Fahrraddiebstahl

Wenn dein Fahrrad geklaut wird – und mit Schoki zurück kommt

Christian Engel

Astrid Wienert hatte mit ihrem gestohlenen Fahrrad schon abgeschlossen und der Diebin oder dem Dieb bereits alles erdenklich Schlechte an den Hals gewünscht, als sie doch noch eine süße Überraschung erlebte – im wahrsten Sinne des Ausdrucks. Die 32-Jährige berichtet.

"Als ich eines Sonntagmorgens aus der Haustüre trat und zur Arbeit wollte, traf mich der Schlag: Mein Fahrrad war weg. Ein wunderschönes Rad der Marke Kirsch in Weinrot, das ich erst ein Jahr zuvor auf einem Fahrradmarkt gekauft hatte. Was war ich sauer! Ich war so wütend und traurig, wünschte dem Dieb erst mal alles Mögliche an den Hals. Jedem Kollegen klagte ich mein Leid, die konnten meinen Ärger voll und ganz nachvollziehen.


Abends dann war ich mit meiner Schwester bei Freunden zum Essen eingeladen, wir gingen natürlich zu Fuß, wie denn sonst. Auf dem Rückweg hielten wir die Augen offen, vielleicht hatte ja jemand das Rad in die Dreisam geschmissen oder sonst wohin gestellt. Zwei Häuser vor meiner Wohnung blieb ich dann abrupt stehen und dachte: Stopp mal, das sieht ja aus wie mein Fahrrad. Bei näherer Betrachtung merkte ich: Krass, das ist ja wirklich meins. Ich war so happy und sah zudem im Gepäckträger eine Überraschung liegen: eine Milka-Schokolade, auf die jemand etwas mit Filzstift geschrieben hatte. Da stand: "Musste mir dein Fahrrad gestern leihen. Danke!"
Themenwoche

Fast jeder Freiburger oder jede Freiburgerin kam damit schon in Berührung: ein geklauter Drahtesel. Die Zahlen sinken zwar, doch im vergangenen Jahr wurden noch immer 1661 Fahrräder als gestohlen gemeldet – die Dunkelziffer könnte viel höher sein. Am kommenden Donnerstag ist Tag des Fahrrads. Wir widmen uns in dieser Woche dem Fahrrad, ganz besonders der Situation, wenn es weg ist. Wir haben bei Freiburgerinnen und Freiburgern herumgefragt, welche Anekdoten rund um gestohlene Räder sie zu erzählen haben. Dabei kamen amüsante Geschichten heraus.
Überblick: Alle Texte zur Themenwoche

Die Verpackung – der Inhalt ist natürlich längst verputzt – habe ich bis heute aufbewahrt, obwohl dieses Ereignis schon fünf Jahre her ist. Ich habe mich natürlich gefragt, wer das gewesen sein könnte. Vermutlich war es ein Nachtschwärmer, der einen weiten Weg nach Hause hatte, sich das Fahrrad nahm und es – vielleicht wegen eines schlechten Gewissens – am darauffolgenden Tag nach Hause brachte, zumindest in die Nähe. Mein Schloss wird er dabei vermutlich geknackt haben, außer ich hatte es aus Versehen gar nicht richtig geschlossen.
Zwei Jahre später wurde mein Fahrrad dann aber tatsächlich geklaut und kam auch nicht wieder mit einer Schoki zurück."
Astrid Wienert, 32, ist in Riegel im Kaiserstuhl aufgewachsen und lebt seit acht Jahren in Freiburg. Sie ist gelernte Hotelfachfrau und hat mittlerweile natürlich ein neues Rad.
Habt ihr auch mal eine verrückte Fahrraddiebstahl-Geschichte erlebt? Dann teilt sie uns doch mit, per Mail an info@fudder.