Club der Freunde

Sophie Passmann im fudder-Interview: "Ich wollte möglichst viele Leute ärgern"

Sophie Passmann ist überall – und am 2. April im Vorderhaus. Die Tickets: lange ausverkauft. Wir haben mit der Autorin von "Alte weiße Männer" über Feminismus, Klischees und Humor gesprochen.

Ob auf Twitter, in ihrer Kolumne im Zeit-Magazin oder in Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale: Sophie Passmann ist omnipräsent. Ursprünglich kommt die Autorin und Moderatorin aus Ettenheim, studiert hat sie in Freiburg. Gerade ist ihr Buch "Alte weiße Männer" erschienen – und Tickets für ihre Lesung daraus am 2. April 2019 im Freiburger Vorderhaus sind schon lange ausverkauft.
Wen siehst Du vor Dir, wenn Du an einen alten weißen Mann denkst?
Einen finanziell erfolgreichen Mann, der weiß ist, der am Wochenende auch mal ein Polohemd trägt – unter der Woche trägt er natürlich Anzug. Einen Mann, der einflussreich ist und der diesen Einfluss nutzt, um sich lustig zu machen über den Wandel, der um ihn herum passiert.

Also ist nicht jeder ein alter weißer Mann, der alt und weiß ist.
Genau.

Wonach hast Du Deine Interviewpartner denn dann ausgewählt?
Ich wollte nicht diese Klischee-Alten-Weißen-Männer treffen. Horst Seehofer oder Matthias Matussek wären das klassische Feindbildgewesen. Gerade alte weiße Männer leben davon, dass sie so in ihrem Dasein als alter weißer Mann radikalisiert sind, dass da kein großes Reflexionsvermögen mehr ist. Daher wollte ich mich mit Männern unterhalten, die aus der Angst, selbst das Feindbild zu werden, auf das Feindbild blicken.

Wie haben die Leute reagiert, als Du sie angerufen und gesagt hast "Ich mache ein Buch über alte, weiße Männer und würde gerne genau Sie treffen"?
Die meisten haben sich kurz auf den Schlips getreten gefühlt, aber auf eine liebevolle Art und Weise.
"Jedes Gespräch ist anders verlaufen und manche sind mit Sicherheit weder argumentativ noch emotional positiv oder bereichernd ausgegangen."
Auf dem Cover steht nicht nur "Alte weiße Männer", sondern auch "Ein Schlichtungsversuch". Zwischen wem schlichtest Du denn?
Die erste Ebene dieses Titels ist, dass ich den Kontrast sehr lustig und auch ein bisschen schwülstig finde. Ich wollte damit möglichst viele Leute ärgern, die sich von diesem Buch ärgern lassen könnten. In der Einleitung erkläre ich kurz mehr: Natürlich habe ich da Gespräche geführt, die ich nicht hätte führen müssen, mit Menschen, die ...

Wenn Du diesen Artikel lesen möchtest, solltest Du Mitglied werden in fudders Club der Freunde. Du unterstützt auf diese Weise jungen Journalismus in Freiburg.


Als Bonus gibt's für Dich exklusive Veranstaltungen und Gewinnspiele und vieles mehr: Elf Gründe, warum wir Dein Geld wert sind >>

Bist Du schon Mitglied in fudders Club der Freunde? Bitte einloggen >>