75 Jahre BZ

Seit mehr als 15 Jahren schreibt die Fudder-Redaktion für junge Leute in Freiburg

Gina Kutkat

Junge Menschen in der Stadt für lokale Themen begeistern – das ist das Ziel von Fudder. Die Redaktion denkt nicht immer konventionell und bleibt trotzdem dem journalistischen Grundsatz treu bleibt.

Ein runder Kopf, ein eckiger Schwanz, beides in Orange – fertig ist der Fudder-Fisch. Ein Symbol, das seit über 15 Jahren für Neuigkeiten aus Freiburg steht. Und für Aufregerthemen, schöne Geschichten, exklusive News, sorgfältig recherchiert.

Das Online-Magazin der Badischen Zeitung hat sich zum Ziel gesetzt, die jungen Menschen in der Stadt für lokale Themen zu begeistern, mit Erfolg. Wer wissen will, wie Jugendliche über den neuen Stadtteil Dietenbach denken, welche Junior-Professorin der Uni Freiburg mit ihrem Seminar für Aufsehen sorgt oder wie ein Studierender mit einer Hausarbeit einen Skandal auslöst, liest Fudder.

Die Redaktion ist mit den Oberbürgermeister-Kandidierenden Straßenbahn gefahren, kam mit einem "Deutschland sucht den Superstar"-Skandal auf die "Bild"-Titelseite und verglich einen Bauzaun, der Freiburg teilte, mit dem Mauerfall. Gefällt das Online-Magazin immer allen? Mitnichten. Mal eckt es an, mal regt es auf, mal informiert es, mal berührt es. Aber es erreicht immer eine Menge Menschen – auch außerhalb Freiburgs –, weil die Redaktion relevante Themen recherchiert, nicht immer konventionell denkt und trotzdem dem journalistischen Grundsatz treu bleibt.
75 Jahre Badische Zeitung: Ein Grund zu feiern! Aber auch ein Anlass, um in die Zukunft zu blicken. Denn auf bisher Erreichtem wollen wir uns nicht ausruhen. Unter dem Motto "Wir starten durch" stellen wir zum Jubiläum die Arbeit der Redaktion vor, werfen einen Blick auf die Anfänge und die Zukunft der Badischen Zeitung – und porträtieren andere Durchstarter aus der Region. Alle Texte finden Sie im Dossier.

Dass Fudder als eines der wenigen Online-Magazine in Deutschland im Januar seinen 15. Geburtstag feiern konnte, liegt sicherlich daran, dass die Redaktion immer wieder aufs Neue junge Leserinnen und Leser an das Portal binden konnte. Weil sie sich dort tummelt, wo die jungen Menschen sind: im Hörsaal, auf der Studentenparty, im angesagtesten Restaurant, auf dem illegalen Rave im Sommer, auf der Podiumsdiskussion, bei der Landtagswahl und auf der Fridays-For-Future-Demo.

Zwei festangestellte Redakteurinnen arbeiten zusammen mit einem Team aus 30 bis 40 freien Mitarbeitenden, die zum großen Teil Studierende sind. Sie schnappen Themen in der Mensa oder vor Seminaren auf und schreiben über Dinge, die sie selbst interessieren. "Ein Fudder-Thema erkennt man, wenn man abends in seiner WG etwas erzählt, das dann zum Gesprächsthema des Abends wird." Diese Erklärung von Fudder-Gründer Markus Hofmann hat sich über all die Jahre bewahrheitet. Fudder-Themen sind relevant, auf den Punkt, spannend und authentisch.

Das Fudder-Team muss sich immer wieder neu erfinden

Das Fudder-Team muss sich immer wieder neu erfinden, die Schwerpunkte ändern, aber auch wissen, dass man nicht jedem Hype folgen muss. Wir haben viele Videos gedreht, live gebloggt und schon 2009 mit dem Freiburger Start-up Zaplive Livestreams angeboten – zum Beispiel eine Wahlkampfrede von Angela Merkel auf dem Rathausplatz. Videos wurden auf Facebook gestreamt und der Kanal "Freiburg.TV" gegründet.



Alle zwei Wochen verschicken wir einen Newsletter, wir sind auf Facebook, Twitter und Instagram aktiv.

Im Jahr 2016 ging der Club der Freunde an den Start, ein Versuch, digitalen Online-Journalismus bezahlbar zu machen. Aktuell sind knapp 400 Freundinnen und Freunde Mitglied. Im vergangenen Jahr brachen aufgrund der Corona-Pandemie unsere großen Kernthemen weg: Von heute auf morgen gab es keine Partys, keine Veranstaltungen und keine Uni mehr. Gastro und Geschäfte machten zu. Das Team musste umdenken, sich neu organisieren, andere Wege finden, Geschichten zu erzählen. So schrieb Fudder über junge Corona-Infizierte, ließ eine Erstsemester-Studentin ihren Corona-Start protokollieren und interviewte junge Pflegende, die auf der Corona-Station arbeiteten.

Fudder ist auch eine Talentschmiede

Der Kontakt im Team blieb über den Lockdown eng: Täglich tauschen sich die Redakteurinnen in Online-Meetings aus, alle paar Wochen gibt es Themenkonferenzen über Zoom, mit immer neuen Mitarbeitenden, die dazustoßen. Denn wir sind stolz: Fudder ist ein Sprungbrett für talentierte Nachwuchsjournalisten.

Der Einstieg ins Fudder-Team ist niederschwellig und das Zusammengehörigkeitsgefühl groß. Vom ersten Tag an dürfen junge Journalisten losschreiben und Themen brainstormen. Die Redakteurinnen redigieren Texte, erklären die Grundregeln des Journalismus und helfen dabei, Artikel besser zu machen. So war Fudder für viele Freiburger Redakteure der erste Berührungspunkt mit dem Journalismus, und für einige auch nicht der letzte: Fudder-Alumnis arbeiten bei der BZ, Die Zeit, dem Spiegel, dem SZ-Magazin oder den Öffentlich-Rechtlichen.

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