Kochkurs

Wie war’s bei… Mirai & Yins Tandemkochen?

Claudia Förster Ribet

Um frischen Wind in die Studi-Küche zu bringen, zeigen die Chinesin Yin Lin und die Japanerin Mirai Matsuura beim Tandemkochen des SWFR, wie man zu Hause asiatisch kocht. fudder war dabei und hat koreanischen Bibimbap gekocht.

Das Konzept

In tiefsten Corona-Zeiten das zigste Online-Event für bildschirmüberdrüssige Studierende zu planen, war für Yin Lin vom International Club des Studierendenwerks Freiburg im Februar eine Herausforderung. Womit könnte man die zusätzliche Bildschirmzeit attraktiv machen? "Kochen muss jeder", dachte sich die 32-jährige Chinesin, "und auf die Dauer wird es langweilig, immer dasselbe zu essen". Deshalb startete sie in den vergangenen Semesterferien gemeinsam mit ihrer japanischen Kollegin Mirai Matsuura einen Online-Kochkurs, in dem sie Studierenden Rezepte aus ihrer Heimat zeigten. "Dabei geht es nicht um extravagante Gerichte, sondern darum, mit normalen Zutaten authentisch asiatisch zu kochen", sagt Yin. Das Tandemkochen war in den Semesterferien so erfolgreich, dass es nun auch im Sommersemester weitergeführt wird. Alle zwei Wochen wird abwechselnd ein chinesisches oder japanisches Gericht gekocht – immer vegetarisch, damit möglichst viele Ernährungsweisen abgedeckt sind. "Besonders schön am Online-Format ist, dass auch Studierende aus unseren Außenstellen in Offenburg oder Villingen-Schwenningen teilnehmen können", sagt Yin, "oder in den Ferien auch von der Küche der Eltern aus".

Das Gericht

Bibimbap ist eigentlich koreanisch, wird aber sowohl in Japan als auch in China oft gegessen und ist einfach zu kochen, weshalb sich Mirai und Yin für den kleinen Exkurs in die koreanische Küche entschieden. Die Reis-Bowl wird mit verschiedenem gebratenem Gemüse – beim Tandemkochen mit frischen Sojasprossen, Pilzen, Karotten und Spinat – sowie einem Spiegelei gespickt. Den charakteristischen Geschmack formt die scharfe Soße aus Chilipaste, Sojasoße, Honig und Sesamöl. Die Schritte sind einfach zu befolgen, die Zutaten fast alle in jeder Küche zu finden. Als Nachtisch gibt es einen selbstgemachten Mangopudding. Lecker!

Die Chefs de Cuisine

Etwa zehn Bildschirme sind zugeschaltet – meist mit mehreren Personen pro Küche. Mal nimmt eine WG teil, mal wurde eine Freundin zum gemeinsamen Kochen eingeladen. In den Küchen finden sich Studierende der Uni und der PH, der Medizin, Biologie, Psychologie, Zweitsemester und Masteranden. Einige haben bereits bei den früheren Terminen des Tandemkochens teilgenommen, andere sind zum ersten Mal dabei. In den WG-Küchen wird gelacht und gewitzelt, Wein getrunken, fleißig geschnippelt und ab und an der Herd gefilmt.

Die Stimmung

Gesellig, als säße man selbst mit Mirai und Yin in der Küche. Die beiden schnacken gemütlich miteinander, tauschen sich über die Essgepflogenheiten ihrer Heimatländer aus. "Waaas, ihr benutzt nur diese Mini-Messbecher?!", hört man da, oder "doch doch, bei uns in China kauft man oft japanischen Reis!". Mirai und Yin geben kuriose Einblicke in die asiatische Esskultur und scherzen darüber, wie skurril sie das kalte deutsche Abendbrot anfangs fanden. Nebenbei geben sie Anweisungen, Karotten zu hobeln oder Spinat zu blanchieren. "Auf welcher Hitze soll ich den Reis kochen?", und "also alle Zutaten separat anbraten, richtig?", fragen die Studi-Köche dazwischen. Ein bisschen chaotisch läuft der Kochabend ab, aber dafür umso sympathischer, denn: bei Mirais und Yins Tandemkochen geht es nicht um Perfektion, sondern um Spaß, Einblicke in die asiatische Esskultur und den sozialen Austausch.

Überraschend

Was hat denn Sprite auf der Zutatenliste verloren? So manch ein Teilnehmer dürfte beim Einkaufen zweimal auf den Einkaufszettel geguckt haben, denn in der uns bekannten europäischen Küche wird nicht mit Softdrinks gekocht. Das Rätsel löst sich beim Zubereiten der Soße: Die wird mit einem Schuss Sprite frischer und luftiger – ähnlich wie Crêpeteig durch Sprudel.

Nicht so überraschend

Das Stereotyp von der besonderen Beziehung eines Asiaten zu seinem Reiskocher ist weit verbreitet. Doch ist da etwas dran? Tatsächlich ist der schwierigste Part des Kochabends das Reiskochen. Was will da nicht alles beachtet werden! Erst wird der Reis – mit kaltem Wasser (!) – gewaschen. Mit dem Finger wird der Wasserstand überprüft, dann wird der Reis auf drei verschiedenen Hitzestufen verschieden lang gekocht. "Sind noch viele Bläschen auf dem Reis, oder nur noch eine große?", fragt Mirai und lässt sich von den Teilnehmenden die Kochtöpfe zeigen, um zu prüfen, ob er vom Herd genommen werden kann. Aber Vorsicht, der Deckel darf unter keinen Umständen abgehoben werden! Zum Schluss wird exploriert, ob die Oberfläche des Reises glatt ist oder ein paar Löcher hat – "dann ist der Reis perfekt", erklärt Mirai und zeigt stolz die Löcher in ihrem Reis. Für ungeübte Teilnehmende ist das Prozedere etwas verwunderlich und herausfordernd, doch der Geschmackstest zeigt: Der Aufwand lohnt sich allemal.

Fazit

Ein sehr entspannter, witziger und lehrreicher Abend mit einem leckeren, exotischen, einfachen Gericht. Eher Freundschaftsevent als perfektionistischer Elite-Kochkurs. Spannend ist, dass man neben dem Kochen etwas zur Esskultur Chinas und Japans erfährt und entspannt mit den beiden Köchinnen und den anderen Teilnehmenden schnacken kann.
Info

  • Was: Miirai & Yins Tandemkochen: Kalte Nudeln koreanische Art mit japanischem Kaffee-Pudding
  • Wann: 10. Juni 2021, 18-20 Uhr
  • Wo: Online
  • Kosten: Eintritt frei, Anmeldung bis 8. Juni an lin@swfr.de