Freiburg

Glasverbot eingehalten: Weniger Müll auf dem Platz der Alten Synagoge

Joachim Röderer

Glasflaschenverbot und Müllcontainer haben offenbar geholfen: Am Samstagmorgen lag weniger Müll auf dem Platz der Alten Synagoge. Aber in der direkten Nachbarschaft sah es weniger gut aus.

Samstagmorgen, kurz vor 7 Uhr: Der Platz der Alten Synagoge liegt verlassen und ruhig – fast: Auf der Nordseite hört man den Handmüllbläser surren, mit dem ein Mitarbeiter der Freiburger Stadtreinigung ASF die Hinterlassenschaft der letzten Nacht per Luftstoß auf einen Haufen treibt. "Es ist deutlich weniger Müll als in den vorherigen Nächten", sagt sein Kollege nach dem ersten Probelauf mit Containern und Glasflaschenverbot. Aber: "Dafür hatten wir mehr leere Flaschen und Müll auf nahezu allen Sitzbänken auf der Kajo", berichtet er.

Offensichtlich haben sich die Menschen in der Nacht davor auf mehrere Hotspots verteilt – auch in den Mensagarten. Danach sieht es dort jedenfalls aus. To-go-Verpackungen, Wodka-Flaschen, Sixpack-Kartons liegen kreuz und quer. Einer der großen Mülleimer vier Schritte nebenan ist maximal halbvoll, der andere liegt umgekippt auf dem Boden.

Polizei: "Die Stimmung war friedlich"

Eine vorsichtig positive Bilanz hat noch in der Nacht die Polizei gezogen: "Die Stimmung blieb insgesamt weitgehend friedlich", meldete Polizeisprecherin Laura Riske. Das Glasflaschenverbot sei eingehalten worden, auf die Ansprache durch Polizei und Vollzugsdienst hätten die Menschen "adäquat reagiert".

Auf dem Platz der Alten Synagoge haben sich im Laufe des Freitagabends rund 250 Leute eingefunden – und damit deutlich weniger als in den vergangenen Wochenendnächten. Im Bereich des Seeparks registrierte die Polizei etwa 100 Personen auf der Wiese im Bereich des Studentenwohnheims. Die Stimmung sei dort ebenfalls friedlich geblieben, bis Mitternacht habe sich die Personenanzahl erheblich reduziert, so dass nur vereinzelte Beschwerden wegen Ruhestörungen eingegangen seien, so Riske.

150 Menschen im Mensagarten

Etwa 150 Personen konnten laut Polizei in der Spitze im Mensagarten festgestellt werden. Hier kam es vereinzelt zu Körperverletzungsdelikten, insgesamt blieb die Lage dort allerdings ebenfalls friedlich. Bis Mitternacht fanden sich im Bereich des Lederleplatzes im Stühlinger etwa 100 Personen ein, welche bis etwa 1 Uhr nach Ansprache durch die Einsatzkräfte nach und nach abwanderten. Vereinzelt sei es zu Provokationen gegenüber der Polizei sowie zu diversen Anwohnerbeschwerden bezüglich des Lärms gekommen. Auf dem Augustinerplatz konnten etwa 50 Personen festgestellt werden, Musik wurde hier jedoch nicht gehört und die Stimmung sei auch hier friedlich gewesen.

Insgesamt sei die Innenstadt aufgrund des guten Wetters bis weit nach Mitternacht gut besucht gewesen. Die Menschenansammlungen hätten sich auf unterschiedliche Örtlichkeiten verteilt.