fudders Papst-Ticker: Religiöse vs. papstkritische Street Art

Martin Jost

In 78 Tagen ist es soweit: Der Papst kommt nach Freiburg! Die einen sind pro, die anderen contra. Und schon jetzt wird der Kampf auf die Straße getragen. Zum Glück vorerst spielerisch-künstlerisch und nicht vermittels körperlicher Gewalt.

Vor der Universitätskirche steht ein Palmenkübel mit dem in Kreide geschriebenen Bibel-Verweis „Joh 4,14“. Die Stelle im Johannes-Evangelium handelt von Jesus, der eine Samariterin mit einem Gleichnis zu seinem davidischen Glauben zu bekehren versucht. Sie soll von seinem Wasser trinken und nie wieder dürsten, also spirituell nachhaltig ausgesorgt haben. Läuft man die Bertoldstraße weiter aufwärts, liest man auf den folgenden Oleandertöpfen: „Gott … tut auch … heute … noch … Wunder“ – keine literarische, sondern eher eine wörtliche Auslegung des symbolhaften Wassers.




Eine so wörtliche Bibelauslegung ist nicht unbedingt Papstlinie, und das Blumenkübelgraffiti muss keineswegs mit der Aufregung um den Besuch des Summus Pontifex zusammen hängen. Geht man die Straße weiter hinauf über die Kreuzung Bertoldsbrunnen, stößt man dann aber auf Street Art, die sehr konkret auf den Papstbesuch eingeht – wenn auch wesentlich subtiler:



An der Baustelle Landgericht in der Salzstraße ist das Verkehrs-Zusatzzeichen 1052–37 („Haltverbot auch auf dem Seitenstreifen“) so geschickt manipuliert, dass es wie ein offizielles „No Papamobil!“ aussieht.

Freiburgs Innenstadt mausert sich zum schwarzen Brett für eine breite theologische Debatte – spannend?

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