Kuratorium

Mehr als 2 Millionen Euro Spenden für das Freiburger Augustinermuseum

Uwe Mauch

Schimmelpilz und Corona können das Kuratorium des Augustinermuseums nicht stoppen: Mehr als zwei Millionen Euro Spenden hat es nach 15 Jahren eingeworben – um Kunstobjekte zu erhalten.

Eigentlich wollte das Kuratorium Augustinermuseum in diesem Jahr seine Arbeit beenden – durchaus zufrieden und auch ein wenig stolz. Mehr als zwei Millionen Euro an Spenden hat es in den vergangenen 15 Jahren eingeworben. Geld für den Erhalt der Kunstobjekte.


Die Wiedereröffnung des sanierten Augustinermuseums im Jahr des Stadtjubiläums sollte den Schlusspunkt setzen – doch es kam anders: Erst stoppte der Schimmelpilz die Museumssanierung, dann kam Corona.

Das Kuratorium machte einfach weiter, verteilte den mittlerweile 11. Patenschaftskatalog und sammelte seit September noch einmal 46 000 Euro. Aufgabe des Kuratoriums sei es, den Sanierungsprozess zu begleiten, sagt dessen Vorsitzender Christian Hodeige.

2023 soll der Pilz besiegt sein

Zuletzt schätzte die Stadtverwaltung, dass das Augustinermuseum im Jahr 2023 feierlich wiedereröffnet wird. Bis dahin sollen der Pilz besiegt und die Räume umgebaut sein. Solange jedenfalls, sagt Hodeige, sei die Zukunft des Kuratoriums offen. Gespräche mit dem Rathaus liefen.

Das Kuratorium formierte sich im Juli 2004 und ging noch auf eine Idee des einstigen Oberbürgermeisters Rolf Böhme zurück. Der befand, das bürgerschaftliche Engagement für das größte und wichtigste Museum der Stadt dümple dahin. Den Freiburgerinnen und Freiburgern, aber auch den Touristinnen und Touristen sollte die Bedeutung des Hauses klar gemacht werden, erzählt Christian Hodeige. "Auch durch Umbauten." Schließlich handle es sich um das zweitwichtigste Objekt Freiburgs nach dem Münster.

Hodeige, damals Herausgeber der BZ, übernahm im April 2006 den Vorsitz. Böhmes Nachfolger Dieter Salomon hatte ihn für das Projekt gewonnen. Mitstreiter heute sind Brauereichefin Martina Feierling-Rombach, Ex-Sparkassenchef Horst Kary und Bauunternehmer Jörg Gisinger. Die Geschäftsführung obliegt der Kulturhistorikerin Ulrike Langbein. Sie ist es auch, die mit sogenannten Patenschaftskatalogen potenzielle Spender anspricht. Darin zu sehen sind die Schätze des Museums, wie zum Beispiel Objekte der Stadtgeschichte und der Sakralkunst oder auch Schwarzwaldmalerei.

Der 11. Katalog ist gedruckt

1500 Stück wurden vom nunmehr 11. Katalog gedruckt. Darin finden sich zum Beispiel das Schuhpaar einer Bäuerin, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. Wer Pate werden will, überweist 1000 Euro. Das Uhrenmännlein, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, erfordert einen Patenschaftsbeitrag von 600 Euro. Das Gebetbuch von 1767 mit Rosenkranz benötigt 800 Euro. Das Geld fließt nicht in die Sanierung des Museums, sondern in die Objekte für deren Restaurierung, für Personal- und Materialkosten sowie fürs Aufbewahren und die Präsentation.

Die im September verschickten Exemplare des neuesten Katalogs stießen wieder auf große Resonanz. "Das ist auch ein Beweis für das Vertrauen, das dem Kuratorium entgegengebracht wird", sagt Ulrike Langbein. Denn die verzögerte Sanierung inklusive Kostenexplosion habe auch Spender verunsichert, weiß Hodeige. "Sie legen Wert darauf, dass ihr Geld für Kunstobjekte verwendet wird und nicht zur Schimmelbekämpfung."

Die meisten spenden zum wiederholten Male. Und die meisten Paten seien weiblich und älter, sagt Ulrike Langbein. Fast 500 Patenschaften sind über die Jahre zustande gekommen. Beeindruckend sei das, findet auch Oberbürgermeister Martin Horn – der nunmehr dritte OB, der sich politisch mit der Sanierung des Augustinermuseums befasst.
Pate werden: Interessenten wenden sich an die Geschäftsstelle des Kuratoriums Augustinermuseum, Rathausplatz 2 – 4, Tel. 0761 / 2178977, E-Mail: info@kuram.org