Mundenhof

Wegen Absturzgefahr: Freiburger Feuerwehr trägt Storchennest auf 30 Meter hohem Kamin ab

Uwe Mauch

Sie haben die örtlichen Bauvorschriften missachtet: die Störche auf dem Mundenhof. Ihr tonnenschweres Nest musste entfernt werden, um zu verhindern, dass der Kamin einstürzt.

Störche haben offenbar einen Sinn für schöne Nistplätze. Auf dem Tiergehege Mundenhof jedenfalls suchten sie sich in den vergangenen Jahrzehnten die markantesten Punkte aus, die sich allerdings als auf Dauer instabil erwiesen. Das Dach des Silos stürzte bei einem Sturm im vergangenen Sommer ein. Ein ähnliches Schicksal drohte vom 30 Meter hohen Kamin, einem Relikt einer Getreidetrocknungsanlage aus den 1960er Jahren.

Jahr für Jahr sei dieses Nest von neuen Storchenpaaren aus-, an- und umgebaut worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Aus dem flachen Nest sei im Lauf der Zeit ein Hoch-Nest geworden. Mit Absturzgefahr. Das Storchennest auf dem Kamin wog 1100 Kilogramm und hätte "die zerstörerische Kraft eines aus großer Höhe abstürzenden Kleinwagens", wie es in der Mitteilung heißt.

Weil seit ein paar Tagen die Störche wieder aus dem Süden zurückkehren, hat sich die Leitung des Mundenhofs kurzerhand entschieden, das Nest "zurückzubauen". Dafür war laut Rathaus sogar die Abstimmung mit dem Regierungspräsidium nötig.

Für Donnerstagvormittag alarmierte der Mundenhof die Berufsfeuerwehr, die in einer gemeinsamen Großaktion mit dem Verein Weißstorch das Nest auf dem Kamin verkleinerte. An technischem Gerät waren im Einsatz: der Feuerwehr-Kran, die Gelenkbühne und die Drehleiter. Zwei Stunden lang dauerte die Aktion.
Störche in Freiburg

Von den 26 bekannten Storchennestern in Freiburg befinden sich 15 auf dem Mundenhof. Im vergangenen Jahr sind hier 33 Jungstörche geschlüpft, also durchschnittlich 2,2 pro Brutpaar. Die Störche kommen in der Regel im Januar und Februar zurück von ihrer Reise in wärmere Gefilde, brüten im Frühjahr und ziehen ihre Jungen im Mai, Juni und Juli groß, um im August wieder auf große Reise zu gehen.

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