Stadtjubiläum

Hersteller: Esoterik-Etiketten für Freiburg waren ein Versehen

Manuel Fritsch

Warum gibt es Saftflaschen mit "entstörten" Barcodes beim Freiburger Stadtjubiläum? Der Hersteller distanziert sich jetzt von Verschwörungstheorien – und bezeichnet die Etiketten als Versehen.

Als Versehen hat es der Hersteller der Jubiläumsfruchtsäfte bezeichnet, dass einige Flaschen mit überdruckten Barcodes etikettiert wurden. Gegenüber der BZ äußerte er sich zur Kritik aus dem Gemeinderat, diese Art von Etiketten habe einen rechts-esoterischen Hintergrund. Das Unternehmen habe nie hinter Verschwörungstheorien gestanden. Sowieso würden die Etikette bald nicht mehr verwendet.

Die Fraktionen "Eine Stadt für alle" (7 von 48 Sitzen im Gemeinderat) und Jupi (5 Sitze) hatten kritisiert, dass auf den Fruchtsaftflaschen mit dem Stadtjubiläumsetikett der Barcode überdruckt ist mit einer liegenden Acht. Esoterikerkreise glauben, der Barcode schädige das Produkt, was verhindert werde, wenn er überdruckt wird. Dafür gibt es zwar keine Belege, dennoch überdrucken immer wieder Firmen die Barcodes auf ihren Produkten. Die beiden Fraktionen halten es "für bedenklich, dass die Stadt im Rahmen des Jubiläums solchen Mythen einen Rahmen verleiht".

Die Firma Jung aus Teningen habe vor zwei Jahren aus Marketinggründen Etiketten mit überdrucktem Barcode hergestellt, sagt Geschäftsführer Leander Jung-Lüdemann. Damit sollten neue Kunden gewonnen werden. Allerdings distanziere sich die Firma von den dahinterstehenden Theorien und stelle solche Etikette längst nicht mehr her. Man verbrauche lediglich die schon gedruckten Etiketten, da man sie nicht einfach wegwerfen wolle. "Spätestens in einem Jahr werden Sie keine solche Etikette mehr finden", sagt Jung-Lüdemann.

Die Firma habe darauf geachtet, dass sich keine der überdruckten Etiketten auf den Jubiläumsflaschen finden. Das ist aber nicht zur Gänze gelungen: Einige Flaschen sind mit überdrucktem Barcode geliefert worden, andere dagegen nicht. Die Fraktion "Eine Stadt für alle" hat erneut bei der Stadtverwaltung nachgefragt, ob sie nun, da ihr der Sachverhalt bekannt ist, darauf reagieren werde. Eine Antwort steht noch aus.