Videotelefonie

fudder-Typologie: Welcher Zoom-Typ bist du?

Maya Schulz

Seit einigen Monaten ist es aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Zoom. Morgens, mittags, abends verbringen einige von uns vor ihren Bildschirmen. Fudder stellt 11 Zoom-Typen vor, damit auch du endlich weißt, zu welcher Kategorie du gehörst.

1. Der Unsichtbare

Fangen wir klassisch an. Du betrittst den Zoom-Raum und sagst kurz "Hallo", aber sobald es geht stellst du deine Kamera und dein Mikro wieder aus. Auf diese Weise bist du zwar genauso anwesend wie alle anderen, vermeidest aber durch angebliche Kamera- oder Internetprobleme, angesprochen zu werden und dich aktiv am Geschehen beteiligen zu müssen. Auf diese Weise wirkst du sehr geschäftig, als hättest du nebenbei etwas Wichtigeres zu tun oder als befändest du dich auf einer Forschungswanderung durch den Schwarzwald, wo man eben nicht überall Internet hat.

2. Die Statue

Im Gegensatz zum "Abwesenden" hast du tatsächlich Internetprobleme, sodass dein Bild kontinuierlich hängt. Wie eine Statue verharrst du in einer – meist unvorteilhaften – Position, während deine Stimme jedoch klar und deutlich zu verstehen ist. Das kann besonders praktisch sein, wenn du während der Zoom-Sitzung etwas essen und trotzdem so wirken möchtest, als gebest du dir Mühe, dich zu beteiligen. Eine Unterrubrik dieser Kategorie ist übrigens "der Raucher", der in regelmäßigen Abständen aufgrund vermeintlicher Internetprobleme aus dem Zoom-Raum austritt und verdächtige fünf Minuten später wieder auftaucht.

3. Die Unzertrennlichen

Jeder kennt sie: Die beiden, die immer zu zweit in einem Raum sitzen und gemeinsam an einem Zoom-Seminar teilnehmen. Dies bietet sich besonders in einem Uni-Seminar an, in dem Vorsagen hilfreich ist. Vergewissere dich, dass dein Partner grundsätzlich schlechter vorbereitet oder weniger gesprächig ist als du, damit du im Kontrast erst recht bemüht und aktiv wirkst.

4. Der Koch

Du möchtest jede Minute möglichst effektiv nutzen und deswegen während deiner Seminare Essen zubereiten? Dann gehörst du eindeutig zu dieser Kategorie! Wie der "Abwesende" hast du deine Kamera aus, beteiligst dich jedoch hin und wieder an Diskussionen, wobei stets lautes Brutzeln oder Schneidegeräusche im Hintergrund zu hören sind. Menschen, die zu dieser Kategorie gehören, sind meist sehr fleißig und ehrgeizig. Passt auf, dass ihr euch nicht übernehmt.

5. Der Unterbrecher

Du stellst dein Mikro grundsätzlich nicht stumm und sprichst eben dann, wenn dir etwas einfällt? Höchstwahrscheinlich gehörst du zu dieser Kategorie! Es kann sein, dass manch einer sich gerade laut geschalten hat, um etwas zu sagen, doch HALT STOP, für solche Schnarchnasen bist du einfach zu schnell. Es ist gut, wenn es möglichst viele "Unterbrecher" in einer Zoom-Sitzung gibt, denn jeder "Unterbrecher" gleicht einen "Abwesenden" aus. Wenn du ein "Unterbrecher" bist, dann versuche hin und wieder auch andere zu Wort kommen zu lassen.

6. Die Whatsapper

Während der Zoom-Sitzung sagt jemand etwas Lustiges und du möchtest es unbedingt mit deinem Freund besprechen? Kein Problem, greif zum Smartphone und schick ein paar Worte via Whatsapp. Dann gilt es, die Person auf dem Zoom-Bildschirm zu beobachten, der du soeben eine Nachricht geschrieben hast. Ein Blick aufs Handy, ein Lachen und… ja, da ist sie, die Bestätigung, die du haben wolltest. Es kann eine unterhaltsame Herausforderung sein, zu versuchen, zwei "Whatsapper" zu enttarnen. Es sollte aber nicht zu auffällig werden.

7. Der Liegende

Das Bett ist einfach zu gemütlich und du zoomst viel lieber von dort aus, anstatt dich an den Schreibtisch zu setzen? Herzlichen Glückwunsch, du bist ein "Liegender"! Zu dieser Kategorie zu gehören bedeutet zweierlei: Es ist 1. völlig verständlich und 2. meistens sehr auffällig. Setz dich zumindest so weit auf, dass du nicht einschläfst und trage eine Krawatte, um seriöser zu wirken.

8. Der Katzenbesitzer

Wenn du zoomst, ist deine Katze stets im Raum, schleicht über den Tisch oder miaut? Dann gehörst du zu dieser Kategorie. Tendenziell ein geschickter Trick, denn automatisch strahlst du im Seminar mehr Ruhe und Gelassenheit aus, sodass deine Aussagen überlegter und durchdachter wirken. Ein Tipp: Zu dieser Kategorie zu gehören, kann nützlich sein, wenn du ein Seminar schlagartig verlassen möchtest. Ziehe einfach den WLAN-Stecker und behaupte, deine Katze wäre auf eine Taste gesprungen.

9. Der Chatter

Du hasst sprechen und findest, dass mündliche Kommunikation überbewertet ist? Dann bist du sehr wahrscheinlich ein "Chatter"! Wenn im Zoom-Raum eine Frage gestellt wird, so wird der "Chatter" sie nicht laut hörbar beantworten, sondern wahrscheinlich vorgeben, Probleme mit seinem Mikrofon zu haben und die Antwort einfach in den Chat tippen. Das ist grundsätzlich erst mal kein Problem! "Chatter" sollten jedoch darauf achten, ihre geringe Sprech-Motivation durch regelmäßige Telefonate auszugleichen, um nicht zu einem "Abwesenden" zu werden.

10. Der Zugfahrer

Du musst während deines Zoom-Seminars mit dem Zug fahren? Das wäre eigentlich Rechtfertigung genug, um das Seminar ausfallen zu lassen. Aber nicht mit dir! Um zu zeigen, wie engagiert du bist, nimmst du am Seminar teil, egal wie oft du wegen deiner schlechten Verbindung aus dem Zoom-Raum geschmissen wirst. Unerbittlich trittst du wieder bei und auch wenn du beim Sprechen fast gar nicht zu verstehen bist, hinterlässt du einen sehr guten und bemühten Eindruck, herzlichen Glückwunsch.

11. Der Carrier

Last but most important: Der "Carrier". Kein Seminar würde ohne dich funktionieren, sei es auf Zoom oder in Präsenz. Du bist immer gut vorbereitet, meldest dich freiwillig, wo es nur geht und springst für deine weniger gut vorbereiteten Kommilitonen ein, wenn du kannst. Manch einer mag dich mit dem "Unterbrecher" verwechseln, doch dir geht es in erster Linie darum, das Zoom-Seminar zu einer guten Erfahrung für alle zu machen und möglichst keine seltsame Zoom-Silence entstehen zu lassen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle "Carrier".