fudders Running Club

Meine Meinung: Strava hat Vor- und Nachteile

Carolin Johannsen

Jede Trainingseinheit mit der ganzen Welt teilen – das geht mit Strava, einem Trainingsnetzwerk, das sowohl motivieren als auch stressen kann. Die Pro’s und Con’s der App hat fudder-Autorin Carolin Johannsen zusammengefasst.

"If it’s not on Strava, it didn’t happen" – das ist der Slogan der Trainingsapp "Strava", die sich unter Freizeit- wie Profisportlern großer Beliebtheit erfreut. Seit 2009 gibt das Netzwerk zum Tracking sportlicher Aktivitäten. Ob Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Fitnesstraining – all das kann man mit Strava aufzeichnen und mit der gesamten Community teilen. Strava ist eine Gemeinschaft sportlicher Menschen, die ebenso wie alle anderen sozialen Netzwerke einige Vor- und Nachteile hat.

Die Pro’s

1. Der Motivationsfaktor
Im April 100 Kilometer laufen, im Mai die persönliche Bestzeit auf 5 Kilometer unterbieten, im Juni so viele Höhenmeter wie möglich mit dem Rad zurücklegen, das sind Herausforderungen, die man bei Strava annehmen kann. Dafür gibt es dann virtuelle Abzeichen. Das motiviert und animiert auch zum Laufen bei richtig schlechtem Wetter. Nicht zu vergessen die Clubs wie den fudders Running Club, in denen man sich mit Menschen zusammentut, um gemeinsam etwas leisten.

2. Die Gemeinschaft
Die Strecke, die du heute gelaufen bist, ist die Standard-Laufstrecke von einem deiner Strava-Freunde? Du hast endlich das Segment geradelt, das dein Radpartner schon so lange probiert, zu bekommen? In den Kommentaren unter den Aktivitäten gibt es immer Austausch zu solchen Themen, im Sport ist man verbunden. Der Ton ist so gut wie immer sportlich-freundlich.

3. Die Bestätigung
Schon wieder neue Kudos (Strava-eigene "Likes") für deine Aktivität? Es ist schon schön zu sehen, dass andere Menschen die eigene Trainingseinheit wertschätzen und beglückwünschen. Die Bestätigung tut gut und motiviert.

4. Die Inspiration
Du hast keine Ahnung, wo du demnächst Rennrad fahren sollst? Auf Strava ist es möglich, sich bei anderen Sportlern inspirieren zu lassen und so neue Strecken zu entdecken!
Strecken

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fudders Running Club: Laufen um den Seepark für den guten Zweck

5. Die Übersicht
Wann war eigentlich das letzte Mal, dass du 10 Kilometer gelaufen bist? Und wie viele Kilometer bist du eigentlich im April geradelt? Mit ein paarmal Scrollen bei Strava hast du das schnell herausgefunden. Die Übersicht ist dafür sehr praktisch.
fudders Running Club

Die Clubs der Stadt haben zu, fudder macht einen neuen auf. In dem wird zwar nicht getanzt, aber um wichtige Beinarbeit geht es trotzdem: Mit fudders Running Club wollen wir all die Läuferinnen und Läufer vernetzen, die in Freiburg jede Woche ihre Runden drehen.
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Die Con’s

1. Der Stress
Du hast die monatliche Herausforderung noch nicht erfüllt, deine Strava-Freunde aber schon? Das kann Stress erzeugen und dich dazu bringen, Laufen zu gehen, obwohl du gar keine Lust hast. Dieser Druck, sportlich zu sein, ist anstrengend.

2. Die Bildschirmzeit
Strava ist wie jedes soziale Netzwerk darauf ausgerichtet, dass die Nutzer möglichst viel Zeit dort verbringen. So geht die Bildschirmzeit schnell in die Höhe – etwas, das auch nicht unbedingt gesund ist.

3. Die Daten
Jeder, der dir folgt, sieht, wo du läufst, radelst, Krafttraining machst. Start- und Zielpunkt, die Routen und die Trainingsdauer sind einsehbar. Somit kann jeder wissen, wann und wo du laufen gehst – ein Sicherheitsrisiko, das nicht zu unterschätzen ist.

4. Der tiefere Sinn
Laufen für virtuelle Abzeichen, Radfahren für Kudos, Krafttraining für Kommentare von Fremden. Natürlich ist es schön, auf diese Art virtuelle Bestätigung zu bekommen, aber der tiefere Sinn lässt sich hier definitiv hinterfragen.

5. Die Abhängigkeit
Gehst du noch laufen, weil du Freude daran hast, oder weil du noch Kilometer für Strava "vollmachen" musst? "If it’s not on Strava, it didn’t happen" – der Slogan der App impliziert es schon: nur eine Trainingseinheit, die auf Strava aufgezeichnet und geteilt ist, ist passiert und etwas wert. Dass das nicht stimmt und eine starke Abhängigkeit mit der App produziert, ist definitiv kein Vorteil.

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