Konzert

Wie war's bei... der Releaseparty von Tausendsassa?

Fernando Wagner

Hip-Hop, Kunstgalerie und Biolimonade. Der Freiburger Rapper Tausendsassa hat sein neues Album "Abersowasvon" veröffentlicht. Die Veranstaltung fand im Urban Record Store im Kulturaggregat statt. Wir waren mit dabei.

Der Rapper Tausendsassa hat schon an vielen Orten der Welt seine Spuren hinterlassen. Als Poetry Slammer und Kabarettist tourte Ansgar Hufnagel zusammen mit seiner Frau Cäcilia durch ganz Deutschland. In den letzten Jahren fand er zu seinem Ursprung zurück – dem HipHop. Am vergangenen Freitag war Tausendsassa, "der ungefährlichste Rapper der Welt", im Freiburger Urban Record Store im Kulturaggregat zu Gast. Umgeben von Schallplatten und teuren Kunstwerken performte Tausendsassa ein paar Lieder aus seinem neuen Album "Abersowasvon". Freunde, Bekannte und Fans feierten zu Bio-Limonade und Erdnüssen. Es war ein starker Auftritt.

Die Beats entspannt, die Stimme smooth, die Texte witzig. In manchen Liedern muss man auch mal zwischen den Zeilen lesen. Nach dem Gig ging es runter in den Keller, wo ein kleines, aber feines Kino mit Sitzkissen angeschlossen ist. Dort gab es die Weltpremiere von Tausendsassas neuem Video, das ab dem 12. Juni auf dem YouTube-Channel Herrtausendsassa zu sehen sein wird. Das Video wurde produziert von Michaela Klaehn, die auch schon mit anderen Freiburger Künstler*innen zusammenarbeitete.

Im Anschluss führte unser Autor noch ein Interview mit Tausendsassa.

Warum hältst du dich selber für den ungefährlichsten Rapper der Welt?

Tausendsassa (schmunzelt): Genau darum geht es in dem Song "Love, Peace & Unity". Eine Zeile lautet, "ich bin zu soft, ich bin zu nett, ich bin zu lieb". Ich möchte mich damit abgrenzen von der Deutschrap-Szene und ihrem Goldketten-Fetisch. Meinen Stil transportiere ich über meine Texte. Dabei ist mir Selbstironie extrem wichtig. Ich bin der Anti-Macho.

Welche Botschaften sind dir in deinen Texten wichtig?

Tausendsassa: Teilweise möchte ich mit meinen Texten zum Nachdenken anregen. So geht es im Song "Immer nie" darum, seine Gewissheiten zu hinterfragen und auch mal über den eigenen Schatten zu springen. Ich bin aber kein Moralapostel, für mich steht der Spaß am Rappen im Vordergrund. In meinem Song "Infaulenza" fordere ich dazu auf, einfach mal nichts zu tun, in der Hängematte zu liegen und die Welt an sich vorbeiziehen zu lassen.

Mit welchem bekannten Rapper würdest Du gerne mal kollaborieren?

Tausendsassa: Maeckes. Ganz klar. Die Sprache. Der Ausdruck. Viele würden Maeckes jetzt nicht im Rap einordnen. Aber sein Stil ist HipHop.

Welchen Rapper würdest du dissen?

Tausendsassa (lacht): Mich selber. Ich bin der whackste MC der Welt, der ungefährlichste Rapper.

Wie findest du die Freiburger Rapszene?
Tausendsassa: Es gibt eine spannende und vielseitige Szene. Viele junge Leute mit modernem Sound. Aber auch Oldschool-Rapper. Da gibt es einiges zu entdecken. Es gibt vielversprechende Initiativen wie #79Connected. Die Leute haben Bock und professionalisieren sich. Vom 7. bis zum 9. Juli finden übrigens die Stadtmeisterschaften im Poetry-Slam statt.

Hinweis: Ansgar Hufnagel schreibt selbst als freier Mitarbeiter gelegentlich für fudder.de. Wir hätten aber trotzdem über ihn und seine Musik berichtet, weil er ein engagierter Freiburger Musiker ist.