Kultur

Stadt Freiburg fördert Kulturinstitutionen weiter

BZ-Redaktion

Jazzhaus, Verein Jugend Pro Arte, Ensemble Recherche: Der Gemeinderat hat weitere Fördermittel für die Freiburger Kulturszene beschlossen – und den um 19 Prozent gestiegenen Mietspiegel.

Die Stadtverwaltung greift der wegen Corona weitgehend nicht stattfindenden Kultur weiter unter die Arme. Am Dienstag beschloss der Gemeinderat je ein Förderbudget für das Jazzhaus (90.000 Euro) und den Verein Jugend Pro Arte (50.000 Euro), beide sollen so Proben und Auftritte der Kunstszene ermöglichen. "Eine Win-Win-Situation", so Oberbürgermeister Martin Horn zur Förderung des Jazzhauses: "Wir kaufen den Freiburgern Probe- und Bühnenabende und stützen so gleichzeitig die Institution selbst." Einmalige Zuschüsse gibt es fürs Ensemble Recherche (80.000 Euro), Barockorchester (150.000 Euro) und Albert-Konzerte (65.000 Euro). Verlängert wurde der Mietkostenzuschuss für Veranstaltungen in Räumen der FWTM bis 2021. Keine Mehrheit fanden ergänzende Anträge für eine Förderung von Einrichtungen des erweiterten Kulturbereichs, eine neue Ausschreibung der nicht abgerufenen Mittel aus dem Hilfsfonds für Clubs und Spielstätten (32.000 Euro) sowie ein neuer Fonds für diese.


Neuer Mietspiegel beschlossen

Auch den neuen Mietspiegel verabschiedete mancher Stadtrat nur gegen inneren Widerstand, vor allem, weil er im Vergleich zum letzten qualifizierten Mietspiegel vor vier Jahren eine Steigerung der Durchschnittsmiete um fast 19 Prozent aufweist. In der Debatte wurden aber auch wieder alte Argumente ausgetauscht. "Mietspiegel schaffen Markttransparenz und leisten einen Beitrag zur Lösung von Konflikten", argumentierte Carolin Jenkner (CDU). Der Mietspiegel sei leider so konstruiert, dass er in boomenden Großstädten einen Mieterhöhungsspiegel darstelle, sagte Michael Moos (ESfA).
Sitzungsdauer: 16 bis 20 Uhr.

Teilnehmer: 46 Stadträtinnen und -räte, zwei waren entschuldigt, verfolgten die Sitzung aber digital.
Zuhörer: etwa 20, schön mit Abstand auf der Tribüne.
Und sonst noch? Nach 16 Jahren als Gemeinderätin verabschiedete sich Monika Stein (Eine Stadt für Alle) an diesem Tag aus dem Gremium und führte eine kürzlich erst von Altstadtrat Bertold Bock (CDU) eingeführte Tradition fort – mit je einer Flasche "Stein-Pils".