Verunsicherung

Erneut landen gefälschte Corona-Anordnungen in Freiburger Briefkästen

Uwe Mauch

Das Regierungspräsidium verlange, die Abflüsse zu desinfizieren: Unbekannte haben in Freiburg Flyer verteilt, die Falschbehauptungen über Corona verbreiten. Es ist der zweite Fall in kurzer Zeit.

Vor einer Woche waren im westlichen Stadtteil Rieselfeld gefälschte Schreiben aufgetaucht, die nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Verunsicherung in der Pandemie erzeugen sollen. Mieterinnen und Mieter von Mehrfamilienhäusern waren aufgefordert worden, keine Kleidung in öffentlichen Räumen wie zum Beispiel der Waschküche oder dem Treppenhaus liegen zu lassen.

Das aktuelle Pamphlet sieht genau gleich aus und endet auch mit dem gleichen Rechtschreibfehler: "Bleiben Sie Gesund!" Doch diesmal werden die Bewohnerinnen und Bewohner aufgefordert, einmal pro Tag die Abläufe in Toiletten und Waschbecken "mit einem antiviralen Mittel zu desinfizieren". Das Vorgehen sei zudem mit Datum und Uhrzeit zu protokollieren. Stichprobenartig würden diese Protokolle kontrolliert. Eine Studie habe ergeben, dass "durch den Kamineffekt in Mehrfamilienhäusern" eine Gefahr der Ansteckung zwischen den Etagenwohnungen entstehe.

Die Fake-Flyer sind in Häusern an der Rastatter Straße in Zähringen und an der Kartäuserstraße in der Oberau aufgetaucht. Die BZ erreichte der Anruf einer Leserin, die fürchtet, die Bewohner könnten vorgeblichen Kontrolleuren die Türe öffnen. Laut Regierungspräsidium wohnen gerade an der Rastatter Straße viele ältere Menschen. "Und die sind wohl teilweise verunsichert", sagte Behördensprecher Matthias Henrich am Montag. Er geht davon aus, dass dieselben Urheber am Werk waren wie in Rieselfeld. Die Landesbehörde erwägt rechtliche Schritte.

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