Bundestagswahl

Stadträtin Julia Söhne will für die SPD das Direktmandat zurückerobern

Uwe Mauch

Am Kaiserstuhl aufgewachsen, in Freiburg zu Hause – und bald in Berlin? Julia Söhne, Fraktionschefin im Stadtrat, will bei der Bundestagswahl für die SPD antreten. Die Mitglieder entscheiden am 6. November.

Stadträtin Julia Söhne, seit gut einem Jahr Vorsitzende der Fraktion SPD/Kulturliste (7 von 48 Sitzen im Gemeinderat), will für die Sozialdemokraten in den Bundestagswahlkampf ziehen. Das gab die 26-Jährige am Sonntagabend bekannt. Ihr Ziel: das Direktmandat, das Gernot Erler bei vier Bundestagswahlen hintereinander gewonnen und 2013 an Matern von Marschall (CDU) verloren hatte. Bei der Wahl 2017 kam Julien Bender auf 22,7 Prozent.


Julia Söhne ist seit zehn Jahren Mitglied in der SPD, war stellvertretende Kreis- und Landesvorsitzende der Jusos. Vor sechs Jahren wurde sie erstmals in den Gemeinderat gewählt. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr holte sie die meisten Stimmen für die SPD.

Erste Kandidatin, die ihren Hut in den Ring wirft

Die gebürtige Freiburgerin ist im Kaiserstuhl aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann im Stadtteil Stühlinger. Zwei Jahre lang hat sie Öffentlichkeitsarbeit für die Katholische Akademie gemacht. Jetzt steht die Politikwissenschaftsstudentin kurz vor dem Master. Sie spielt Handball und ist im Vorstand der HSG Freiburg.

"Für mich ist es der logische nächste Schritt, denn viele Themen, die ich seit zehn Jahren hier beackere, werden in Berlin entschieden", heißt es in ihrer Mitteilung ."Unsere schnell wachsende Region mit eben auch stark wachsenden Ungleichheiten braucht eine sozialdemokratische Vertretung im Bundestag." Damit Wohnen nicht die Hälfte des Einkommens fresse, Familien auf eine verlässliche und gebührenfreie Kinderbetreuung bauen könnten und die Klimawende sozial gestaltet werde.Nicht zuletzt kandidiere sie, weil im Bundestag die Perspektive junger Frauen fehle.

Am 6. November entscheiden die Mitglieder der SPD im Bürgerhaus Seepark über die Nominierung. Bis dahin will Julia Söhne in den Ortsvereinen im Wahlkreis um Unterstützung werben. Sie ist bislang die Erste, die den Hut in den Ring geworfen hat.