Mountainbiking

Sportbürgermeister: "Freiburg ist Mountainbike-Hauptstadt in Deutschland"

Jens Kitzler

Ohne große Werbung hat sich Freiburg in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum des Mountainbike-Sports gemausert. Das zieht Profis und Geld an – und sorgt gelegentlich auch für Konflikte.

Jüngst hatte die Stadt versucht, die lokale Dimension dieses Sports aufzuarbeiten. "Freiburg ist Mountainbike-Hauptstadt in Deutschland", hatte Bürgermeister Stefan Breiter die jüngste Sitzung des Sportausschusses eingeleitet."Das liegt an der Natur, aber auch an den Sportlern, die sich hier ehrenamtlich engagieren," so Breiter. Schon 1994 habe man begonnen, den Sport in Bahnen zu lenken, so die Vorlage. Das Mountainbike-Streckennetz der Stadt mit Wegen, Trails und Downhillstrecken ist nach Rechnung des Rathauses 169 Kilometer lang.


Auf Karten wie trailguide.net klumpen sich die Punkte über Freiburg und verweisen auf Abfahrten, sogenannte Trails. Die Strecken heißen "Borderline", "Baden to the bone" oder "Canadian Trail" und sind überregional bekannt. Eine Verkehrszählung am "Canadian" ergab vor fünf Jahren 4600 Befahrungen in einem Monat. Für die großen Trails verantwortlich ist der Verein Mountainbike Freiburg, der in den vergangenen Jahren die Bergradsport-Möglichkeiten im Stadtgebiet auf ein neues Niveau gehoben hat. Auch der Verein wächst: "Unsere Mitgliederzahl überschreitet bald die 1900-Marke", sagt Sprecher Patrick Hecklinger.

Internationale Top-Marken residieren in Freiburg

Weil Freiburg ein Gunstraum ist, trainieren hier Profis und internationale Technik-Schmieden haben diskret Filialen im Städtchen errichtet. Die "Cycling Sports Group" der US-Firma Cannondale residiert in Freiburg oder das Ingenieurbüro von Peter Denk, das für Scott oder Specialized Rahmen entwickelte.

Seit Jahren flammen im Wald aber auch immer wieder Konflikte zwischen Bergradlern und Spaziergängern oder Forstwirten auf, zuletzt als der Corona-Lockdown nach Schätzung des Forstamtes zwischen zehn und 15 Prozent mehr Menschen als sonst in den Wald trieb. Das Problem verlagert sich weg von den Sportlern und in die Breite. "In den letzten Wochen haben unglaublich viel Menschen, die sonst nie so unterwegs waren, das Radfahren für sich entdeckt", referierte Förster Andreas Schäfer im Sportausschuss.