Studium

Uni ohne Maske: Wie Studierende über den Wegfall der Maskenpflicht denken

Niklas Walder

Seit Ende Mai gibt es keine Verpflichtung mehr zum Tragen einer Maske an der Universität Freiburg. fudder hat sich in der Universität umgesehen, umgehört – und Studierende nach ihrer Meinung zum Thema gefragt.

Montagmorgen in der Uni: In den Kollegiengebäuden II und IV herrscht reger Betrieb. Auf dem Flur unterhalten sich Studierende über die Erlebnisse des letzten Wochenendes, den Mensaplan oder die anstehenden Prüfungen in den nächsten Wochen. Klingt erstmal nach einem normalen Unitag. Was sich für die Meisten wohl eher ungewohnt anfühlt, ist, dass nur noch bei einem Teil der Studierenden eine Maske das Gesicht bedeckt.

Das liegt daran, dass es seit dem 28. Mai keine Pflicht zum Tragen einer Maske in der Universität Freiburg mehr gibt. Aus der ehemaligen Pandemie-Maßnahme ist nun ein Appell geworden, der zum Maske-Tragen in Innenräumen aufruft. Die Universität gibt dafür die zunächst gesunkenen Infektionszahlen und die warmen Sommermonate, in denen die Zahlen erfahrungsmäßig niedriger sind, als Grund an. Nur um das freiwillige Tragen der Maske werden Studierende noch gebeten. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und Zahlen wird sich zeigen, wie lange die Regelung noch anhält.

Nur vereinzelt sieht man Masken

Wer in den vergangenen zwei Wochen zum Lernen in der Universitätsbibliothek oder zum Mittagessen in einer der Mensen zu Besuch war, musste sich nicht über das Vergessen der Maske ärgern. Trotz nahem Kontakt in den Warteschlangen für die einzelnen Gerichte sieht man nur vereinzelt maskentragende Personen. In der Mensaschlange der Mensa Rempartstraße, die bei Gerichten wie Soja-Bolo oder veganem Hamburger auch bis weit hinter den Tanzbrunnen reichen kann, erklärt eine Studentin, die nicht namentlich genannt werden möchte:"Ich finde es gut, das jetzt jeder selbst entscheiden kann, ob und wann man eine Maske tragen will." Sie selbst trage weiterhin eine Maske, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, weil sie selbst noch nicht an Corona erkrankt gewesen sei.

Nur eine kurze Strecke von der Mensa Rempartstraße entfernt sitzt die 22-jährige Psychologiestudentin Hanna Ewel in der Universitätsbibliothek und lernt. Sie erzählt:"Teilweise fühlte es sich sehr anstrengend an, stundenlang nur durch die Maske zu atmen. Nun können alle selber die Entscheidung treffen, ob sie eine Maske für den Eigenschutz tragen möchten." Auch in der Bibliothek ist das Tragen der Maske in den letzten zwei Wochen eher zur Ausnahme geworden. Einige setzen ihre Maske auf, wenn sie vom Platz aufstehen, wenige behalten die Maske durchgehend auf. Die überwiegende Mehrheit verzichtet komplett.

Auf dem Flur des Kollegiengebäudes III tragen deutlich mehr Menschen Maske als in der Mensaschlange oder der UB. Auf Nachfrage erklärt eine Studentin, die nicht namentlich genannt werden möchte:"In der Bib halte ich es für richtig, dass keine Maske mehr getragen werden muss, mit Maske konnte ich mich schlechter konzentrieren. Auf den Fluren und in den Vorlesungen, in denen es enger ist, trage ich vorerst weiter eine Maske, je nach Infektionslage." Eine andere Studentin, die vor Kurzem in England war erinnert sich:"Dort ist das Tragen der Maske auch im öffentlichen Nahverkehr keine Pflicht mehr, das fühlt sich ziemlich komisch an. Hier in Deutschland wäre ich froh, wenn die Maskenpflicht in beengten Räumen der Universität beibehalten werden würde." Der Medienkulturwissenschaftsstudent Eris Hoxha zieht ebenfalls den Vergleich zur Bahn:"Wenn man anderen in Universitätsräumen ähnlich nah ist wie in der Bahn, verstehe ich nicht warum hier keine Maskenpflicht besteht." Auch die Kunstgeschichtsstudentin Kristina Jovanovic trägt weiterhin eine Maske:"Ich möchte nicht riskieren, krank zu werden, die Maske stört mich nicht weiter."

Uni: Bei Bedarf werden Maßnahmen angepasst

In den Cafés des Studierendenwerkes, zum Beispiel im Café Senkrecht im Innenhof des Kollegiengebäudes III und im Café Libresso in der UB, lassen sich keine coronabedingten Einschränkungen mehr wahrnehmen. Die Poster an den Türen, die zum Maske tragen aufrufen, sind entweder entfernt oder ersetzt mit Postern, die ihre Lesenden um das Tragen der Maske bitten. Auf der Wiese neben dem Café Senkrecht tummeln sich Studierende mit Kaffee und Franzbrötchen oder Schokomuffin. Sie genießen die zurückgewonnene Normalität.

Auf Nachfrage der fudder-Redaktion erklärt die Universität Freiburg, dass sie das Infektionsgeschehen genau beobachte und bei Bedarf die Maßnahmen anpasse. Faktoren wie die 7-Tage-Inzidenz und die Hospitalisierungsrate fließen bei der Bewertung der Lage mit ein – auch angesichts der aktuellen Corona-Sommerwelle.

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