"Friz" in befruchtender Nachbarschaft

Jens Kitzler

Die L-Bank beginnt nahe der Technischen Fakultät den Bau ihres Innovationszentrums.

. Vertreter der L-Bank, der Stadtverwaltung, der Universität und weiterer Forschungseinrichtungen feierten am Freitag den ersten Spatenstich, der den Bau des Freiburger Innovationszentrums, kurz "Friz", einleiten soll. Auf rund 12 000 Quadratmetern sollen an der Georges-Köhler-Allee nahe dem Flugplatz künftig junge Hightech-Unternehmen unterkommen und von der Nachbarschaft der zahlreichen Forschungseinrichtungen profitieren.


Bevor sie die bereitliegenden, in den Farben der L-Bank lackierten Spaten ergriffen, unterstrichen die Redner, dass das Innovationszentrum und die Freiburger Forschungslandschaft wie die Faust aufs Auge zueinanderpassten. Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer schlug den historischen Bogen vom Entschluss zum Bau der Technischen Fakultät in den 90er-Jahren zum heutigen "Innovations-Hotspot", den Freiburg und das Campusgelände am Flughafen heute darstellten. "Mit Friz werden wir nun noch mehr zum zentralen Akteur in der Innovationsregion." Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn befand es als nur naheliegend, wenn die jüngste Stadt des Landes in puncto junge Unternehmen und Start-ups noch eine Schippe drauflege. Und Frederik Wenz, Direktor des Uniklinikums, glaubt: "Friz wird der Vernetzung unserer Spitzenforschung mit dem regionalen Wirtschafts- und Innovationssystem einen Schub verleihen".

Uniklinik baut auf Innovation aus der Medizintechnik

Die Uniklinik beispielsweise baut auf Friz als Ansiedlungsort für Start-ups aus der Medizintechnik und die Synergien, die sich daraus auch für die Klinik ergeben könnten. Die Nähe des Zentrums zur Forschungslandschaft, das ist der zentrale Gedanke dahinter, könnte die angesiedelten Unternehmen entsprechend befruchten, die Forscher wiederum bekämen eine weitere Tür in die Wirtschaft geöffnet. Dabei soll das Zentrum vorrangig Firmen beherbergen, die ihre Finanzierungsphase bereits abgeschlossen haben. "Es ist damit quasi das Anschlussmodell zu den Gründerzentren", erläuterte Landesfinanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) beim Spatenstich. Und das habe sich bereits bewährt: In Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen hat die L-Bank bereits ähnliche Zentren installiert und die hätten sich als erfolgreich und zu Corona-Zeiten auch als krisenresistent herausgestellt. "Es gibt keine Leerstände oder Mietrückstände", so die Finanzministerin.

Wenn das 32-Millionen-Euro-Projekt in rund zwei Jahren fertig ist, stehen darin rund 12000 Quadratmeter für Büros, Labors, Konferenzräume und Gastronomie zur Verfügung. Betreiber ist die Firma Stuttgarter Engineering Park, kurz STEP, die das gleichnamige Zentrum als erstes der fünf L-Bank-Innovationszentren in der Landeshauptstadt realisiert hat.

Ganz freiburgkonform soll das Umweltkonzept von Friz ein sehr fortschrittliches werden, und Edith Weymayr, Vorstandsvorsitzende der L-Bank, zählte zur Zeremonie eine ganze Liste von Öko-Raffinessen auf, beginnend bei der Nutzung der Abwärme in den Server-Räumen und endend mit der biodiversitätsfördernden Wildblumenwiese im Außenbereich. "Wir haben alle Möglichkeiten zur nachhaltigen Planung genutzt", sagte Edith Weymayr.