Nachbericht

Wie war´s beim ... Vortrag von Eckart von Hirschhausen im Paulussaal?

Esther Bauer

Der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen sprach am Montagnachmittag über die Klimakrise und Medizin. Dabei kamen die wissenschaftlichen Hintergründe und der Humor nicht zu kurz und sorgten für Aha-Erlebnisse für das Publikum im vollen Paulussaal.

Die Veranstaltung

Die Fahrradschlange, die sich kurz vor Veranstaltungsbeginn vor dem Paulussaal gebildet hat, deutet schon darauf hin, dass dort etwas Besonderes stattfindet. Die Offene Fachschaft Medizin hat den Vortrag von Eckart von Hirschhausen organisiert, dessen Erlös aus den Eintrittsgeldern an die Stiftung Humor Hilft Heilen gespendet wird.

Der Vortrag

Eckart von Hirschhausen, der sich selbst bei "Scientists for Future" engagiert, spricht über das mittlerweile bekannte Bild, dass die Erde Fieber hat und wir etwas dagegen unternehmen müssen. Seinen Vortrag gestaltet er vorlesungsartig mit Folien und Infografiken, um zu zeigen, wie der Klimawandel mit Medizin zusammenhängt und welche Schritte schon gegangen wurden und was noch getan werden muss.

Doch schon bald wird deutlich: Dieser Vortrag hat nur wenig mit einer Vorlesung gemeinsam: Interaktiv und lustig gestaltet von Hirschhausen die zwei Stunden, ohne dabei die Fakten aus den Augen zu verlieren.

Laut von Hirschhausen beeinflusst und beeinträchtigt der Klimawandel unsere mentale Gesundheit, wie beispielsweise durch die steigenden Temperaturen. Aber auch sonstige Probleme, wie der menschengemachte Klimawandel, wie zum Beispiel die Erwärmung der Meere werden angesprochen. Jedoch soll der Vortrag nicht zur Schwarzmalerei dienen, sondern viel eher die Menschen zum Handeln aufrufen und dabei Hoffnung für die Zukunft schaffen.

So überlässt von Hirschhausen nach einer Einführung den Wirtschaftswissenschaftsstudenten David Nelles und Christian Serrer die Bühne, die ihr Buch "Kleine Gase – Große Wirkung" vorstellen. Dieses erklärt den Klimawandel auf eine einfach verständliche Art. Eine weitere Aktion, die Hoffnung macht, ist der spontane Aufruf für Mitwirkende an einer Ortsgruppe für "Health for Future", für die sich direkt mehrere Personen aus dem Publikum melden.

Außerdem spricht von Hirschhausen auch die politische Dimension des Klimawandels an. So werden häufig die wissenschaftlichen Erkenntnisse geleugnet und die Rhetorik von diesen Leugnern kann in öffentlichen Diskussionen oft geschickt angewendet werden, um Personen zu überzeugen. Der klare Appell an das Publikum ist, dass wir alle dazu aufgefordert sind, im Kampf gegen den Klimawandel aktiv zu werden. Eckart von Hirschhausen schließt mit dem Mut machenden Statement, dass mit Technologie und Demokratie die notwendigen Veränderungen erreicht werden können.

Trotz der Handlungsaufforderung grenzt Hirschhausen sich jedoch deutlich von Protesten, wie zum Beispiel Extinction Rebellion ab, da diese durch die Proteste Ablehnung in der Bevölkerung erreichen würden. Er argumentiert, dass ein Wandel in der Politik nur durch das öffentliche Aufmerksamkeiterregen gelingen kann und dass diese Proteste, die Ablehnung hervorrufen, nicht zum Erfolg leiten.

Das Publikum

Obwohl Eckart von Hirschhausen zu Beginn schmunzelnd anmerkt, dass ein Vortrag zu Thema Klimawandel in Freiburg wie Eulen nach Athen tragen sei, zeigte der voll besetzte Paulussaal das große Interesse der Freiburger: Die Spanne reichte vom Baby, das von Hirschhausen kurzerhand als Symbol für die kommende Generation genommen wurde, über eine große Mehrheit von Medizinstudierenden bis hin zu Professoren.

Die Stimmung

Trotz des ernsten Themas, das oft mit einer Vorwurfshaltung präsentiert wird, gelingt es von Hirschhausen, die Zuhörer mitzunehmen und sorgt für die von ihm gewünschten Momente, die dem Publikum die Augen öffnen. Durch Humor, Schlagfertigkeit und Interaktion mit dem Publikum sorgt er dafür, dass man nicht wie bei einer typischen Vorlesung direkt abschaltet, sondern interessiert bis zum Ende dabeibleibt. Obwohl der Vortrag auf eine komödiantische Art und Weise gestaltet ist, wird das Thema nicht ins Lächerliche gezogen, sondern nicht zu verbissen angegangen.

Fazit

Der Vortrag von Eckart von Hirschhausen über den Klimawandel und Medizin öffnet die Augen und appelliert an alle, sich mit der Klimakrise auseinanderzusetzen. Durch die Präsentation von Handlungsmöglichkeiten und was bereits unternommen wird, verringert dieser Vortrag das Ohnmachtsgefühl und lässt das begeisterte Publikum mit Tatendrang zurück.