Wetter

Saharastaub verfärbt den Himmel über Südbaden

BZ-Redaktion & dpa

Gelborangefarbenes Licht, mitten am Tag: Dieses Phänomen ist aktuell über Teilen Baden-Württembergs zu sehen. Schuld daran sind Luftmassen aus Nordafrika, die Staub aus der Sahara mitbringen.

Vom Nordosten Spaniens über Lyon und die Côte d’Azur bis nach Baden-Württemberg war der Himmel am Samstag in trübes gelbes Licht getaucht. Denn der Sand aus der Sahara hatte sich laut Wetterexperten wieder mal auf den Weg gemacht. In Deutschland war laut einem DWD-Sprecher nur Baden-Württemberg betroffen.

Nicht der Weltuntergang – sondern nur Staub und Sand

"Menschen von überall her riefen an. Manche wollten wissen, ob das der Weltuntergang ist", sagte ein Sprecher. Staub und Sand aus der Sahara könne gelegentlich bei entsprechender Wetterlage - bis nach Deutschland vordringen. Dabei wird feiner Sand aus der Sahara-Wüste vom heißen Wind über das Meer weitergetragen. Durch den feinen Sand, der überall in der Luft liegt, ist die Sichtweite stark begrenzt.

Über der Stadt Lyon hing ein besonders trübes Licht, in manchen Regionen war der Schnee gelb eingefärbt. Mancherorts war der Himmel eher rosa. Auch aus den Alpen und den Pyrenäen gibt es eindrucksvolle Bilder des zum rötlich eingefärbten Himmels – und selbst durch den Sand eingefärbten Schnee.





Die Lage könnte sich noch intensivieren: eine Wetterkarte der Schweizer Eidgenossenschaft mit Messwerten dieser Staub-Aerosole zeigt, dass bisher nur kleine Ausläufer der Luftmassen aus der Sahara den Südwesten Deutschlands erreicht haben. Der Schwerpunkt liegt über Spanien und Südfrankreich. Dass Saharastaub nach Europa strömt, ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Jedes Jahr schickt die Wüste fünf bis fünfzehn mal staubige Grüße – doch nicht immer sind sie so auffällig wie am heutigen Samstag.

Die Luft aus der Sahara sorgt auch für Regen

Vom Süden strömt mit dem Sand aus dem Sahara-Raum aktuell sehr milde und sehr feuchte Luft nach Deutschland und sorgt für zahlreiche Schauer, die bereits in den vergangenen Tagen die Wetterlage im Süden und Südwesten Deutschlands prägen. Über der Mitte Deutschlands trifft sie auf ein Tiefdruckgebiet voller kalter Polarluft: Das Aufeinanderprallen der beiden Luftströmungen auf engem Raum führt dann zu den am Wochenende erwarteten extremen Unterschieden zwischen Nord und Süd mit möglicherweise reichlich Schnee und Schneeverwehungen im Norden.

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