Filmvorführung

Vier junge Filmemacher haben versucht, einen emissionsfreien Film zu drehen

Alexander Schneider

Vier junge Filmemacher aus Offenburg wollen zeigen, wie es ist, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Sie haben versucht, ihren Film "Be Wild" komplett emissionsfrei zu drehen und haben dabei 400 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Die vier Studierenden Chris, Sebastian, Bonina und Matthis lernten sich während des Studiums kennen und merkten schnell, dass sie ein gemeinsames Thema verbindet. Sie dachten, wann wenn nicht jetzt ist der richtige Zeitpunkt, einen Film zu drehen und etwas positives zum Klima beizutragen. Am Montag zeigen sie ihren Film "Be Wild" in Freiburg. Der Regisseur des Teams, Chris, spricht für das ganze Team im fudder-Interview.


Chris, wie habt ihr euch dazu entschlossen, einen Film zu drehen?

Ich ernähre mich schon lange vegan und habe irgendwann einmal mit Sebastian über Honig diskutiert. Seine Eltern haben eigene Honigbienen und er meinte, der sei doch vegan und ich könnte den essen. Aus dieser kleinen Auseinandersetzung entstand dann die Idee, einen Film rund um das Thema Honigproduktion zu drehen. Wir merkten aber schnell, dass wir uns mit dem ganzen Spektrum des Natur- und Klimaschutzes auseinander setzen wollen und dadurch entstand die Idee für "Be Wild". Tatsächlich hatten wir mit dem Gedanken gespielt, den Film "Bee Wild" zu nennen.

Worum geht es in dem Film?

Der Film geht darüber, wie es ist, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen.Wir zeigen Menschen aus verschiedenen Gruppierungen wie Fridays for Future oder Extinction Rebellion. Außerdem sprechen wir mit einem Wildbienen-Imker aus der Schweiz oder Landwirten aus der Umgebung. Wir fuhren auch nach Mannheim, um jemanden zu treffen, der komplett auf Plastik verzichtet. Wir wollen den Menschen zeigen, wie man sich aktiv einsetzen kann und sich nicht von den dystopischen Nachrichten lähmen lässt.

Ihr habt den Film völlig emissionsfrei gedreht?

Wir sind gar nicht mit dem Auto gefahren oder mit dem Flugzeug geflogen und sind bis auf eine Strecke, die wir mit dem Zug zurückgelegt haben, die komplette Zeit mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Wir haben darauf geachtet, dass der Strom den wir für unsere elektronischen Geräte benutzt haben, aus grünem Strom bestand. Wir haben auch versucht, auf Plastik zu verzichten. Das hat aber nicht immer funktioniert, da nicht immer ein Unverpackt-Laden in der nähe war. Wir mussten unterwegs ja auch etwas essen. Beim nächsten Mal finden wir auch eine Lösung für dieses Problem. Unser Hauptziel war es, Gelder für "Plants for the Planet" zu sammeln und die geringen Emissionen die entstanden sind, zu kompensieren und eine klimaneutrale Produktion zu werden. Inzwischen haben wir über 300 Bäume gepflanzt und sind auf dem besten Weg, sogar eine klimapositive Filmproduktion zu schaffen.
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Beteiligt ihr euch aktiv für den Klimaschutz?

Ja, auf jeden Fall. Unser Team ist mittlerweile zu 75 Prozent vegan und wir versuchen möglichst nachhaltig zu leben und beteiligen uns aktiv bei Fridays for Future und Extinction Rebellion. Wir haben erst Mitte des Jahres in Offenburg mit noch anderen Beteiligten einen Unverpackt-Laden ins Rollen gebracht. Ich selbst bin auch in der solidarischen Landwirtschaft aktiv.

Extinction Rebellion stand ja oft in der Kritik, was sagst du dazu?

Die Kritik die an Einzelnen Personen ausgeübt wird, die radikale Aussagen treffen, ist völlig gerechtfertigt. Wie zum Beispiel die Aussagen von Roger Hallam, dem Gründer von Extinction Rebellion. Aber der Großteil der Menschen, die ich kenne, setzen sich aktiv gegen den Rassismus, rechtsradikale Aussagen und Sexismus ein. Es ist wichtig, dass wenn kritische Aussagen fallen, man sich auch lautstark davon distanziert. Aber ich finde nicht, dass die Aussagen einzelner den gesamten Zweck diskreditieren. Extinction Rebellion ist eine offene Gruppe mit vielen verschiedenen Zellkörpern, die sich alle unterscheiden. Das erleichtert den Zugang. Es hat aber auch einen negativen Beigeschmack: Radikalere Gruppen können unter dem gleichen Namen agieren und diesen instrumentalisieren.

Ist ziviler Ungehorsam angebracht, rechtfertigt der Zweck die Mittel?

Wenn es keinen anderen Weg gibt die Politik auf das Problem aufmerksam zu machen, finde ich das gerechtfertigt, solange niemand zu Schaden kommt. Die Gruppierung sollte aber nicht noch radikaler werden, sondern ihre Botschaft konsequent weiterverbreiten.
  • Was:
Filmvorführung "Be Wild - Die Normalität ist Radikal"
  • Wann:
Montag, 16. Dezember, 20 Uhr
  • Wo:
Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40
  • Eintritt:
7 Euro; ermäßigt 5 Euro