Dank Corona-Krise

Modernisierungen in Freiburgs Schulen und Kitas machen Fortschritte

Simone Höhl

Für Eltern mag das seltsam klingen: Die Schließung von Schulen und Kitas hat auch etwas Gutes. Denn Handwerker konnten kräftig Hand für Verbesserungen anlegen. Ein Überblick.

"Trotz Corona-Krise laufen unsere Baumaßnahmen noch gut", erklärt Ulrich Becht vom städtischen Amt für Gebäudemanagement. In einigen Fällen konnten durch die Zwangspause laute Arbeiten erledigt werden, die mit Kindern und Jugendlichen im Haus nicht möglich gewesen wären.


Wo Handwerker greifbar waren, haben Becht und seine Kollegen versucht, Aufträge zu vergeben – oftmals um einen Boden zu legen, Wände zu streichen und andere Kleinigkeiten. In der Summe kam einiges zu den planmäßigen Projekten hinzu. Mancher Handwerker habe gar die Verwaltung angesprochen. Während des Baubooms der vergangenen Jahre hatte die Stadt häufig große Probleme, Firmen zu bekommen. Jetzt habe sich die Situation gedreht, da private Bauherren wegbrechen. Und so wurde in Freiburgs Schulen, Kindertagesstätten und Hallen seit Beginn der Krise folgendes geschafft:

Schulen

Zwei Großprojekte sind bei den Schulen in Arbeit, sagt Rathaussprecher Toni Klein: Da ist zum einen die Erweiterung und Sanierung der Anne-Frank-Schule in Betzenhausen-Bischofslinde für 27,6 Millionen Euro. Die Rohversion des südlichen Anbaus steht, die Fenster sind drin, jetzt kommt die Haustechnik. Dank Corona-Pause konnten im Altbau laute Arbeiten wie der Betonrückbau am Dach erledigt werden. Das Attikageschoss wird auch schon umgebaut.

Zum zweiten läuft die Sanierung der Adolf-Reichwein-Schule in Weingarten für 16,3 Millionen Euro. Haustechnik, Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro werden zur Zeit im alten Kreuzbau installiert und im alten Erweiterungsbau weiter herausgerissen, auch schadstoffbelastete Teile. Die neuen Lüftungsgeräte stehen schon parat. Gleichzeitig wächst die neue Halle in Holzbauweise mit Lernbereich und Rotunde. Und auf dem Hof sind die vier Großbäume angewachsen, die aufwändig verpflanzt worden sind.

Nach Plan erweitert wird die Lorettoschule in der Unterwiehre – um einen dreigeschossigen Anbau mit sechs Klassenzimmern, vier Büros, zwei WC-Einheiten und einem Fluchttreppenhaus. Zudem wird der Altbau um eine Etage und vier Zimmer aufgestockt. Fertig soll das Vorhaben für 8,1 Millionen Euro im Oktober 2021 sein.
Digitalisierung

Das Rathaus arbeitet an einem Mega-Update im Klassenzimmer: In allen öffentlichen Schulen sollen Schüler und Erwachsene digital lernen und arbeiten können. Breitband, Ausstattung und Support sollen bis 2029 überall stehen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten bis zu 60 Millionen Euro; im Etat für 2019/20 stehen 14 Millionen zur Verfügung. Die Digitalisierung der Schulen ist Teil einer Digitalstrategie für Technik und Gemeinwohl: 26,5 Millionen (ohne Schulen) sollen in fünf Jahren in die Offensive fließen, die auch schnellere Baugenehmigungen und flüssigeren Verkehr bringen soll.

Ein viel größeres Projekt ist die Digitalisierung der Schulen (siehe Infobox). Jetzt erhielten sieben auf einen Streich Breitbandanschluss per Glasfaserkabel ans Haus, neue Datenschränke und teils auch Beameranschlüsse: Vigeliusschulen I und II in Haslach, Paul-Hindemith-Schule in Mooswald, Richard-Mittermeier-Schule in der Oberwiehre, Lortzingschule in Brühl-Beurbarung, Markgrafenschule in Tiengen, Hofackerschule in Waltershofen und die Tunibergschule in Opfingen, listet Stadtverwaltungssprecher Toni Klein auf.

Neue innere Werte hat die Hansjakob-Realschule im Stühlinger, deren Beleuchtung für rund 600.000 Euro auf energiesparende LED umgestellt und deren Sicherheitsbeleuchtung für 120.000 Euro erneuert wurden. In der Gerhard-Hauptmann-Schule in Mooswald sollen die Hauptarbeiten für ein Blockheizkraftwerk im Juli fertig sein und das BHKW dann im Oktober laufen (Kosten: 230.000 Euro). Ein BHKW und eine sanierte Heizung erhält die Emil-Gött-Schule in Zähringen. Momentan läuft die Demontage, in den Pfingstferien beginnt der Einbau, in den Sommerferien soll alles fertig sein (330.000 Euro).

Drauf und dran sind die Handwerker auch am Goethegymnasium in der Altstadt, dessen Fassade sie sanieren (2,25 Millionen Euro), am Berufsschulzentrum Bissierstraße im Stühlinger, wo sie Shed-Dächer und Hypar-Schalen abdichten und klempnern (1,7 Millionen).

Hallen

In der Festhalle St. Georgen sind 400 Quadratmeter Parkettboden saniert und die Spielfelder neu markiert (15 000 Euro). Derweil geht die Sanierung der Dreisamhalle in Ebnet ins Finale – auf allen Ebenen: Gearbeitet wird am Dach und im Keller, unter der Hallendecke wird installiert und außen wird die Fassade abgerissen. Im Sommer sollen Innenausbau und Außenanlagen in Angriff genommen werden und die Halle Anfang 2021 fertig sein (Kosten 6 Millionen Euro). Saniert wird auch die Sporthalle des Theodor-Heuss-Gymnasiums in St. Georgen: Das Gebäudemanagement hat nun den Hallenboden und die Umkleiden mit WC und Duschen erneuert, den Brandschutz ertüchtigt, Flachdach, Oberlichter und Glasfassade saniert (Gesamtkosten 2,4 Millionen Euro).

Kitas

Größere Projekte laufen auch für die kleineren Freiburgerinnen und Freiburger: Bei der Kita Löwenzahn an der Bissierstraße geht es mit dem U3-Erweiterungsbau voran. Die Bodenplatte liegt, ab Juni wird der Holzbau aufgerichtet, Ende des Jahres sollen die Kinder einziehen. Dann soll das Bestandsgebäude umgebaut werden (Gesamtkosten 2,15 Millionen Euro).

Beim Sorgenkind, der Kita Immergrün in Vauban, rückt das GMF den Feuchteschäden zu Leibe, die verantwortlich für den Schimmel waren. Der Rückbau im Erdgeschoss ist abgeschlossen, jetzt werden die Innen- und Außensanierung geplant und ab Montag Container für die Auslagerung von zwei Kita-Gruppen aufgestellt. Die Kosten? Noch nicht absehbar, meint Sprecher Klein.

Beim Anbau der Kita Tausendfühler in Haslach steht der Rohbau, und der Ausbau läuft. Ende der Sommerferien soll die Erweiterung fertig sein und danach das alte Haus umgebaut werden (Gesamtkosten 5,5 Millionen Euro).

Und sonst

In den Schulen wurden in der Corona-Pause mit Hilfe der Hausmeister Reparaturen vorgezogen, vieles neu organisiert, Möbel umgeräumt, Einbahnstraßensysteme eingerichtet und Verbindungen zwischen Klassenzimmern geöffnet.

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