Club der Freunde

Nach der Gruppenvergewaltigung

Freiburg wird vorsichtiger - und wehrt sich

Nach der Gruppenvergewaltigung fragen sich Freiburgerinnen und Freiburger, ob sie in ihrer Stadt noch sicher sind. Was beschäftigt die Menschen? Eine Spurensuche an verschiedenen Plätzen in der Stadt.

Erneut ist Freiburg zum Schauplatz einer schweren Sexualstraftat geworden, die bundesweit für Schlagzeilen und die auch in der Politik für Diskussionen sorgt. Auch in Freiburg sind viele Menschen erschüttert über die Gruppenvergewaltigung einer 18 Jahre alte Discobesucherin vor vier Wochen bei einer Technoparty auf dem Hans-Bunte-Areal im Freiburger Industriegebiet Nord. Wie gehen die Freiburgerinnen und Freiburger mit der Straftat um? Fühlen sie sich in ihrer Stadt noch sicher? Wir haben uns an verschiedenen Plätzen und Orten umgehört und ein Stimmungsbild eingeholt. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Es gibt junge Freiburgerinnen, die sich weiterhin ohne Angst und ohne mulmiges Gefühl durch die Stadt begegnen. Aber es gibt auch Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht mehr sicher fühlen. Die einen wappnen sich mit Pfefferspray, wenn sie abends unterwegs sind. Die anderen gehen nachts gar nicht mehr raus. Viele sagen, wenn man sie danach fragt: Es hat sich etwas verändert in Freiburg.


Seepark:Am Flückigersee sind manche nicht mehr alleine unterwegs
Joggerinnen und Jogger drehen mit Stirnlampe ihre Runde um den Flückigersee, eine Polizeistreife fährt am frühen Abend um das still liegende Wasser. Am Ufer, beim Pavillon, stehen Julia und Lisa. Die beiden Erstsemester, die erst vor wenigen Wochen in Freiburg ihr Studium begonnen haben, und ihren ganzen Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, wohnen direkt um die Ecke in der Studentensiedlung. Beide kommen vom Dorf – die eine vom Kaiserstuhl, die andere von der Schwäbischen Alb. "Bei mir daheim mache ich mir keine Sorgen, wenn ich im Dunkeln unterwegs bin", sagt die 19-jährige Julia. Auch in Freiburg habe sie sich zunächst nicht wirklich unsicher gefühlt.

Aber die Nachricht von der Gruppenvergewaltigung beim Hans-Bunte-Areal habe auch bei ihr zu einem gewissen Umdenken geführt. Julia, die Soziale Arbeit studiert, zückt ihren Schlüsselbund, an dem seit zwei Wochen ein kleiner Alarm hängt. "Im Notfall drücke ich da drauf und aktiviere so einen extrem lauten Piepton, der erschreckt", erklärt sie. Neulich habe sie auf dem Heimweg, der auch über teils kaum beleuchtete Wege am Seepark führt, mit ihrem Vater telefoniert – zur Sicherheit. Das, so sagt sie, habe sie früher nie gemacht. Ihre Kommilitonin Lisa, die Sprachwissenschaft studiert, hat nach wie vor keine große Angst. Aber sie achte darauf, dass sie nachts möglichst in einer Gruppe oder zumindest zu zweit unterwegs sei, erzählt die 21-Jährige.

"Wir müssen jetzt wirklich alle unsere Augen aufmachen." Tom "Mich bringt meist ein Freund nach Hause oder es wartet jemand, bis die nächste Straßenbahn kommt. Das entschärft die Situation", findet die ...

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