El Purica

Costa-ricanischen Kaffee gibt’s jetzt zum Probieren auf dem Münstermarkt

Angelina Klee

Aus dem kleinen Holzstand ist ein Foodtruck geworden: Nora und Andrés Guevara Chaves verkaufen auf dem Münstermarkt Kaffee aus Costa Rica. Jetzt kann man ihn bei "El Purica" direkt vor Ort probieren.

Die Inhaber

Nora und Andrés, beide 34 und wohnhaft in Au, liegt der faire Handel mit Kaffee am Herzen – das merkt man sofort, wenn man mit ihnen spricht. Andrés hat früher als Lebensmitteltechnologe gearbeitet, Nora in der Wirtschaft. Beide haben Marktforschung zu Reis und Kaffee in Costa Rica für verschiedene Firmen betrieben. Irgendwann haben sie sich entschlossen, unter ihrer eigenen Marke El Purica fairen Kaffee zu verkaufen.

Bis vor Kurzem hatten beide noch einen kleinen rot-weiß gestreiften Verkaufsstand aus Holz, hinter dem sie ihren Kaffee auf dem Münstermarkt und auf umliegenden Märkten verkauft haben. Doch seit Anfang Juli stehen die beiden in ihrem eigenen Kaffeestand. "Jetzt kochen wir unseren Kaffee direkt vor Ort in unserer kleinen Kaffeebar, so können die Menschen erstmal probieren und den Kaffee danach direkt mitnehmen", sagt Nora. Das Konzept überzeugt: "Die Menschen sind positiv überrascht. Unsere Stammkunden sind auch schon hergekommen und haben uns gratuliert", sagt Nora.

Das Ehepaar hat sich im April bei der Ausschreibung für einen Stand auf dem Münstermarkt bei der FWTM beworben (Freiburg Wirtschaft Touristik & Messe GmbH & Co. KG) – und gewonnen. "Bedingung der Bewerbung war, dass wir einen Foodtruck, also einen Kaffeestand haben, und den hatten wir", erzählt Nora. Auf die Frage hin, was sie gemacht hätten, wenn sie den Platz nicht gewonnen hätten, antwortet Andrés kurz mit "Dann hätten wir geweint".

Der Kaffee

Kaffee wird wie Öl an der Börse gehandelt, weshalb der Preis pro Pfund meist unter einem Euro liegt. Da hier am Ende sehr wenig für die Erzeuger rauskommt, beziehen Nora und Andrés ihre Kaffeebohnen direkt von Farmern, die sie persönlich kennen. "Die Farmer sind gleichzeitig unsere Freunde", sagt Andrés. "Wir verkaufen Spezialitätenkaffee", sagt Nora. Der Spezialitätenkaffee wird von Sensorikern, also jenen, die Lebensmittelprüfungen durchführen, nach Vorgaben der Specialty Coffee Association bewertet. Nur, wenn ein Kaffee mindestens 80 von 100 Punkten erhält, darf er sich Spezialitätenkaffee nennen.

Zum Beispiel darf ein Kaffee keine Quaker-Bohnen enthalten, das sind unreife Bohnen. "Unser Kaffee wird von Hand gepflückt, weshalb auch nur die reifen und keine unreifen Bohnen verarbeitet werden", sagt Anna. Große Kaffeehersteller setzen oft auf Kaffee-Vollernter bei der Ernte. Diese Maschine pflückt alle Früchte vom Baum, egal ob reif oder nicht. Die Pflücker hingegen nicht, die holen nur reife Früchte herunter, was den Spezialitätenkaffee unter anderem auch ausmacht. Andrés röstet die Kaffeebohnen selbst in seiner Rösterei in Waldkirch.

Nachhaltigkeit

"Nachhaltigkeit bedeutet wirtschaftlich, ökologisch und sozial fair zu handeln", sagt Nora. Die beiden betreiben Direkthandel mit ihren Farmern. Sie besuchen die Kaffeebauern auf deren Plantagen und suchen vor Ort die Bohnen aus. Das führt zu den fairen Preisen, die die beiden an die Farmer bezahlen. Nora und Andrés Kaffee ist nicht nur Fair sondern auch Transparent Trade Coffees, das bedeutet, dass die beiden den Preis veröffentlichen, den sie an die Farmer für den Rohkaffee bezahlen.

"Wir achten auch sehr auf Zero Waste", sagt Andrés. Wer bei ihnen einen Kaffee trinkt, bekommt ihn entweder To-Go in einem Freiburg-Cup oder vor Ort in Porzellantassen. Den Kaffee verkaufen sie entweder abgepackt in recycle barem Papier ohne Alu oder in genauso umweltfreundlichen Dosen. Wer die Dose wieder mitbringt, wenn die Bohnen leer sind, kann sich diese wieder befüllen lassen oder man bringt seinen eigenen Behälter mit. Um noch mehr Müll zu vermeiden, füllen die beiden Kaffee auch in die eigenen Behälter der Kunden ab.

Die Milch, die sie verwenden, ist aus der Region. Die Möglichkeit, laktosefreie Milch zu bekommen besteht, genauso bieten sie für alle, die keine Kuhmilch trinken, Hafermilch an.

Der Preis

Den El Purica Kaffee kaufen die beiden bei den Kaffeebauern zum zwei- bis dreifachen – manchmal sogar noch höheren – Weltmarktpreis ein. Das unverpackte Kilo starten bei Nora und Andrés bei 22 Euro. "Trotzdem geben wir die höheren Einkaufskosten nicht komplett an unsere Kunden weiter", sagt Nora. Mit dem El Purica Kaffee von den beiden bekommt man Qualität auf höchstem Niveau und braucht kein schlechtes Gewissen gegenüber dem Farmer in Costa Rica haben – denn der wird von den beiden fair bezahlt, so dass wirklich alle Parteien am Ende glücklich sind.

Hier gibt es El Purica Kaffee:

Von Montag bis Samstag auf dem Freiburger Münstermarkt, im Tee & Tasse in Kirchzarten, im Yeppa Yeppa, im Café im Bad in Merzhausen und im Online-Shop

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