Millennial-Magazin

Springer-Verlag stellt noizz.de ein – nach nur 4 Jahren

Konstantin Görlich

Jetzt hat es auch noizz.de erwischt: Der Springer-Verlag stellt sein erst vier Jahre altes Jugendmagazin ein. Es soll keine wirtschaftliche Perspektive gehabt haben – trotz großen Erfolgs.

Am 30. Januar stellt der Springer-Verlag nach knapp vier Jahren das Millennial-Magazin noizz.de ein. "Leider hat es NOIZZ.de zuletzt auch an einer guten wirtschaftlichen Perspektive gefehlt", heißt es in der Begründung des Verlages, der junge Zielgruppen "noch stärker direkt an die Marke BILD" binden wolle.

Trotz "publizistischen Erfolgs" und "dank des großartigen Engagements des NOIZZ-Teams um Editorial Director Manuel Lorenz" ist nun Schluss "mit einem einzigartigen Themenangebot". Lorenz war 2014 von fudder.de und der Badischen Zeitung zur Bild nach Berlin gewechselt.

Schokopizza und Mental Health

In einem umfassenden Rückblick schildert Manuel Lorenz die fulminante Entwicklung des Magazins von einer Ausbildungsstation mit schneller Fluktuation, die die Dr.-Oetker-Schokopizza reichweitenwirksam testete und später gemeinsam mit dem inzwischen ebenfalls eingestellten Spiegel-Portal bento.de von Jan Böhmermann verrissen wurde hin zu einem festen Team seit Sommer 2018 – um "Glaubwürdiger zu werden. Authentischer."

Noizz.de entwickelte sich zu einer echten Größe und fand auch inhaltlich zu sich selbst, wie es im Rückblick heißt: "Wir richteten einen Mental-Health-Monat aus, nahmen die LGBTQ-Community in den Blick, widmeten uns vermehrt Rassismus, Sexismus sowie Antisemitismus und jeglicher Art von Diskriminierung."

Überraschendes Ende

Noizz.de ist nicht das erste Jugendportal dieser Art, das in diesem Jahr eingestellt worden ist – und doch sei das Team vom Aus überrascht worden: "Wir dachten: Wir werden überleben. Wir haben uns geirrt." Immerhin: Die drei festangestellten Redaktionsmitglieder bleiben im Axel-Springer-Verlag beschäftigt, wie am Montagabend zu erfahren war.
Korrektur: In einer ersten Version dieses Artikels hatten wir andere Millennial-Magazine genannt, die eingestellt worden seien. Diese sind jedoch zum Teil nicht komplett eingestellt sondern in andere Bereiche eingegliedert bzw. übernommen worden.