Stilfrage

Was ist dein Stil, Martin?

Aaron Hohberger

Was ist dein Stil? Diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen aus Südbaden. Heute: Martin, 32 Jahre alt. Er arbeitet bei einer Firma für Gebäudebegrünung in Freiburg. Martin mag es gerne schlicht und funktional.

Wie würdest Du deinen Stil beschreiben?

Ähnlich wie meine Arbeitskleidung ist mein persönlicher Stil eher schlicht. Ich mag gerne unbedruckte T-Shirts und Pullis. Dazu trage ich keine Jeans, sondern eher etwas bequemes: Chinohosen und seit letztem Jahr auch Haremshosen.

Warum trägst du gerne unbedruckte Kleidungsstücke?

Ich möchte keine Marken unterstützen und muss nicht als Werbelitfaßsäule herumlaufen.

Wo kaufst du Deine Kleidung?

Ich kaufe gerne beim Zündstoff ein. Mir ist vor allem wichtig, dass meine Kleidung fair hergestellt wird.

Fühlst du dich auch in deiner Arbeitskleidung wohl?

Ja, sehr. Meine Arbeitskleidung ist für mich wie eine schützende Hülle. Seit letztem Jahr bekommen wir von der Firma T-Shirts und Pullis gestellt. Die Hose und die Schuhe darf man sich selbst aussuchen. Man merkt, dass man manchmal etwas abschätzig angeschaut wird so als Handwerker. Ich habe so eine leuchtgelbe Jacke. Wenn ich die anhabe und Bahn fahre, denken manche, dass ich von der Bahn bin. Gerade jetzt wo es so viele Baustellen gibt.

Hattest du mal einen anderen Kleidungsstil?

Ja, als ich 20 war, habe ich vor allem schwarze Hoodies mit Tribals getragen und dunkle Hosen die unten auseinander gingen. Vor allem als Ausdruck der Rebellion gegen die "böse Gesellschaft".

Wäre das heute ein No-Go für dich?

Ja, vor allem die Hosen.

Glaubst du, dass sich dein Stil noch ein mal verändern könnte?

Ich könnte mir vorstellen, dass ich vielleicht in zehn Jahren auch Hemd trage. Bisher sehe ich Hemden noch eher als Fassade an. Piercings, Ohrringe oder Tattoos sind eher nichts für mich. Ich finde der Körper muss für sich sprechen können.

Du sagst, du achtest eher auf Funktionalität und nicht so sehr auf Ästhetik. Steht das nicht im Widerspruch zu deinen langen Haaren?

Klar, muss man sich etwas mehr um lange Haare kümmern, aber dafür muss man nicht so oft zum Friseur. Ich habe auch mal kurze Haare gehabt, aber ich finde, die langen Haare stehen mir besser und deshalb lasse ich sie seit circa zweieinhalb Jahren wachsen. Wenn man so will ist es also eine Kombination aus Funktionalität und Ästhetik.