Shakespeare auf Speed

Anselm Müller

In der Schule ist er ein immer wieder gern gesehener Gast. Seine Stücke sind Evergreens. Zitate von ihm gehören in das Repertoire eines jeden "Light-Weight-Intellektuellen" – die Rede ist von William Shakespeare. Was Bernd Lafrenz jedoch in seinem knapp zweistündigen One-Man-Shakespeare-Programm schafft, hätte selbst den Meister erfreut.



Senioren- und Intellektuellenabend?

Gestern Abend war es endlich soweit. Nach vielen nichtgenutzten Möglichkeiten, hatte ich es endlich geschafft, die One-Man-Show: „Minne, Mord und Memmen“ von Bernd Lafrenz zu sehen. Als ich mich im Publikum umsah, beschlich mich jedoch ein ungutes Gefühl: Dem Alter nach zu schließen – wird dies hier eher eine Seniorenparty und ein Treffen der „Freiburger-Intellektuellen“ und derer, die sich gerne unter dieser Beschreibung subsumieren würden.
Doch meine Befürchtungen wurden durch die amüsante Show und der enthusiastischen Hingabe sowie dem Mitspielen des doch eher betagtem Publikum zerstreut.

Von King Lear zum Sonnennachtstraum und zurück

Knappe zwei Stunden brauchte Bernd Lafrenz für seine Tour de Force durch das Oeuvre von Shakespeare.

In dieser Zeit brachte er dem Publikum die Stücke King Lear, Hamlet, Othello, Macbeth, Romeo und Julia und den Sommernachtstraum in spöttischer Art näher. Dabei spielt der Schauspieler alle Rollen selber und bedient sich dem Publikum als Geräusch- sowie Bühnenkulisse. Besucher der ersten Reihe wurden ein ums andere Mal ins Bühnenbild integriert. Egal ob als Meer für die Seeschlacht Othellos oder als abgebetene Julia das Publikum ist aktiver Mitspieler in Lafrenz Show. Vor allem als Geräuschkulisse der alten, knarrenden Türen des schottischen Schlosses von Macbeth setzt es der Schauspieler sehr gerne ein.



Mimik + Selbstironie = gelungener Abend

Jedem Pennäler und Reclamhasser sind die Shows von Bernd Lafrenz ans Herz zu legen. Er schafft es jedem nicht Kundigen einen ausreichenden Überblick über Shakespeares wichtigste Werke zu verschaffen. Lafrenz Mimik und Selbstironie sowie der gut temperierte Einsatz des Publikums lassen die Shakespeare-Lehrstunden im Flug vergehen.
Ein kleiner Wehrmutstropfen war allein die Anzahl der Stücke, eine Reduzierung auf zwei oder drei, hätte das Erlebnis eher intensiviert. Trotzdem ist zu sagen, dass es eben doch mehr war als "viel Lärm um nichts".

Und wie war's?

Irene Grömer, 63, Brigitte Merklin, 66

"Uns hat es sehr gut gefallen! Vor allem die Mimik ist bei Herrn Lafrenz ausgezeichnet."

Stephanie Kirschner, 27, Daniela Wagner, 23

"Die Mimik ist Spitze. Auch das Einbeziehen des Publikums verleiht dem ganzen seinen eigenen Charme."

Fred Schön, 63: "Die Pantomime sowie seine Art des Spielens waren hervoragend."

Mehr dazu:

Bernd Lafrenz: Website