Rückruf-Aktion

Unverpackt-Laden verwechselt Waschsoda und Back-Natron

Eyüp Ertan

Die "Glaskiste" im Freiburger Sedanviertel ruft verkauftes Back-Natron zurück. Das produkt wurde mit Waschsoda verwechselt. Bislang sind keine Gesundheitsprobleme bekannt.

Kunden haben die Geschäftsführung des Freiburger Unverpackt-Ladens "Glaskiste" im November darauf aufmerksam gemacht, dass im November Back-Natron mit Waschsoda verwechselt worden war. Nun läuft eine Rückrufaktion. Die Vergiftungs-Informations-Zentrale der Uniklinik empfiehlt, bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.


"Es handelt sich um weniger als ein Kilo", sagt Björn Zacharias gegenüber der Badischen Zeitung. Er ist einer der Geschäftsführer der Glaskiste im Sedanviertel und Einkäufer des Unverpackt-Supermarktes. Die Verwechslung erklärt er sich durch einen Kommunikationsfehler. "Wir haben bislang grobkörniges Soda verkauft, welches auf feinkörniges umgestellt wurde. Das hat uns aber der Lieferant nicht mitgeteilt", so Zacharias.

Feinkörniges Soda und Back-Natron könnten optisch nicht voneinander unterschieden werden – deshalb sei es zu der Verwechslung gekommen.

Aufmerksam gemacht wurde die Glaskiste durch Kunden, worauf der Supermarkt am 4. Dezember nach Angaben von Zacharias umgehend reagiert hätte – im Laden selbst hängen Hinweise, auch den Weg über die Social-Media-Kanäle habe man gewählt. Das Geld werde rückerstattet, so Zacharias, der aber auch sagt: "Bislang ist kaum etwas zurückgekommen." Auch sei der Glaskiste bislang nicht von Problemen berichtet worden.

Vergiftungs-Informations-Zentrale rät Glas Wasser zu trinken

Uwe Stedtler von der Vergiftungs-Informations-Zentrale der Uniklinik Freiburg unterscheidet mit Blick auf auftretende Wirkungen zwischen zwei Möglichkeiten. "Bei der normalen Verwendungen in Backwaren würde man erwarten, dass es nicht so gut schmeckt. Waschsoda ist alkalisch und hat einen seifigen Geschmackston", so Stedtler – in Gebäck sei der Konsum von Waschsoda jedoch nicht unmittelbar schlimm.

Dies ändere sich mit der Konzentration und der Menge, so Stedtler. "Wenn man konzentriertere Mengen, beispielsweise einen Teelöffel, in Wasser auflöst und keine Säure in Form von Fruchtsaft oder ähnlichem hinzufügt, dann könnte es zu Schleimhautreizungen führen", sagt Stedtler. Diese würden sich vor allem im Mund bemerkbar machen. "Es brennt im Mund und wird wund", so Stedtler. In solch einem Fall rät die Vergiftungs-Informations-Zentrale, direkt im Anschluss ein Glas Wasser zu trinken. "Bei längeren Schmerzen und Rötungen sollte man definitiv einen Arzt aufsuchen", so Stedtler abschließend.