Kuschelzeit im Zirkuszelt

Carolin Buchheim & Joe Beckert

"I need love, love's divine. Please forgive me now I see that I've been blind. Give me love, love is what I need to help me know my name" singt Seal am Mittwochabend im Zirkuszelt, und mit ihm singt ein fast 3000 Stimmen starker Zuschauer-Chor. Einmal kuscheln, bitte!



Seal singt "Love's Divine", und im Schein von Wunderkerzen halten Freundinnenpaare sich in den Armen und wanken im Takt von einem Bein aufs andere. Frauen mit praktischen Kurzhaaren lassen sich von Männern, die so gucken, als wollten sie nicht unbedingt hier sein, Taschentücher anreichen und schmiegen sich an sie.

Herzlich willkommen auf dem Konzert von Sealhenry Olusegun Olumide Adelo Samuel, Künstlername Seal, dem Barry White dieses Jahrtausends.

Seal ist seit mehr als 15 Jahren der Mann mit der Musik für Zweisamkeits-Momente. Mit seiner seiner Samt-Stimem liefert der Brite den Soundtrack für erste Tänze bei Hochzeiten, für Paar-Wiedervereinigungs-Szenen in Kai Pflaumes Show "Nur die Liebe zählt" und für die Abenden an denen die Kinder bei den Großeltern übernachten, die guten Dessous angezogen und die Flasche Sekt aus dem Kühlschrank geholt wird. Kuschelmusik. Kuschelmusik für SWR3-Hörer.

Seals Privatleben passt perfekt zu diesem Sound: Seit zwei Jahren ist er mit "Unserer Heidi" Gala-glücklich verheiratet; Das Paar hat drei Kinder und Paparazzi-Bilder zeigen  den Hünen Seal immer wieder mit Tochter Leni und den Söhnen Henry und Johan auf dem Spielplatz oder am Strand. Selbst in der Fernseh-Show seiner Frau "Germany's Next Topmodel" fingen die Kameras Seal als umsorgender, zuverlässiger Partner ein.

Der mediale Seal ist, trotz der starben Narben in seinem Gesicht, die durch die Autoimmun-Krankheit  Lupus erythematodes verursacht wurden, ein Mann wie aus dem Bilderbuch: Groß, stark und trotzdem emotional und fürsorglich.

Welche Frau hätte nicht gerne einen Mann der Sorte Seal im Haus? Und welcher Mann wäre nicht gerne Seal, und hätte Heidi Klum zur Ehefrau? Während des Konzerts wird zumindest immer wieder ihr Name ins Zeltrund gerufen.



In Abwesenheit seiner Angetrauten serviert Seal auf dem ZMF perfekte Schmuse-Pop-Show, begleitet von einer fünfköpfigen Band. Nachdem er das Konzert stimmungsvoll mit "The Beginning" eröffnet hat, folgt der Knaller "Killer", den Seal bereits vor 16 Jahren mit Adamski veröffentlichte. Das Publikum ist wohlwollend, aber nicht für diese Songs gekommen. Sie wollen die volle Dosis Schmuse-Sound. Erst nachdem Seal für einige Tracks selbst zur Akustik-Gitarre und dann schließlich "Love's divine" anstimmt, hat er das Publikum zu weiten Teilen fest im Kuschel-Griff.

Es gibt solide Versionen von Seals Songs  zu hören, die sich von denen seiner Aufnahmen nicht sonderlich unterscheiden. Ein bisschen weniger Bombast hätte manchen Tracks gut getan; denn seine markante Stimme hat es nicht nötig, gleich von drei Lagen Synthesizern untermalt zu werden. Der Hit "Crazy" beschließt das Set.



Die Soundtrack-Hits"Fly like an Eagle" (Space Jam)  und "Kiss from a Rose" (Batman Returns) hat Seal sich für die Zugabe aufgespart, und zu "Future Love Paradise" dirigiert er das Arme-Schwenken des Publikums. Zwischen den Songs der Zugabe wird Seal, der anonsten kaum zwischen den Songs geredet hat, gesprächig.

"Manchmal kommt man an Orte, von denen man vorher keine große Vorstellung gehabt hat, und wird überwältigt von der Freundlichkeit der Menschen", lobt der Sänger das ZMF, und während er das sagt, da weiß man, dass man dabei ist, bei der Entstehung einer weiteren Alex-Heisler-Anekdote. "Wir sind in Freiburg ganz besonders warmherzig aufgenommen worden. Überall sind die Leute nett, im Hotel, in den Restaurants, in der Stadt."
Vielleicht ist es aber tatsächlich mehr als das übliche "Ach, es ist schön, hier zu sein"-Konzert-Blabla, denn eine Freiburger Familie begrüßt Seal noch einmal gesondert von der Bühne herunter: Eins der drei Kindermädchen der Familie Klum-Samuel stammt aus Freiburg, und ihre Verwandtschaft ist im Zelt zu Gast. Familienbezug ist ja immer schön.

Als nach knapp eineinhalb Stunden gegen die lautstarken Zugabe-Forderungen des Publikums die Lichter im Zirkuszelt wieder angehen und alle nach Hause streben, die Freundinnen-Paare und die Kurzhaar-Frauen mit ihren Ehemännern, schaut man in strahlende Gesichter.

Und das, obwohl auf keinen der Zuschauerinnen Seal zu Hause wartet, und keiner der Männer mit Heidi Klum nach Hause geht.

Seal hat mit seinem schönen Schmuse-Konzert ein bisschen von seiner Perfektion und seinem Bilderbuch-Glück ans Publikum abgegeben. Und der nächste Abend, an dem die Kinder bei den Großeltern sind, und die Seal-CD in den CD-Player kommt, kommt bestimmt.

 

Und, wie war's?

Bettina, 35:  "Ich fand es super. Mir hat alles gefallen. Super-Stimmung!"

Silke, 36:  "Es war eine Super-Stimmung, und er hat eine Super-Musik gemacht."

Petra, 40: 
"Es war mein erstes Seal-Konzert, und er hat mich durch seine Leistung vollkommen überzeugt. Es war super!"

Claudia: "Mir hat es sehr gut gefallen, alles hat mir richtig gut gefallen, ich würde immer wieder hingehen."

Conny, 40:
"Ich fand es genau so. Alles war richtig super."'

 


Christine, 31: "Ich fand es heute echt schön, war cool. Das beste waren die Welthits, die er hat. Auf die habe ich heute alle gewartet."

Frank, 36: "Ich schließ' mich an. Die erste halbe Stunde waren wir ein bisschen enttäuscht, aber die letzte Stunde hat es dann eindeutig raugeholt, da ist die Stimmung gestiegen, und dann kam auch die Begeisterung raus."

Ute, 43: "Ich hatte das Glück, gestern Lionel Ritchie zu sehen, in Weill am Rhein, und ich mus sagen, Seal hat ihn getoppt. Von der Stimmung her, vom Spiel mit dem Publikum, es war einfach nur gigantisch. Und absolut die 50 Euro wert!"

Jörg, 42: "Ich fand es heute auch besser als gestern. Seal bringt viel mehr Power 'rüber."


Andreas, 20: "Es war hammergeil. Wir standen ja direkt vorne dran, mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen. Nächstes Mal würde ich wieder zwei Stunden früher hingehen, nur um wieder vorne zu stehen."

Nina, 21: "Es war hammer-sau-geil. Ich stand ganz vorne! Seal hat mir die Hand gegeben. Es war mein erstes Seal-Konzert, es war echt wahnsinnig. Ich hätte nicht gedacht, dass er so groß ist, so ein Brocken. Und die Augen!"

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Foto-Galerie: Joe Beckert & Carolin Buchheim


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