Katholische Kirche

Freiburger Pater Markus Fischer verlässt Dominikaner, um Gemeindepfarrer zu werden

Uwe Mauch

Damit hat die Gemeinde St. Martin am Rathausplatz wohl nicht gerechnet: Pater Markus Fischer orientiert sich neu. Das wirkt sich auch auf die Leitung der Seelsorgeeinheit Freiburg-Mitte aus.

Pater Markus Fischer gibt im Frühsommer die Leitung der katholischen Seelsorgeeinheit Freiburg-Mitte ab. Der 35-jährige Dominikaner will eine priesterliche Aufgabe in der Erzdiözese Freiburg übernehmen und dafür den Orden verlassen, der die Innenstadtkirche St. Martin betreut. "Ich gehe mit einem weinenden Auge", sagte Fischer am Montag gegenüber der BZ.


Der Orden habe eine weltkirchliche Sicht vermittelt und die Weite des theologischen Denkens gefördert. Er wolle aber den Fokus auf die Gemeindearbeit legen. Nach drei bis fünf Jahren wird die Entscheidung zum Austritt dann endgültig.

Stadtdekan Christoph Neubrand soll neuer Leiter der Seelsorgeeinheit Freiburg-Mitte werden

In der Seelsorgeeinheit Mitte, zu der neben dem Münster und St. Martin auch Herz-Jesu und St. Josef, war er seit vergangenem Mai Leitender Pfarrer – und zwar gemeinsam mit den Dompfarrern Christian Würtz, der zum Weihbischof ernannt wurde, und zuletzt mit dessen Nachfolger Christoph Neubrand. Der soll nun künftig die Leitung übernehmen, wie das Ordinariat am Sonntag mitteilte. Ein Dominikaner soll als "Kooperator" fungieren, sich aber schwerpunktmäßig um die eigene St.-Martin-Gemeinde kümmern.

Fischer stammt aus Ingolstadt, kam vor mehr als acht Jahren als priesterlicher Mitarbeiter im Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz nach Freiburg und kümmerte sich bald auch um die Dompfarrei und die Pfarrei St. Martin. Bekannt ist er nicht zuletzt für seine gereimten Predigten bei der Hästrägermesse am Fasnetssonntag. Er verteilte am Rathausplatz beim großen Demonstrationszug von "Fridays for Future" am 20. September eine Stärkung für die Demonstrierenden – natürlich mit Gebet. Bei der AfD-Kundgebung am 29. Oktober 2018 läuteten kurz vor 20 Uhr die Glocken von St. Martin am Rathausplatz, und das Licht im Kreuzgang ging aus. Fischer benannte auch die Probleme mit den unterschiedlichen Nutzern des Stühlinger Kirchplatzes.

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