Music-Star(t)-Contest: Vorausscheid in Freiburg

Gina Kutkat

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind auf die Erde nieder, sondern auch der Music-Star(t)-Contest nach Freiburg. Das Z war am Freitag Abend Austragungsort der vierten von sieben Vorausscheidungen in Süddeutschland. Die Bands Ebony&Ivory, Irie, The Second and I, The Squires und Auf und Davon bewarben sich auf den Thron der besten Nachwuchsrocker aus Freiburg. Wer war der glückliche Gewinner und wer hat es noch in die Lucky Loser Runde geschafft?



Am Ende hießen die Sieger Irie, die sich eigentlich schon mit ihrer Rolle als Lucky Looser abgefunden hatten. Denn zwischen Jury und Veranstalter Wolfgang Gerbig gab es ein kleines Missverständnis, sodass die Bands bei der ersten Verkündigung in falscher Reihenfolge genannt wurden.

Ebony & Ivory schwebten fünf Minuten lang im Rockhimmel, bis sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. Irie waren die Ersten, Ebony&Ivory bloß Zweite. Bitter, aber wahr. Trotzdem gibt es für sie noch Hoffnung: am 15. März 2008 dürfen sie in der Lucky Looser Runde um eine zweite Chance aufs Finale kämpfen.

Ein spannender Vorausscheid war das gestern Abend im Z. Im großen Raum des Kulturzentrums spielten die fünf Bands - jede von ihnen brachte eine große Horde Fans mit. Die Jury sprach von einer "knappen Entscheidung" und einem "dichten Rennen". Auch wenn es abgedroschen klingen mag, gestern Abend gab es nur Gewinner, denn alle Teilnehmer haben eine solide und gute Performance abgeliefert. Jede Band war eine Überraschung für sich, aber am Ende machten Irie das Rennen.

Das Jungs-Quartett Irie aus Freiburg bestach vorallem durch die Kombination der soliden Rhythmusgruppe aus Bass und Schlagzeug und den charismatisch bis zappeligen Frontmännern Chrissi und Jossi. Selbstbewusst und fast schon ekstasisch ließ man hier die Bühnensau raus und machte den Auftritt somit zu einer großartigen Show. Ihrem selbsterklärten Auftrag, den Indie-Rock zu retten, sind sie gestern Abend ziemlich gut nachgekommen. Schlotzende Gitarren, ausgefeilte Melodien und vier Musiker, die in ihren rastlosen Songs richtig aufgingen - so lautetet ihr Rezept für den Erfolg.



Dicht auf den Versen: Ebony&Ivory. Ihr Auftritt gehöre zu den Höhepunkten des Abends. Hier wurde wirklich gerockt, was das Zeug hält. Die vier Jungs, die noch vor einigen Wochen im Vorprogramm der Killerpilze im Freiburger Jazzhaus spielten, zeigten, dass sie auch in kleinerem Ambiente nichts von ihrer Attitude verlieren. Sänger Kevin stand stets im Kontakt mit dem Publikum und zeigte seine Qualitäten als Entertainer. Seine Mitmusiker Michael, Fabian und Marcel waren zu 100 % present und sicher an ihren Instrumenten. Screamo Parts fusionnierten mit Hardcore und Numetal-Melodien, aber am Ende reichte es nur für den zweiten Platz.



Auch The Squires waren gestern Abend potenzielle Gewinner. Die Vierer-Combo setzt sich zusammen aus Sänger, Gitarrist und Bassist Benjamin, Schlagzeuger Johannes, Keyboarder Elias und Gitarrist Simon. Letzterer sah aus, als sei er von The Strokes geklaut worden und machte sein Ding sehr souverän. Rock'n'Roll, Blues und Punk waren die vorherrschenden musikalischen Elemente, kein Wunder also, dass in der ersten Reihe die Mädchen durchdrehten. Frontmann und Multitalent Benjamin wirkte lässig, aber nicht zu cool. Keyboarder Elias ist der Prinz Charming der Band.



Bis vor kurzem nannten sich Sänger Klemens, Bassist Nico und Schlagzeuger Florian noch The Second. Unter diesem Namen traten sie auch beim letzten Music-Star(t)-Contest an, konnten sich jedoch im Finale in Neuenburg nicht gegen die Gewinner Fed Up 74 durchsetzen.

Neues Jahr, neues Glück, und auch ein Neuzugang: Gitarrist und zweiter Sänger Andreas gehört seit Mitte 2007 zur Band, die sich seitdem The Second And I nennt und die sich weiterhin auf Melodic Grunge Musik konzentriert. Den größten Teil des Auftritts bestritt jedoch die alte Besetzung, was dem Gesamtbild als Band sehr schadete. Hier fehlt es noch an eingen gemeinsamen Proben. Ihre Ode To Rock'n'Roll, Elenor The Alligator und ein White Stripes Cover kamen beim Publikum gut an, für einen Sieg hat es nicht gereicht.



Auch bei The Cuts gab es eine Namensänderung. Sie nennen sich nun Auf und Davon, da ihr alter Name zu sehr "nach Emo" klingt. Der Schwerpunkt lag hier ganz deutlich bei Sänger Patrick - Gitarrist Steffen, Bassist Marco und Schlagzeuger Luca waren ziemlich bewegungs-und emotionslose Randfiguren. Und so wirkten die Rock-Alternative Songs mit deutschen Texten über Schmerz und Liebeskummer fast wie ein Soloprojekt mit Gastmusikern. Aber sie kamen aus dem Herzen und Sänger Patrick wirkte authentisch, auch wenn er sich zwischendurch von pöbelnden Freunden aus dem Publikum ablenken ließ.

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