Geschäfte in Freiburg

Freiburger Elektronik-Einzelhändler Omega schließt seine Filiale im Stühlinger

Manuel Fritsch

Der Elektronik-Einzelhändler Omega gibt sein Traditionsgeschäft an der Eschholzstraße auf. Zu groß ist der Kundenrückgang. Die Filiale in der Altstadt soll jedoch erhalten bleiben.

Seit 44 Jahren verkauft Omega-Electronic an der Eschholzstraße Glühbirnen, Kabel, Lautsprecher und allerhand rund um die Elektronik. Damit ist bald Schluss. Ende des Monats wird die Filiale des Traditionsgeschäfts im Stühlinger schließen. Der zweite Standort an der Raustraße bleibt dagegen erhalten.

Gründung vor 44 Jahren

"Da hängt natürlich das Herz dran", sagt Samuel Dages, Prokurist bei Omega Electronic. Schließlich habe der Laden an der Ecke Eschholzstraße/Wannerstraße Tradition. Vor inzwischen 44 Jahren eröffnete Ulrich Allgaier, damals noch Physik-Student, keine zehn Meter vom heutigen Standort entfernt seinen ersten Laden. Zwei Jahre später lief das Geschäft so gut, dass er an den heutigen Standort umziehen konnte und das Studium an den Nagel hängte. Heute beschäftigt Allgaier 30 Personen, darunter fünf Auszubildende. Für viele Heimwerker ist der Laden über die Jahre zur Anlaufstelle geworden, sobald man selbst zu Hause nicht mehr weiterkommt. "Wir bieten ein bedarfsorientiertes Angebot und eine professionelle Beratung", sagt Dages. Und gerade der Schwerpunkt Beratung sei in letzter Zeit wieder stark gefragt.

Dennoch wird das Ladengeschäft im Stühlinger zum Ende des Monats schließen. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben auch vor Omega nicht haltgemacht. Viele Kunden sind ins Internet abgewandert, irgendwann mussten die Betreiber reagieren. "Wir haben lange überlegt und ausgewertet, welcher Standort für die Zukunft am besten geeignet ist", sagt Dages. Am Ende entschieden sie sich für die Innenstadt. Dort liegt der Laden zwar weniger exponiert als im Stühlinger, dennoch komme in dem Geschäft in der Altstadt spürbar mehr Laufkundschaft vorbei, die zentrale Lage mache sich dort stark bemerkbar. Außerdem, so Dages, biete der Laden an der Raustraße etwas mehr Platz, dazu noch Lager- und Büroflächen.

Schwerpunkte haben sich öfter gewandelt

Der Entwicklung der letzten Jahre hatte Omega schon vorher versucht, Rechnung zu tragen. Während der Corona-Zeit entstand ein Online-Shop, der nun noch weiter ausgebaut werden soll. "Wir wollen die Möglichkeiten online nutzen", sagt Dages, "ohne aber von unserem Schwerpunkt in der Beratung abzurücken." Daher soll auch der Online-Shop hauptsächlich ein lokales Publikum bedienen, Fahrradkuriere könnten unmittelbar Benötigtes schnell ausliefern. Der Schwerpunkt solle aber weiterhin vor Ort liegen, wo die Mitarbeiter beraten und weiterhelfen können. "Wir versuchen einen Spagat zwischen der Online- und der Offline-Präsenz", sagt Dages.

Die Schwerpunkte von Omega haben sich über die Jahre deutlich entwickelt. Anfangs sei der Satelliten-Bereich stark gewesen, so Dages, dann seien es mal Autoradios oder Hifi-Boxen gewesen. Inzwischen mache die Beleuchtungssparte einen großen Teil des Angebots aus, dazu komme mobile Energie – Batterien oder Powerbanks – und in diesem Jahr sei die Nachfrage bei mobiler Solartechnologie stark gewachsen.

Auch die Leitung des Geschäfts soll sich weiterentwickeln. Der Sohn des Gründers, Benjamin Allgaier, ist im vergangenen Jahr mit in die Geschäftsführung eingestiegen, im kommenden Jahr will sich Gründer Ulrich Allgaier dann aus der Geschäftsführung zurückziehen und Samuel Dages wird nachrücken.