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Gründen in der Krise: Inge van der Zijden verkauft im "Sinneswerk" Düfte und Wein

Jennifer Fuchs

Inge van der Zijden hat eine feine Nase. Diese hilft ihr bei ihren zwei Leidenschaften: Düften und Wein. Die ausgebildete Parfümeurin hat mitten im Lockdown in der Wiehre ihr Geschäft "Sinneswerk" eröffnet.

Was haben Wein und Duft gemeinsam? Jede Menge, findet die 34-jährige Inge van der Zijden. Die junge Unternehmerin hat diese Woche in der Wiehre ihren Laden "Sinneswerk" eröffnet. Das Herzprojekt beinhaltet ein doppeltes Geschäftsmodell: Es gibt sowohl auserlesene Bioweine aus der Region zu kaufen abers auch hochwertige ätherische Düfte.

"Meine Eltern hatten einen Feinkostladen und einen Blumengroßhandel. So war ich schon als Kind umgeben von vielen verschiedenen Düften." Inge van der Zijden
Wegen des Lockdowns konzentriert sich der Verkauf aber erstmal nur auf die verschiedenen Weinsorten. "Dabei war es mir wichtig, dass ich ausschließlich Bioweine im Sortiment habe und regionale Winzer aus der Umgebung unterstütze. Ich hoffe, dass ich ab März dann auch erlesene Düfte anbieten kann", erzählt die Geschäftsinhaberin. Wie ihr Name schon verrät, hat Inge van der Zijden niederländische Wurzeln. Aufgewachsen ist sie aber im österreichischen Wien. "Meine Eltern hatten einen Feinkostladen und einen Blumengroßhandel. So war ich schon als Kind umgeben von vielen verschiedenen Düften." Die Liebe zum Wein kam ebenfalls von ihrem Vater, der einen großen Weinkeller besitzt.

Viele Experimente mit Gewürzen und Düften

Sowohl der Geschmackssinn als auch der Geruchssinn sind eng miteinander verbunden und können verschiedene Emotionen und Erinnerungen wachrufen. Das hat Inge ihr Leben lang schon fasziniert. So sehr, dass sie sich entschlossen hat, selbst mit Düften zu experimentieren. In Österreich und den Niederlanden begann sie ein Studium im Bereich Lebensmittel- und Biotechnologie. In dieser Zeit experimentierte sie viel mit Gewürzen, Düften und verschiedenen Geschmäckern.

Während einer Italienreise arbeitete sie zum ersten Mal mit einer Destille und kreierte ihr erstes Parfüm – das perfekte Weihnachtsgeschenk für ihren Vater. "Es roch herrlich nach Meeresfenchel und Bergamotte. Typische Düfte für Sizilien", erinnert sich Inge. Auch heute ist Bergamotte noch einer ihrer Lieblingsdüfte. Nach dieser Erfahrung dauerte es nicht lange und die junge Frau erlernte in Grasse, die Stadt der Düfte, das Handwerk der Parfümeure. Zudem schloss sie eine Ausbildung als Wildkräuter- und Heilpädagogin ab, um ihr Wissen über Pflanzen und deren Wirkung zu vertiefen.
fudder-Serie "Gründen in der Krise"

fudder beschäftigt sich mit jungen Menschen aus der Region, die mitten in der Krise ein Geschäft eröffnet, eine Kollektion herausgebracht oder sich mit ihrer kleinen Firma selbstständig gemacht haben. Wir porträtieren junge Menschen vor, die sich der Herausforderung gestellt haben, mitten in der Pandemie ihren Traum zu verwirklichen.

Überblick: Alle Teile der Serie "Gründen in der Krise"

2014 verschlug es die junge Frau mit der feinen Nase dann ins schöne Freiburg. Eigentlich durch eine Empfehlung eines französischen Freundes, der direkt an der Grenze wohnt. Die Nähe zu Italien und Frankreich war für Inge perfekt, da sie dort öfters nach neuen Düften sucht. Aber bevor sie ihren großen Traum von eigenen Laden verwirklichen konnte, arbeitete die junge Frau einige Jahre als Lebensmittelentwicklerin.



Im August letzten Jahres kam dann der große Entschluss. Inge kündigte ihren Job und ihr Projekt "Sinneswerk" war geboren. Auf der Suche nach einem passenden Geschäftsraum wurde sie nach nur zwei Monaten im ehemaligen Biokeller in der Wiehre fündig. Hier gab es zuvor auch schon einen Weinhandel. Diesen fortzuführen und mit einer Duftwerkstatt zu verbinden, lag für Inge nahe. So entwickelte sich das Shop in Shop Konzept und verbindet zwei Leidenschaften der Geschäftsführerin.

Workshops und Kurse geplant

Mit Hilfe von Freunden nahm Inges Unternehmen immer mehr Gestalt an. Durch Corona lässt sich die Geschäftsfrau nicht abbringen. "Guter Wein wird auch während der Pandemie gerne getrunken" sagt Inge lachend. "Ein eigenes Unternehmen aufzubauen kostet viel Energie, aber ich stehe voll dahinter und es erfüllt mich sehr." Sobald der Lockdown vorbei ist, hat Inge auch schon weitere Pläne für "Sinneswerk". Es sollen nicht nur Düfte zum Verkauf angeboten werden, sondern auch Workshops und Kurse stattfinden. So wird es zum Beispiel die Möglichkeit geben, ein eigenes Parfüm herzustellen oder in einem Kurs ätherische Öle zu destillieren. Aber auch Weinverkostungen mit Winzern aus der Region sollen stattfinden. Hier lernen Weinliebhaber das Getränk in allen Facetten zu erschmecken und riechen. Zudem gibt es interessante Hintergrundinformationen vom Bio Weinanbau aus der Region.
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