Label "Faix-Design"

Anna-Lena Faix designt nachhaltige Rucksäcke in Gundelfingen

Sarah Rondot

Sie hat Modedesign in Trier studiert, in Frankfurt und Hannover gearbeitet und hat jetzt ihr eigenes Label in Gundelfingen: Anna-Lena Faix designt für "Faix-Design" Rucksäcke mit transparenten Elementen aus recycelbaren Materialien.

"Da kann man ja alles durchsehen", sagen manche, wenn sie die Rucksäcke von Anna-Lena Faix zum ersten Mal sehen. "Aber genau das ist ja das Besondere daran", antwortet die junge Designerin, die ursprünglich aus Freiburg kommt, dann. Die Faszination für transparente Materialien hat Anna-Lena schon während ihres Modedesignstudiums in Trier entdeckt. "Da war das sogar das Thema meiner Bachelor-Arbeit", erzählt die junge Frau, während sie an ihrem Küchentisch in einer hellen Wohnung in Gundelfingen sitzt. Damals hat sie eine Kollektion transparenter Kleidung entworfen.


Rucksäcke mit transparenten Elementen

"Aber das ist ja im Alltag nicht so tragbar", lacht sie. Nach dem Studium arbeitete sie zuerst bei einem Modelabel in Hannover, dann in Frankfurt. Dort war es auch, wo Anna-Lena ihren Traum von der Selbstständigkeit mit "Faix Design" wahr machte. "Denn das Schönste am Designen ist es, die eigenen Ideen zu verwirklichen." Einfach sei es nicht gewesen, erzählt Anna-Lena, wenn sie auf ihre Zeit in Frankfurt zurückschaut. "Ich hatte ein kleines Atelier in einem sehr günstigen Atelier-Haus. Und abends habe ich in der Oper und im Theater bei den Kostümen mitgeholfen."

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Doch ihre Idee stand fest. Anna-Lena wollte Rucksäcke mit transparenten Elementen aus recycelbaren Materialien entwickeln. Drei Jahre später sitzt sie in ihrer neuen Wohnung in Gundelfingen, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann und einem dreijährigen Sohn lebt. Hier zeigt sie den Rucksack, den sie in mehreren Schritten entwickelt hat. Die Vorderseite ist transparent, innen gibt es ein Extra-Fach für den Laptop. "Der ganze Backpack besteht aus 90 Prozent recyceltem Plastik aus den Meeren und zu 10 Prozent recycelbarer Folie".

Nachhaltige Produktionskette

Doch welche Schritte stecken zwischen Anna-Lenas Idee und dem fertigen "Invisible Shell"-Rucksack? "Ich überlege mir als erstes, welche Materialien ich verwenden will, also in diesem Fall recycelbares Gewebe und transparente Folie." Danach zeichnet Anna-Lena einen ersten Entwurf. Weil sie die Produktionskette nachhaltig gestalten will, steckt sie viel Zeit in die Recherche. Es dauert eine Weile, bis man zum Beispiel einen Zulieferer für recycelbares Plastik aus dem Ozean für das Gewebe findet. "Ich lege auch Wert auf die Kleinigkeiten, zum Beispiel darauf, dass die Gurtbänder aus hundertprozentiger Baumwolle sind."
Anna-Lena Faix

Website: faix-design.com/about

Instagram: @faixdesign

Eine Fabrik, die die Rucksäcke näht, haben Anna-Lena und ihr Mann während ihrer Elternzeit in Portugal gefunden. Ihr Mann unterstützt Anna-Lena bei allen Entscheidungen rund um Faix-Design. "Außerdem haben wir ein richtiges Freundschaftsnetzwerk", erzählt Anna-Lena, das reicht von der Grafikdesignerin und dem Fotografen bis zu einer Studienfreundin aus Madrid, die die englischen Werbetexte schreibt. Wenn Anna-Lena alle Materialien zusammen hat, näht sie selbst Prototypen, die dann an die Fabrik in Portugal geschickt werden.

Corona bringt einen Rückschlag

"Meine Freunde tragen die Rucksäcke immer Probe", erklärt Anna-Lena. "Sie geben dann Feedback, ob beispielsweise das Rückenpolster die richtige Dicke hat." Normalerweise kommen dann die fertigen Rucksäcke bei Anna-Lena an. Doch diesmal hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Fabrik in Portugal ist pleite gegangen und konnte nicht mehr produzieren. Das war ein Rückschlag, denn in diesem Jahr war es nicht einfach, eine neue Produktionsfirma zu finden.

In der Zwischenzeit hat Anna-Lena unzählige Masken genäht und auch die kleineren "Belt Bags", Taschen, die man um den Bauch oder quer über die Brust tragen kann, sind unter ihrer Nähmaschine durchgerattert. "Doch wir haben eine neue Fabrik gefunden und es war toll, den Rucksack jetzt endlich in der Hand zu haben." Anna-Lenas Nähmaschine steht auch jetzt nicht still, gerade entwickelt sie einen nachhaltigen Kinderrucksack. "Den trägt mein Sohn gerade Probe." Sie ist gespannt, wie sein Feedback aussehen wird.

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