Gastronomie

Wie die Pizzeria "La Corona" in Littenweiler von der Krise betroffen ist

Gina Kutkat

Die Brüder und Wirte Nicola und Marcuccio Stampone sind wie alle Gastronomen gebeutelt von der Coronakrise. Für ihr Restaurant "La Corona" geben sie die Hoffnung trotzdem nicht auf – und den Namen nicht her.

Zur Zeit steht das Telefon nicht mehr still. Erst am Morgen rief ein Radio-Reporter bei Marcuccio Stampone an und fragte: "Ist da das Corona?" Der Gastwirt der Pizzeria "La Corona" in Littenweiler nahm ab und antwortete: "Ja, Corona hier." Stampone nimmt die Anrufe und Klingelstreiche mit Humor. Doch wie es mit seinem Lokal, das er seit 32 Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder Nicola führt, weitergeht, weiß er auch nicht.


"Beim letzten SC-Spiel war noch richtig viel los bei uns", berichtet Stampone. Alle 60 Plätze waren belegt und auch der Saal, in dem regelmäßig die Sportclub-Spiele übertragen werden, war voll. Seit letzter Woche werden die Gäste weniger, stornieren Reservierungen. Am vergangenen Dienstag waren dann nur noch zwei Leute da. "Es ist eine schwierige Zeit, aber wir hoffen das Beste", sagt Stampone.

Wird sich das Restaurant "La Corona" umbenennen?

Das "La Corona" ist ein Traditionsrestaurant in Littenweiler und seit 2002 in Besitz der Stampone-Brüder, die zusammen mit ihren Frauen Regie führen. Schon in den 70er Jahren war in dem Haus ein Restaurant untergebracht: Die Krone. Und die neuen Besitzer übersetzten das einfach ins Italienische: "La Corona". Ein gängiger Name, der in Zeiten der Coronakrise tragisch erscheint. "Aber es hat nichts damit zu tun, dass die Gäste wegbleiben", sagt Melanie Stampone, Marcuccios Ehefrau. Sie ist sich sicher, dass der Name bleiben wird, wenn sich die Lage normalisiert hat. "Das hat Tradition, auch die Einheimischen kennen uns nur als ’La Corona’".

Um als Familienbetrieb zu überleben, bieten die Stampones ab sofort alle ihre Speisen zum Abholen an. "Von der Pizza über Pasta bis zu den Salaten kann man alles bestellen", sagt Marcuccio Stampone. Die Kundinnen und Kunden können das Essen am Fenster abholen und das abgezählte Geld in einer Schale überreichen. "Jedes bestellte Gericht ist wichtig für uns", sagt Melanie Stampone. Sie ist froh, dass sie noch niemanden entlassen musste. "Aber wir haben vier Kinder zu ernähren und laufende Kosten."

"Das hat Tradition, auch die Einheimischen kennen uns nur als ’La Corona’." Melanie Stampone
Eine Krise wie die aktuelle haben die Stampones noch nie durchgemacht. Dabei haben die Brüder einiges erlebt: Nicola kam als 18-Jähriger nach Deutschland; seine Mutter verbrannte damals seine Papiere, weil sie nicht wollte, dass er Italien verlässt. Die Liebe hielt ihn jedoch im Breisgau. Später kam Marcuccio nach, lernte das Kochen vom ehemaligen Firenze-Wirt. Dann übernahmen die beiden das Einbecker-Stüble in Littenweiler und später das "La Corona."

Aufgeben ist für die Stampones keine Option. Die Familien halten zusammen und haben auch Kontakt in ihre Heimat, dem kleinen Örtchen Fraine in den Abruzzen. "Bisher gibt es da nur zwei Fälle", sagt Marcuccio. Allerdings leben in der Gemeinde auch nur etwa 300 Menschen.

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