Kundgebung

Rund 1500 Menschen gedenken in Freiburg der Opfer von Hanau

Anika Maldacker

Sie wiederholten immer wieder die Namen der Opfer: Am Freitag erinnerten rund 1500 Menschen in Freiburg an die rassistischen Morde in Hanau vor einem Jahr – mit Abstand und einer Fahrraddemo.

Sie wollten ein Zeichen gegen das Vergessen setzen: Rund 1500 Menschen haben laut Polizeiangaben am Freitag in Freiburg der Opfer des rassistischen Attentats im hessischen Hanau vor einem Jahr gedacht. Die Demonstration, die die Gruppen Fantifa und Bipoc initiierten, nahm ihren Anfang am Platz der Alten Synagoge. Bundesweit hatte die "Initiative 19. Februar Hanau" zu den Kundgebungen aufgerufen. Die Hygienemaßnahmen wurden in Freiburg laut Polizei weitgehend eingehalten – nachdem die Veranstalter die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aufgefordert hatten, den Mindestabstand einzuhalten und medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, wurde das beherzigt.


Die Straßenbahn stoppt vor der Demo

Während der Kundgebung befuhr die Straßenbahnlinie 5 den Platz der Alten Synagoge kurzzeitig nicht, auch damit die Abstände eingehalten werden konnten.

Dort sprachen Vertreter von vier Freiburger Gruppen, der Jüdischen Gemeinde, der Bipoc-Gruppe, den Kurdischen Frauen und dem Roma Büro. Sie wiederholten mehrmals die Namen der neun Opfer mit Migrationshintergrund, die am 19. Februar 2020 in Hanau von einem Rechtsterroristen ermordet wurden. Außerdem forderten die Sprecherinnen und Sprecher eine lückenlose Aufklärung der Tat. Anschließend wurde die Kundgebung zur Fahrraddemonstration durch Freiburg. Zunächst fuhr die ausgedünnte Menge über die Kronenbrücke zur Basler Straße und zur Landeserstaufnahmestelle an der Lörracher Straße. Von dort ging es über die Eschholzstraße und den Stühlinger Kirchplatz zurück zum Platz der Alten Synagoge, wo die Demo endete. Den Verkehr hat die Polizei während des Demonstrationszugs kurzzeitig angehalten.

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