Club der Freunde

Judentum

Ein Alltag zwischen Angst und Normalität: Jüdinnen und Juden aus Südbaden berichten

Jüdisches Leben hat viele Gesichter, Traditionen und Meinungen: Wir haben mit ganz unterschiedlichen Menschen aus der Region über ihr Jüdischsein und den Antisemitismus gesprochen.

Anfang November wurde Samuel K. in einem Freiburger Fitnessstudio attackiert, weil er eine Kippa trug. Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufsehen. Machte er doch deutlich – kurz nach dem Attentat von Halle – dass Menschen jüdischen Glaubens auch in Südbaden immer wieder bedroht werden. Annika Vogelbacher, Vincent Zeile und Manuel Fritsch haben die Erfahrungen einiger jüdischen Menschen aufgezeichnet. Sie berichten, wie es für sie ist, als Juden in Südbaden zu leben.

Nikita Karavaev (34), Student aus Freiburg
"Als ich acht Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie aus dem ukrainischen Donezk nach Deutschland gekommen. Damals sind wir ab und an zu Rabbinern ins Elsass gefahren. Das war aber nicht so meins. Mit dem Glauben habe ich nicht viel am Hut. Dennoch würde ich mich als Jude bezeichnen. Das ist eine emotionale Frage, genau kann ich es nicht erklären.

Auch wenn ich nicht gläubig und nicht als Jude erkennbar bin, habe ich Antisemitismus in Freiburg erlebt. Auch wenn er sich bislang nie gegen mich persönlich gerichtet hat. Während meines politischen Engagements in der Linkspartei ist mir sowohl in als auch im Umfeld der Partei Antizionismus begegnet. Dabei würden sich die meisten, wenn nicht alle aus dem linken Spektrum immer vehement gegen Antisemitismus aussprechen. Einige vertreten allerdings gleichzeitig mit dem Antizionismus Positionen, die objektiv antisemitisch sind – bei subjektiv reinem Gewissen. Da ich in der israelitischen Gemeinde öfter als Sicherheitsmann an der Türe arbeite, habe ich auch dort antisemitische Vorfälle mitbekommen. Da spielte meist Israel eine Rolle. Wirklich positiv ist mir ...

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