Finanzen

So einfach klappt das Sparen 2022

Enya Steinbrecher

Das Konto ist leer, der Geldbeutel auch: Nicht nur Studierenden geht es so oft am Ende des Monats – und bei vielen Neujahrsvorsätzen steht das Sparen ganz vorne. Wo aber anfangen, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist?

Zuerst ist es wichtig, sich in einem ruhigen Moment mit Stift und Papier – oder alternativ dem Laptop und einer Excel-Tabelle – hinzusetzen und ein Haushaltsbuch zu führen. Einnahmen kommen auf die eine Seite, Ausgaben auf die andere. Zu den Einnahmen zählen neben Bafög, Haupt- oder Nebenjob auch Kindergeld und Unterhalt – jeder Cent, der regelmäßig und verlässlich auf dem Konto landet. Besser nicht eingeplant werden sollten unregelmäßige Einkünfte wie Blutspenden, Teilnahme an Umfragen oder unsichere Einkünfte wie Trinkgeld. Diese können als Bonus gewertet werden.

Alles aufschreiben
Die Ausgaben aufzulisten, gestaltet sich meist schwieriger, als auf den ersten Blick ersichtlich, denn zu monatlichen Zahlungen wie Miete, Strom und Handy kommen auch Kosten, die nur unregelmäßig fällig sind: zum Beispiel das Semesterticket, Versicherungen, die nur jährlich gezahlt werden, oder auch GEZ. Diese Zahlungen sollten auf den Monat heruntergebrochen werden und auf die andere Seite gestellt werden.

Variable Ausgaben wie Lebensmittel, Benzin – sollte ein Auto vorhanden sein – oder Kleidung und Unterhaltung können am besten aufgeschrieben werden, wenn man sich ein paar Monate jeden Cent notiert, der in diesen Kategorien ausgegeben werden. Nur dann ist es möglich, hier realistische Budgets zu setzen – die dann auch eingehalten werden müssen!

Der nächste Punkt sollte es sein, unnötige Einnahmen zu kürzen. Viel Geld geht für Pizza und Co. drauf? Investiere in ein gutes Kochbuch und koche regel mäßig selbst, denn das spart eine menge Geld. Hierbei helfen Einkaufslisten. Selbst vorkochen und einfrieren – zum Beispiel Lasagne – können Fertigpizzen ersetzen und kommen einen dabei meist billiger. Wer gerne shoppen geht und das Vergnügen nicht aufgeben will, kann auf Second-Hand-Mode und Flohmärkte umsteigen. Auch hier lässt sich viel Geld sparen. Das Semesterticket stellt den größten Kostenpunkt dar? Ein Fahrrad kann gerade für kurze Wege sinnvoll sein und zum Beispiel im Sommersemester auch einmal das Ticket ersetzen.

Jeder Euro zählt
Sind die Einnahmen den Fixkosten gegenübergestellt, ist klar, wie viel Geld wirklich zum Haushalten bleibt. Wer sich schließlich ein Sparziel gesetzt hat, sollte nach dem Motto "Pay yourself first", also bezahle dich zuerst, vorgehen. Das bedeutet, dass direkt zu Beginn des Monats, ein festgelegter Betrag auf ein anderes Konto abgeht – ein Tagesgeldkonto zum Beispiel, das nicht so leicht zugänglich ist. Dabei ist jeder Euro wertvoll, denn auch, wenn am Anfang nur 10 Euro im Monat auf dem Tagesgeldkonto landen, sind das im Jahr schon 120 Euro. Geschickt angelegt kann sich dieser Betrag durch Rendite schnell vervielfachen. Was uns zum nächsten Punkt bringt: ETF.

Einen Sparplan erstellen
Ein Thema, das vielen Leuten umständlich und risikoreich erscheint, sind Aktien, ETF und Wertpapiere. Aus diesem Grund scheuen sie davor zurück, sich damit auseinanderzusetzen. Mit 4,5 Prozent Inflation verliert unser Geld derzeit jedoch so schnell an Wert, wie seit den 90er-Jahren nicht mehr. Ein Sparplan kann daher zumindest verhindern, dass das Geld an Wert verliert. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, wird bald merken, dass es auch risikoarme ETF gibt. Beim Investieren beachtet werden sollte jedoch, dass zu keiner Zeit Geld dafür genutzt werden sollte, auf das man möglicherweise schnell und dringend Zugriff benötigen könnte – denn dann gerät man schnell in die Gefahr, das Geld mit Verlust aus dem ETF ziehen zu müssen. Bis also das erste Geld investiert werden kann, kann durchaus etwas Zeit vergehen, denn zuerst sollte ein Notgroschen aufgebaut werden – und das kann, gerade als Studierende oder Studierende mit geringem Einkommen – eine lange Zeit dauern. Hier hilft wie in so vielen anderen Bereichen auch – dranbleiben!



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