Max Mutzke im Waldsee: Heimspiel

Ruben Fees & Gina Kutkat

Rappelvoll war es Donnerstagabend im Waldsee, als der Waldshuter Raab-Sprössling Max Mutzke zusammen mit seiner fünfköpfigen Band ein Konzert spielte. Gut 450 Leute - darunter viele Freunde und Bekannte - waren gekommen, um den symbadischen Bub auf seiner Tour zum aktuellen Album "Home Work Soul" zu sehen.



Dunkel ist es und ganz still. Nur die Umrisse der 450 Menschen im Waldsee sind zu erkennen. Dann geht plötzlich ein Scheinwerfer an und eine Person huscht leise und flink auf die Bühne, schnappt sich das Mikro und fängt an zu singen. Schwarze Hose, schwarze Cardigan, darunter ein weißes Hemd, die Franzosenkappe rundet das Styling ab. Mit leichtem Hüftschwung, die Augen geschlossen, singt er sich durch die Akustik-Version von “I Can’t Get You”. Steht dort wirklich Max Mutzke auf der Bühne? Der schüchterne und unscheinbare Raab-Zögling, immer eher lässig als schick, eher bodenständig als auffällig?

Seine Stimme legt Zeugnis ab. Soulig, vielseitig und unverkennbar. Das ist Max Mutzke. Mittlerweile stehen auch seine Bandmitglieder auf der Bühne. Nein, sie stehen nicht, sie wippen, tanzen, stampfen, grooven. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboard ergeben einen vollen Sound, der vom ersten bis zum letzten Lied nur eines will: Nach vorne gehen. Max Mutzke hat die Erwartungen an diesen Abend hoch gesteckt. Er habe seiner Band im Vorfeld erzählt, das Konzert in seiner Heimatstadt Freiburg würde ein Tour-Highlight werden, sagt der gebürtige Waldshuter zwischen zwei Songs. “Na, Publikum? Spürt ihr den Druck?”

Nein. Den einzigen Druck, den man an diesem Abend zu spüren bekommt, ist der, der hinter Mutzkes Stimme steckt. Er singt sich gekonnt lässig durch die Songliste seines aktuellen Albums “Home Work Soul”, das er zusammen mit den Produzenten Robert Koch, Oja Tunes und Oli Rüger in Berlin aufgenommen hat. Es ist ein bunter Cocktail aus Funk und Soul auf der Grundlage des Pop. Schnell stellt man fest: Das ist nicht mehr der Schmusesänger, der vorrangig Lieder wie “Just Can’t Wait Until Tonight” trällert. Max Mutzke fordert mit jedem seiner Songs zum Tanzen auf und auch er weiß inzwischen, wie man sich auf der Bühne bewegt und mit dem Publikum spricht.



Der Schwarzwälder Bub fühlt sich sichtlich wohl im Waldsee, viele Freunde und Bekannte sind gekommen, die von ihm zwischendurch ein Nicken oder Zwinkern erhaschen und ihm im Gegenzug tatkräftig beim Chorgesang unterstützen. Wider erwarten laden die neuen Songs richtig zum Tanzen ein, "Fever" und "Music" könnten auch von Madonna stammen, "Girl in Tokyo" und "Let it happen" verlieren ebenfalls nie den Groove aus den Augen.  Die Songs sind sorgsam instrumentiert, die Band liefert eine professionelle Performance mit schnittigen Gitarren und funkigen Bassläufen ab. Einzig der immer gleiche Aufbau der Songs erzielt eine etwas monotone Wirkung - auch wenn das Konzert einwand- und unfallfrei verläuft.

Den Sprung vom Casting- und Eurovision Song-Contest-Teilnehmer hat Max Mutzke mit Bravour geschafft. Er macht jetzt sein eigenes Ding, und das macht er gut. Der junge Mann mit dem Soul in der Stimme , der an den Jazz & Rock Schulen Freibrg studierte, hat sich zu einem ernstzunehmenden Musiker weiterentwickelt. Klare Sache, kein Mutzke-Konzert ohne "Just Can't Wait Until Tonight" und "Marie". Gestern Abend als wohldosierte Zugaben.

Mehr dazu:

Website: Max Mutzke Badische Zeitung: Max Mutzke begeistert zum Tourauftakt fudder: Kein DSDS: Aufnahmeprüfungen an der Jazz & Rock Schule    

Foto-Galerie: Ruben Fees

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