Coronavirus

Meine Meinung: Helfen war noch nie so einfach, wie in der Coronakrise

Valentin Heneka

Social Distancing lautet das Gebot der Stunde – am Dreisamufer herrscht trotzdem Hochbetrieb. Dabei gibt’s vieles, was man zu Hause tun kann: Nachtleben und Kulturszene unterstützen, zum Beispiel.

Gutes zu tun war noch nie so einfach, wie in Zeiten der Coronakrise: Zu Hause bleiben, direkten Kontakt zu anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren und so dabei helfen, das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren. Und doch zeigt etwa der Blick auf das Dreisamufer in den vergangenen Tagen, dass viele Menschen das entweder nicht verstanden haben oder das Leben anderer als weniger wichtig erachten, als ein paar Stunden privates Glück.


Wer den Frühling 2020 mit Freunden, Bier und Bluetooth-Box genießt, gefährdet nicht nur ältere und kranke Menschen, sondern auch sich selbst. Jeder kann unentdeckte Krankheiten in sich tragen und zur Risikogruppe gehören. Zumal: Wenn die Kliniken erst einmal durch eine rapide gestiegene Zahl schwerer Corona-Infektionen überlastet sind, bekommen das auch alle anderen zu spüren, die dringender Behandlung bedürfen. Dabei gibt es vieles, was man zu Hause tun kann, wie gefährdeten Nachbarn Unterstützung anzubieten.

Wer Tickets für abgesagte Konzerte hat und auf eine Rückerstattung verzichtet, hilft

Aber auch Nachtleben, Kulturszene oder Gastronomie sind auf Solidarität angewiesen. Sie drohen in der Coronakrise mit am schnellsten unterzugehen. Nur wenige Institutionen können ihre Fixkosten stemmen, während sich die Einnahmen wochenlang auf Null belaufen. Von den freischaffenden Künstlern, Musikern, DJs ganz zu schweigen. Es wird nicht lange dauern, bis auch in Freiburg die ersten Clubs, Veranstalter oder Restaurants aufgeben.

Auch hier ist Helfen so einfach wie nie: Wer Tickets für abgesagte Konzerte hat und auf eine Rückerstattung verzichtet, hilft. Wer sich an Spenden- und Gutscheinaktionen beteiligt, sowieso. Bei der Unterstützung gefährdeter Branchen stehen zwar zuerst Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht. Und doch hängt es an jeder und jedem Einzelnen, wie die Welt nach der Coronakrise aussehen wird. Im schlimmsten Fall sterben Zehntausende – und es bleibt für lange Zeit wenig anderes zu tun, als sich mit Freunden an die Dreisam zu setzen.

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