Wintersport

Wie funktioniert ein Splitboard?

David Pister

Es ist wie ein Snowboard, das man in zwei Hälften teilen kann: Splitboards sieht man im Schwarzwald immer häufiger. Wie funktioniert das und was sind die Vorteile? fudder-Autor David Pister hat nachgefragt.

Snowboarder, die unberührten Powderschnee genießen wollen, hatten es lange nicht leicht. Mühsam quälten sie sich den Berg in Schneeschuhen hoch. Das Board wurde dabei an den Rucksack geschnallt. Tourenski sind deutlich praktischer. Beklebt mit Fellen kann man mit den Skiern den Berg hochlaufen. Die einzelnen Härchen bieten dem Schnee Widerstand und man bewegt sich vorwärts.

Junge Menschen wählen die Splitboards

Eine Innovation im Snowboardsport leistet Abhilfe: Das Splitboard. Das Board kann in der Mitte geteilt und dann ebenfalls mit Fellen ausgestattet werden. Oben angekommen werden die Felle abgezogen und die Teile ineinandergesteckt. Ab jetzt: genießen.
Ein Mitarbeiter des Sportartikelgeschäfts Sport Bohny in Freiburg verrät, dass Splitboards im Verkauf und Verleih seit Oktober 2018 vorrätig sind. Vor allem letztes Jahr, bei guter Schneelage wurden die neuartigen Snowboards gut angenommen. "Eher junge Leut’. Ja, Studenten, wenn man’s so sagen will", seien Hauptkunden.
"Es ist nicht ganz so komfortabel, wie Tourenski, aber die Abfahrt ist genau das gleiche Feeling!" Kevin Essa
Auch bei Sport Kiefer in Freiburg greifen hauptsächlich jüngere Menschen von 16 bis 35 Jahren zu den Splitboards. Man kann sie ausleihen, kaufen oder einen Kurs mit Bergguide buchen. Aber wie viel kostet so ein Splitboard eigentlich? "Das ist für viele Studenten die Krux! Die wenigsten legen sich tatsächlich ein Splitboard zu, sondern leihen lieber eines, da der Preis für eine anständige Ausrüstung recht hoch ist", sagt Tim Kiefer, Geschäftsinhaber des Sport Kiefer.



Die günstigste Alternative sei nach wie vor das Board auf den Rücken zu schnallen und den Berg mit Schneeschuhen hochzulaufen. Allerdings nervt das schon. Schuhe an – Schuhe aus – Schuhe in den Rucksack. Dort zerstören sie eventuell irgendetwas und nehmen vor allem viel mehr Platz ein als die eingerollten Felle, die beim Splitboarden bei der Abfahrt übrigbleiben. Da die Lifte am Feldberg stillstehen, seien die Menschen darauf angewiesen in das freie Gelände zu gehen, wenn sie Schneesport betreiben wollen, sagt Tim Kiefer. "Man sollte Vorkenntnisse besitzen und sich schlaumachen. Am besten vorher einen Lawinenkurs machen", warnt er. Denn auch im Schwarzwald gehen immer mal wieder Lawinen ab.

Kevin Essa ist seit einigen Jahren als Snowboardlehrer am Feldberg aktiv. Der 27-jährige Sportstudent hat das teilbare Board zum ersten Mal 2019 ausprobiert. "Ich wollte einmal unabhängig von den Liften sein. Tourenski gibt es schon länger, aber die sind das falsche Gerät für mich", erklärt er. Ein Freund hatte sich ein Splitboard gekauft, so sei er auf die Boards aufmerksam geworden. "Es ist nicht ganz so komfortabel, wie Tourenski, aber die Abfahrt ist genau das gleiche Feeling!", sagt Kevin Essa.

Leihen oder Kaufen?

Der Snowboardlehrer erzählt, dass man immer mehr Menschen mit Splitboards sehe. Man sehe verhältnismäßig trotzdem noch mehr Tourenskigänger. Das mag aber an der generellen Verteilung liegen. Auch auf den Pisten sind nach wie vor mehr Skifahrer anzutreffen. Und? Leihen oder Kaufen? "Wenn man auf den Geschmack gekommen ist, dann sollte man sich auf jeden Fall ein Splitboard kaufen. Durch das Leihen hat man einen Zeitmehraufwand. Wenn Powder da ist, muss die Zeit da genutzt werden!"

Mehr zum Thema: