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Die Cupcakes von "Princess Punkcakes" knallen wie eine Punker-Frisur

Sarah Rondot

Hannah Matheis experimentiert schon seit sie denken kann in der Küche. Mit ihren "Princess Punkcakes" sticht die gelernte Krankenschwester aus der Masse der rosaroten Törtchen hervor.

Apfel und Whisky oder Bier und Bacon. Keine Zutaten, die man in einem Cupcake erwarten würde. Denn die Muffins sind meist in rosa-pastell Tönen gehalten und haben ein eindeutiges Image: Mädchenhaft und niedlich. Hannah Matheis rebelliert mit ihren "Princess Punkcakes" gegen das unschuldige Klischee der süßen Törtchen. Ihre Cupcakes haben Frostings, die knallen sollen, wie die Haare eines Punkers. "Ein bisschen niedlich dürfen sie aber auch sein, deswegen das ´Princess´ im Namen."

Die gebürtige Freiburgerin hat schon immer gerne gebacken. "Mit sieben Jahren habe ich in der Küche gestanden und experimentiert", erinnert sie sich. Heute, mit 29 Jahren, ist die Freude, die sie Anderen mit ihren Leckereien macht, immer noch ihre größte Motivation. Nach einer Kindheit in Neuenburg am Rhein zog Hannah nach der Schule für eine Ausbildung als Gesundheits-und Krankenpflegerin zurück nach Freiburg. Zunächst hat sie im Krankenhaus gearbeitet, dann in einem ambulanten Pflegedienst, bis sie 2018 mit ihrem ersten Sohn schwanger wurde. "In diesem Beruf darf man wegen des Gesundheitsrisikos schwanger nicht arbeiten", erklärt Hannah, "deswegen hatte ich viel mehr Zeit zu backen."

Im Pub konnte sie mit Princess Punkcakes starten

Ihre Begeisterung für Cupcakes war bereits geweckt, "allerdings waren mir die meisten Cupcakes zu langweilig, nur mit Schoko, Vanille und Beeren und dazu die Buttercreme, die wie ein Klotz im Magen liegt." Hannah wollte das geschmacklich besser machen und begann in ihrer Küche neue Rezepte zu probieren. "Princess Punkcakes" stand in den Startlöchern, als Hannah die Möglichkeit bekommen hat, einmal die Woche in der Küche des O'Kellys Irish Pub zu backen und die Cupcakes dort zu verkaufen. Hannah wollte eine Möglichkeit finden, ihre Cupcakes professionell anzubieten. Denn in der heimischen Küche zu produzieren fiel schon wegen der Hygienevorgaben weg. "Für mich kam aber auch nicht in Frage, eine volle Ausbildung als Konditor zu machen. Ich wollte ja nur Cupcakes backen."



Hannah hat einen Weg gefunden: Sie hat sich bei der Handelskammer informiert und die Möglichkeit einer Teilprüfung entdeckt. "Dafür kam tatsächlich ein Prüfer zu mir nach Hause und hat mein Können getestet." Sind die Haare zurückgebunden? Wird die Kühlkette eingehalten? Werden die Zutaten in der richtigen Reihenfolge hinzugegeben? "Und den Löffel darf man natürlich auch nicht abschlecken", lacht Hannah. Nach bestandener Prüfung hat sie mit "Princess Punkcakes" ein Kleingewerbe angemeldet. Es fehlte nur noch ein Ort, an dem sie ihre Törtchen produzieren konnte. Hannahs Schwester Maike schaltet sich ein, die angehende Lehrerin fotografiert Hannahs Cupcakes für Instagram. "Ich habe meine Verbindungen genutzt", sagt sie. Durch einen Nebenjob in der Mensa der AOK hat Maike organisiert, dass Hannah in der Industrieküche dort backen darf.

26 verschiedene Cupcake-Sorten gibt es

Jetzt war es Hannah, die ihre alten Kontakte genutzt hat, denn die Chefin des O´Kellys, Sarah Lambe, führt mittlerweile auch "Oscar Wilde's Irish Pub & Café". Dorthin liefert Hannah nun einmal die Woche ihre Cupcakes, wenn das Café nicht aus Corona-Gründen die Pforten geschlossen hat. "Bei der Auswahl der Cupcakes bin ich komplett frei", sagt Hannah. "Mittlerweile habe ich 26 Sorten entwickelt, dabei achte ich auch darauf, saisonale Zutaten zu verwenden." Ihre Cupcakes haben verspielte Namen wie "Junky Peanut", "Bananarama" oder "Miss Minderheit", ein komplett veganer Cupcake. Auch fünf andere Sorten bietet Hannah als vegane Alternative an. Ihr persönlicher Lieblings-Cupcake ist "Adams Bite", ein Apfel-Whisky Cupcake mit Mascarpone Frosting und einem Schuss Whisky. Hannahs Schwester schwört auf die Schoko-Cupcakes, "aber bevor ich Vegetarierin geworden bin, habe ich den süß-salzigen Cupcake mit Bacon und Bier geliebt."
fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde zwei Mal zwei Cupcakes von "Princess Punkcakes". Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "Princess Punkcakes" an gewinnen@fudder.de. Die Gewinner werden weitergeleitet und können dann Cupcakes bestellen.

Sollten zu wenige Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Kalender unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist Mittwoch, 30. Dezember um 12 Uhr. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt.

Hannahs Frostings bestehen aus Frischkäsebuttercreme, Mascarpone oder haben eine feine Baiser Haube. Für 20 Cupcakes braucht Hannah zwei bis drei Stunden. "Wenn die Kinder betreut werden", wirft Maike ein. Zwischen den beiden Lockdowns hat Hannah mit dem Restaurant "Veggie-Liebe" und dem "Café Abendrot" Kontakt aufgenommen, doch durch den zweiten Lockdown wurden diese Verhandlungen unterbrochen. Kalt ist der Ofen trotzdem nicht geworden, denn Hannah hat eine Aktion von Katrin Geisthövel, Inhaberin des Cafés "Liebes Bisschen", unterstützt. Das Café hat Intensivstationen der Freiburger Krankenhäuser mit kulinarischen Spenden versorgt. "Dafür habe ich etwa 180 Cupcakes gebacken, die wir dann an die Intensivstationen geliefert haben." Zu diesem Zeitpunkt war Hannah im achten Monat mit ihrem zweiten Kind schwanger. Doch weil sie selbst Krankenschwester ist, weiß sie, "Klatschen allein reicht da nicht". Die Schwestern überlegen, vielleicht auch diesen Lockdown für die Intensivstationen zu backen.



Die Beiden hoffen, dass Hannahs Cupcakes nach der Corona-Zeit auch in anderen Cafés verkauft werden. "Ich nehmen aber auch private Bestellungen an", sagt Hannah. Dafür könne man sie über ihre Website oder Instagram kontaktieren. Für die Weihnachtszeit hat Hannah einen Glühwein-Cupcake entwickelt, knallgrün thront ein Weihnachtsbaum auf dem kleinen Törtchen. Ob Hannah je genug von ihren Cupcakes bekommt? "Oft esse ich gar nicht so viele ", sagt sie, "Nur die, die nicht so schön geworden sind." Aber als erstes müssten die Cupcakes ihr schmecken, dann dürfen Familie und Freunde probieren. "Manche sagen zu süß, mache wollen mehr Zucker", meistens bleibe es beim Ursprungsrezept.
  • Princess Punkcakes: Web
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