Covid-19

Robert-Koch-Institut erklärt Elsass zum Corona-Risikogebiet

Lisa Böttinger & Knut Krohn

Als Risikogebiet für das Coronavirus erklärt das Robert-Koch-Institut nun auch die französische Region Grand Est. Sie enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat seine Einschätzung internationaler Risikogebiete für das Coronavirus am Mittwochvormittag um 10 Uhr erweitert. Nun zählen auch Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne zum Risikogebiet.


Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bedeutet die Einstufung als Risikogebiet, dass dort "eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann."

Innerhalb Deutschlands zählt das Institut bisher den Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen zu den "besonders betroffenen Gebieten".

Die Verknüpfung des Elsass mit Deutschland ist eng – Behörden können daher inzwischen nicht mehr ausschließen, dass die deutsche Seite in Südbaden auch zum Risikogebiet wird.

Südliches Elsass bereits wie Risikogebiet behandelt

Das südliche Elsass ist eines der am schwersten vom Coronavirus betroffenen Gebiete in Frankreich. Die Behörden auf deutscher Seite haben Konsequenzen gezogen und betrachten die Region inzwischen wie ein Risikogebiet.

Konkret heißt das, dass Personen, die aus dem Departement Haut-Rhin zur Schule oder zur Arbeit nach Baden-Württemberg pendeln, zunächst für 14 Tage zu Hause zu bleiben sollen. Diese Empfehlung betrifft rund 46.000 Berufstätige, die täglich aus dem Elsass über die Grenze fahren. In der Gegenrichtung sind es rund 2000 Menschen. Zudem hat das Regierungspräsidium alle grenzüberschreitenden Veranstaltungen und Termine abgesagt. Um die Ausbreitung des Virus auf deutscher Seite einzudämmen, wird empfohlen, im Moment auf Fahrten ins Elsass zu verzichten.
Nach Angaben des regionalen Gesundheitsamtes der Region Grand Est (ARS) vom Dienstag, werden in der gesamten Region 464 Corona-Fälle gezählt. Davon allein 260 im Département Haut-Rhin. Bisher sind fünf Menschen nachweislich an dem Virus gestorben.

Im südlichen Elsass haben sich die Verantwortlichen Ende vergangener Woche dazu entschlossen, wegen des Coronavirus sämtliche Schulen und Kindergärten für mindestens zwei Wochen zu schließen. Grund war der starke Anstieg der Infektionszahlen. Zudem dürfen in geschlossenen Räumen keine öffentlichen Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern stattfinden. Auch die Sitzung des EU-Parlaments wurde aus Sicherheitsgründen nach Brüssel verlegt.

Ein Grund für die schnelle Verbreitung des Virus war offensichtlich eine Veranstaltung in Mulhouse. Ende Februar hatten dort hatten weit über 1000 Menschen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz an einem internationalen Treffen einer evangelikalen Freikirche teilgenommen. Mehrere Personen sind danach erkrankt. Ein Problem für die Behörden ist, dass es keine Anwesenheitslisten gibt und deshalb nicht exakt geklärt werden kann, wer sich bei den Gottesdiensten angesteckt haben könnte.

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