Projekt: das Kreuzeck mit österreichisch angehauchter Küche.

Der Standort

Manchmal muss einfach das Timing stimmen: Bei Max Mauthe, Henrik Everding und Niklas Schaeffer hat es gepasst, als sie kurz nach dem Corona-Lockdown erfahren haben, dass das Restaurant "Johann" in der Freiburger Wiehre nicht mehr öffnet. Dann griff Max Mauthe zum Hörer, rief bei den früheren Gastwirten an und fragte, ob es schon eine Nachfolge gebe. Die war nicht in Sicht. Im Juli sah sich das Trio die Räume in der Johann-von-Weerth-Straße an. Am 13. September eröffneten sie das "Kreuzeck" in dem Traditionsgasthaus, das die Familie Feierling-Rombach verpachtet. "Es hat uns schon immer gereizt, eine deftigere Küche auszuprobieren", sagt der 33-jährige Max Mauthe. Und als sich die Gelegenheit bot, die Räume des früheren "Johann" zu übernehmen, zögerten sie nicht. "Solche Räume sind nicht sehr oft frei und verfügbar", sagt Max.

Damit vergrößern die Drei ihren gastronomischen Wirkungskreis – denn vor weniger als einem Jahr haben sie das Mamahé Bowls im Bermudadreieck eröffnet. Am 10. Oktober 2019 ging das kleine Restaurant, in dem frische und gesunde Zutaten in Bowls für Frühstück und Mittag angeboten werden, an den Start. Das Kreuzeck haben sie bewusst ohne viel Werbung und Social-Media-Präsenz eröffnet. Trotzdem seien an dem ersten Tag rund 80 Leute gekommen. "Wir sind zufrieden", sagt der 35-jährige Henrik Everding.

Das Ambiente

Hell, offen, gemütlich: Das Kreuzeck besteht aus einem großen Raum. Eine lange Eckbank zieht sich an der Wand entlang. Die rotkarierten und geblümten Kissen verleihen Alpen-Charme, die Namensgebung nach einem Berg bei Garmisch-Partenkirchen unterstreicht das. "Der Flair soll locker und ungezwungen sein, die Gastfreundschaft bayerisch und das Essen hat einen österreichischen Touch", erklärt Max. Es könne aber auch mal HipHop-Musik laufen. Man merkt, dass die drei Betreiber diesen Raum sehr schätzen. Schon vor rund zwei Jahren, als das Vorgänger-Restaurant des "Johann" – das "Mondo" – geschlossen hatte, und das Objekt zu haben war, überlegten sich Max und Henrik, an der Ecke Johann-von-Werth-Straße und Reiterstraße das Kreuzeck zu eröffnen.

Die Betreiber

Max Mauthe und Henrik Everding kennt man aus dem Mamahé im Bermudadreieck. Dort stehen sie oft selbst hinter der Theke und mischen Salat, Edamame und Avocado in Bowls. Niklas Schaeffer, der das Inhaber-Trio im Kreuzeck komplettiert, ist zwar nicht neu im Team, aber neu als Gesellschafter. Im Mamahé ist er der Mastermind hinter den frischen Zutaten, die in jeder Bowl landeten.

Die Drei haben sich im Restaurant Kybfelsen kennengelernt, in dem alle zeitversetzt beschäftigt waren. Max und Henrik haben schon im Schlosscafé auf dem Lorettoberg zusammen gearbeitet, wo Henrik Küchenchef war. Max, der eine Piloten-Ausbildung absolviert hat, hat zuvor das Kiosk im Lorettobad geführt. Mit dem Kreuzeck wollten die beiden auch dem Küchenprofi Niklas mehr Gelegenheit bieten, sich kulinarisch mit seinem Küchenteam auszuprobieren. Rund 10 Festangestellte und einige Mini-Jobber arbeiten im neuen Eckrestaurant. Das Team sucht aber noch einen Koch oder eine Köchin, der oder die ins Team passt. Denn eine gute Arbeitsatmosphäre ist den drei wichtig. "Es ist keine Voraussetzung, dass die Person eine Ausbildung absolviert hat", sagt Niklas. Wichtig sei die Motivation zu lernen und sich nicht in festgefahrenen Strukturen zu bewegen.

Das Konzept

"Geiles Essen in lockerer Atmosphäre": So beschreiben Niklas und Max das Kreuzeck. Ihr Credo: Eine kleine Karte, die es ermöglicht, alles selbst herzustellen und die Gerichte in Top-Qualität und schnell zu servieren. Ihnen ist Regionalität und Nachhaltigkeit wichtig. Das Fleisch kommt beispielsweise von der Metzgerei Kaltenbach, die Produkte größtenteils aus der Region. Neben einer kleinen, aber feinen Abendkarte gibt es auch einen täglich wechselnden Mittagstisch, der zwischen 9,50 und 10,90 Euro kostet.

Den kulinarischen Hut hat Niklas Schaeffer auf. Der 28-Jährige hat vor der Zeit im Mamahé in Saarlouis in einem Sterne-Restaurant gekocht und zuvor Physik und Mathe studiert. Nun wacht er am sogenannten "Pass", dem Ort in der Küche, wo das Essen angerichtet wird bevor es zum Gast kommt, darüber, ob die Gericht seinen Ansprüchen genügen. Vorher bereitete er in der Küche im Keller des Mamahé die Zutaten für die Bowls vor. Nun wird dieser Schritt in die Kreuzeck-Küche verlegt.

Speisen & Getränke

Das Kreuzeck bietet alpine, bodenständige Küche mit einem Touch Österreich – und dem gewissen Extra. Denn den drei Gastronomen ist zwar eine gewisse Bodenständigkeit und Ungezwungenheit wichtig, aber ein wenig Extravaganz darf eben auch nicht fehlen. Das Natur-Kalbsschnitzel ist mit Calvados flambiert, die Kasspätzle gibt’s mit Schlagobers und das Entrecôte von der deutschen Färse mit Café de Paris Butter.

Neben dem Kalbsschnitzel empfehlen Niklas und Max die Carbonara mit Guanciale, Pecorino Romano, Eigelb und schwarzem Pfeffer für 9 Euro. Oder für die Vegetarier die Kasspätzle für 11 Euro oder die veganen Spinatknödel mit Pilzen und Wurzelgemüse für 12 Euro. Die Fleischgerichte bewegen sich in der Preisspanne zwischen 14 und 21 Euro. Als Nachtisch legen die beiden den Kaiserschmarrn, den es für zwei Personen gibt, ans Herz.

Auf die Weinkarte ist Max besonders stolz. 57 Positionen aus der Region, aus Rheinhessen, aus Österreich, aus Südtirol und aus dem Burgund stehen drauf – gerade die Regionalen kennt man aus den verschiedenen Weinführern. Die Betreiber haben sich bewusst gegen Viertele entschieden, sondern schenken Offene Weine im Glas und ganze Flaschen aus.
Öffnungszeiten:

Do-Mo 12-23 Uhr
Di & Mi Ruhetag
Warme Küche: 12-14.30 Uhr, 18-21.30 Uhr

Adresse:

Johann-von-Weerth-Straße 9
79100 Freiburg im Breisgau