Arbeit

Freiburger Schreiner erfindet das Büro für draußen

Christian Engel

David Rösch aus der Freiburger Schreinerei P3-Werkstatt hat ein Outdoor-Büro namens "Cube" entwickelt. "Arbeit an der frischen Luft fördert die Kreativität", sagt der Erfinder.

Vielleicht müsste man erst noch ein neues Adjektiv erfinden, um David Röschs Ort zu beschreiben: "draußinnen" vielleicht oder "drinnaußen". Der Geschäftsführer der P3-Werkstatt befindet sich auf dem Parkplatz seines Firmengeländes, also draußen, aber dennoch drinnen: In seiner neuesten Erfindung, einem Outdoor-Büro.


Eigentlich ein sehr simples Konstrukt: drei Wände (Glastüren sollen noch kommen), ein Dach, ein Boden. Dazu ein Tisch, zwei Bänke, eine Stromleiste, Solaranlage, drei Hipsterlampen. Bis auf die Lampen und die Solaranlage auf dem Dach ist alles aus Douglasienholz. Für 2000 Euro könne er einen "Cube" herstellen, sagt David Rösch, der sich bereits Gedanken über eine Weiterentwicklung macht: Runde Fenster sollen an den Seitenwänden für mehr Licht sorgen, gepolsterte Sitzbänke den Komfort erhöhen. "Und an den Außenwänden könnte man Beete anbringen, in denen Salate und Möhren wachsen."

"Arbeit an der frischen Luft fördert die Kreativität."David Rösch
Die Idee eines Outdoor-Büros kam dem 31-Jährigen im Frühsommer. Er dachte über die Arbeitswelt der Zukunft nach. Immer mehr Menschen, so sein Eindruck, brauchen ein Büro, wollen zugleich aber flexibel – also zeitlich und räumlich ungebunden – arbeiten. Klassische, statische Großraumbüros würden weniger benötigt: "Die Leute hocken sich mit ihren Laptops in Cafés, in Bibliotheken, in Zugabteile." Und nicht erst seit Corona seien Menschen gerne an der frischen Luft: im Garten, auf der Terrasse, auf einer Parkbank.

"Arbeit an der frischen Luft fördert die Kreativität."

Der Prototyp von Röschs Outdoor-Büros bekam einen start-up-gerechten Begriff auf Englisch – "Cube" – und steht noch auf dem Firmengelände der P3-Werkstatt. David Rösch hat sie vor zwei Jahren gegründet, um junge Geflüchtete zum Schreiner auszubilden oder auf eine Ausbildung vorzubereiten. Drei weitere Büros sind derzeit in Arbeit und sollen bis Ende März für 25 Euro monatlich ausgeliehen werden. Rösch kann sich seine Erfindung gut bei Gastronomen vorstellen, die einen "Cube" (oder mehrere) in ihren Außenbereich stellen, damit Gäste während des Coronawinters im Freien sitzen und dennoch drinnen sind. Auch wenn dem Outdoor-Büro noch eine Heizung fehlt: Mit Decken und bei geschlossenen Türen kann man es sich im "Cube" laut Erfinder sehr gemütlich machen.

Vier Leute können gleichzeitig im Outdoor-Büro sitzen und arbeiten, Café trinken, quatschen. Ein Gastronom könnte beispielsweise pro Gast eine Raummiete verlangen und zusätzlich Getränke und Speisen verkaufen, malt sich David Rösch aus: "Davon hätte der Gastronom mehr als von einem Gast, der drei Stunden mit seinem Laptop und Unterlagen einen Tisch besetzt und währenddessen einen Latte Macchiato trinkt."

Angestellte im Homeoffice könnten sich ein Outdoor-Büro in den Garten stellen, sagt David Rösch. Und auch für Arbeitgeber könnte ein solcher "Cube" infrage kommen: "Wieso nicht einen auf die Firmenterrasse stellen, um einen Ausweichraum und kreativen Platz im Freien zu schaffen?"
Weitere Infos über die Firma und den "Cube" unter www.p3-werkstatt.de