Freiburg

Wie läuft es 3 Jahre nach dem Start der App Too Good To Go?

Esther Bauer

Das Start-Up Too Good To Go rettet schon seit mehr als drei Jahren Lebensmittel vor dem Wegwerfen. Auch in Freiburg ist die App, über die man Reste vergünstigt kaufen kann, sehr beliebt. Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Als Ende 2016 der ehemalige Jade Palace am Siegesdenkmal als erstes Geschäft in Freiburg bei Too Good To Go mitmachte, gab es noch einige Probleme. Die App war nicht verbreitet unter den Freiburgern und so war es für die Geschäfte schwierig, die Portionen loszuwerden. Nun gibt es das Restaurant nicht mehr, aber die App noch immer. Konnte sich die App in den letzten drei Jahren bewähren und wie wird sie jetzt angenommen?


Die Idee

Hinter der App Too Good To Go steckt die Idee, Essen vor dem Müll zu bewahren, indem es günstig vor Ladenschluss verkauft wird. Dafür bestellen und bezahlen die Kunden ihr Essen in der App und können dann innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens die Waren im Geschäft abholen. In Freiburg bieten mittlerweile Bäckereien, Cafés aber auch Ketten wie Nordsee und Dean & David ihre Reste über Too Good To Go an, damit diese nicht entsorgt werden müssen. Die "Waste Warriors", wie sie von Too Good To Go bezeichnet werden, müssen für diese Portionen oft nur einen Bruchteil des Originalpreises zahlen. Meistens kostet eine Portion zwischen 3 und 4 Euro. Normalerweise bekommt man aber Essen im Wert von 10 Euro dafür.

Laut Too Good To Go sei das eine "Win-Win-Win" Situation, da die Betriebe weniger Abfall haben, die Kunden neue Geschäfte kennenlernen und unterstützen und alle gemeinsam ein Beitrag für die Umwelt leisten.

Die Entwicklung

Die Nutzerzahlen der App sind laut Pressesprecher Victoria Prillmann von Too Good To Go in den vergangenen drei Jahren rasant gestiegen. So benutzen mittlerweile 2,7 Millionen Menschen die App in Deutschland, nachdem sie mit 330.000 Personen im Jahr 2017 gestartet ist. Außerdem ist das Unternehmen in 13 anderen europäischen Ländern aktiv und setzt sich mittlerweile unter anderem für Bildungskampagnen zum Thema Lebensmittelverschwendung ein.

Auch in Freiburg sind die Nutzerzahlen gestiegen und besonders im studentischen Umfeld erfreut sich die App großer Beliebtheit. Zum jetzigen Zeitpunkt nehmen 30 Läden in Freiburg teil. Somit hat sich die Nutzung der App stark weiterentwickelt und es wurden in Freiburg schon über 30.000 Mahlzeiten gerettet. Besonders aktive Partnerläden sind laut Victoria Prillmann das Café Schmidt, Dean & David und das Café Auszeit.

Erfahrungen der Freiburger Geschäfte

Das Café Auszeit nimmt bereits seit 2017 an Too Good To Go teil. Grund dafür war, dass täglich viele Backwaren aber auch Salate entsorgt werden mussten. Seitdem werden täglich drei bis vier Portionen von Nutzern der App Too Good To Go abgeholt. Die Erfahrungen mit der App seien gut, meint eine Mitarbeiterin, und die Portionen seien meistens schon am Vortag ausverkauft.

Fazit

Was könnte besser sein, als neues Essen zu einem günstigen Preis auszuprobieren- mit einem guten Gewissen? Diese Frage stellt Too Good To Go und hat mit dem Konzept Erfolg. Die Zahlen zeigen, dass das Bewusstsein der Gesellschaft für Lebensmittelverschwendung in den vergangenen Jahren gestiegen ist und sich immer mehr Menschen dagegen einsetzen möchten. Durch die weite Verbreitung der App ist es auch für die Geschäfte leichter die Portionen zu verkaufen, sodass die anfänglichen Probleme in Freiburg aus dem Weg geräumt werden konnten. Außerdem ist die App gut, um neues Essen zu einem günstigen Preis auszuprobieren.

Trotzdem ist es schade, dass die Portionen von Too Good To Go immer noch ausschließlich über die App gekauft werden müssen und somit der Zugang zur Lebensmittelrettung nicht für alle Menschen gleichermaßen gegeben ist. Jedoch gibt es für diesen Fall auch noch andere Angebote, wie zum Beispiel Foodsharing in Freiburg.