Unverpackt

Die "Glaskiste" eröffnet eine zweite Filiale in Herdern

Alexander Schneider

Die Inhaber des Unverpackt-Ladens "Glaskiste" im Sedanquartier haben einen neuen Laden in Freiburg-Herdern eröffnet. Wo vor kurzem noch der Bioladen Verde war, soll bald alles unverpackt verkauft werden.

Seit Mai 2019 hat Björn Zacharias, einer der Geschäftsführer der Glaskiste im Freiburger Sedanquartier, den Bioladen Verde in Herdern in der Habsburgerstraße übernommen. Aber erst jetzt soll der ehemalige Bioladen nach und nach zum Unverpackt-Laden wie an der Moltkestraße werden. "Primär um die Arbeitsplätze zu sichern und das Geschäft dann sukzessiv zu einem Unverpackt-Laden umzubauen ", sagt er. Bisher lief der Bioladen wie gehabt. Der Besitzer will es erstmal langsam angehen und das Sortiment nach und nach erweitern.


Das Konzept

In dem Unverpackt-Laden "Glaskiste" im Sedanquartier kann man sich die Produkte wie Reis, Bohnen oder Nüsse in selbst mitgebrachte Behältnisse füllen. Auch für Spontaneinkäufer gibt es eine Lösung: Im Geschäft kann man Behälter kaufen. Die Intention dahinter sei es, Plastikmüll zu vermeiden und die Umwelt nicht unnötig zu belasten, sagt Björn Zacharias. Die Behälter werden vorab abgewogen, an der Kasse wird dann nur die Füllmenge abkassiert. Neben Lebensmitteln gibt es auch Hygieneartikel. Björn Zacharias ist sich noch nicht sicher, wie das Angebot in dem neuen Laden in Herdern aussehen soll: "Es wird Abstriche geben, aber dafür werden auch Artikel angeboten, die es in der Glaskiste nicht gibt". Auch wie das neue Geschäft heißen wird, sei noch offen.

Bisher noch ein Nullsummenspiel

"Bei der Glaskiste gab es drei Säulen, die das Projekt stützten: Crowdfunding, Eigenkapital und Kredite. Den neuen Laden können wir vollständig aus den Einnahmen der Glaskiste am Laufen halten", sagt er. Das Ziel sei es erstmal, dass der neue Laden genau so viel Geld erwirtschaftet, wie in diesen hineinfließt. "Wir müssen darauf achten, dass das alles nicht dauerhaft im Minus ist. Aktuell kommen wir vom Profit auf ungefähr plus minus Null", sagt er. Langfristig soll das Geschäft natürlich profitabel werden.

Die Geschäftsführung des Glaskisten-Teams hat sich im Laufe der Zeit geändert. Björn Zacharias, Adrian Dell'Aquila und Lisa Schairer starteten gemeinsam das Projekt "Glaskiste" im April 2017 – seit April 2019 ist Adrian nicht mehr Teil der Geschäftsführung. Die drei Unternehmer hätten verschiedene Visionen gehabt wie es in Zukunft weiter gehen sollte. "Im Gründerteam hat die Harmonie nicht mehr gestimmt und wir haben gesagt, wir müssen einfach getrennte Wege gehen", sagt Zacharias. Lisa Schairer und Björn Zacharias sind weiterhin gemeinsame Geschäftsführer der Glaskiste.

Den Bioladen "Verde" hat Björn Zacharias vorerst allein übernommen, aber der Plan sei es, dass Lisa Schairer Mitte des Jahres auch Geschäftsführerin dort werde. Die Entscheidung den neuen Unverpackt-Laden in der Habsburgerstraße zu eröffnen, wäre spontan gekommen, sagt Björn. "Die Möglichkeit hat sich hier geboten, da die alten Inhaber in Rente gegangen sind", sagt er. Alle anderen Mitarbeiter wären übernommen worden und die Konditionen wären so angepasst worden, dass sie sogar etwas mehr verdienen würden, sagt er.

Immer mehr Unverpackt-Läden

Die Kunden der Glaskiste würden regelmäßig fragen, wann den in ihrem Stadtteil, eine neue Filiale eröffnen würde, erzählt Björn. "Um sich weiter vergrößern zu können, müssen natürlich die Gegebenheiten und die Umgebung stimmen. Aber das Ziel der Glaskiste, ist es nicht, möglichst viel Profit zu machen und so viele Filialen wie möglich zu eröffnen. Aber je nachdem wie das Geschäft läuft, möchte ich es nicht ganz ausschließen, dass es etwas Neues gibt." Aktuell läuft das Geschäft weit über ihren Erwartungen, erzählt er. "Pro Tag haben wir 400 bis 450 Kunden in der Glaskiste und das Feedback ist durchweg positiv", sagt er.

Die Kundschaft sei breitgefächert, aber die kaufkräftigsten Kunden wären Familien mit Kindern. Ein Kritikpunkt, der hin und wieder angesprochen wird, sei der Preis, erzählt er. Auf die Frage ob man Niedrigverdiener entlasten könne, antwortet Björn:"In der Glaskiste haben wir einen zehnprozentigen Rabatt auf Lebensmittel für Studierende. Es wird irgendwann eine Möglichkeit geben, um nicht nur Studierende mit wenig Geld zu entlasten."

Aktuell gibt es immer mehr Unverpackt-Läden in Deutschland und große Ketten würden auch damit anfangen Unverpackt-Stationen zu errichten, sagt Björn. "So langsam sondiert sich das Feld und wir müssen sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt", meint er. Björn steht der Konkurrenz an Unverpackt-Stationen in Freiburg generell positiv gegenüber, da dadurch das Konzept "unverpackt" weiterverbreitet würde, aber er findet:"Es gibt im Moment noch einen Unterschied zwischen uns und der Konkurrenz."